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Überleben im Nonnenfraß

Groß Leine/Siegadel.. Mitleid erregen diese Kiefernbäume, die ihre Ästchen mit den Nadelresten zwischen Groß Leine und Siegadel in den Himmel recken. Foto: Roland Hottas

Dieser „lichte Bestand“ , wie Volkhard Burisch vom Amt für Forstwirtschaft Lübben fachsprachlich sagt, „ist höchstwahrscheinlich das Ergebnis von Nonnenraupenfraß“ . Die bedrohlich hohen Populationen dieses Schädlings in den Kiefernwäldern der Region haben vor einigen Wochen zur chemischen Bekämpfung von der Luft aus geführt. Dem waren über die letzten Jahre intensive Untersuchungen vorausgegangen.
Diese hatten nun bei dem Kiefernbestand zwischen Groß Leine und Siegadel ergeben, dass kein „Totalfraß“ , bei dem die Nonnenraupen sämtliche Nadeln des Baumes verputzen, zu erwarten sei. Die chemische Keule sie hingegen nur dort angewandt worden, sagt Volkhard Burisch, wo ein kompletter Verlust der Baumbestände zu erwarten gewesen sei.
Tatsächlich attestierte er den Bäumen auf dem Foto noch eine „so ausreichende Benadlung, dass der Bestand höchstwahrscheinlich lebensfähig bleibt“ und nur wenige Stämme absterben würden.
Das Versprühen des Insektizids „Karate WG Forst“ Ende Mai, so Burisch, habe den jüngsten Untersuchungen zufolge „volle Wirkung“ gezeigt. Mit genauen Zahlen wird am Monatsende gerechnet. Gleichzeitig hoffe man weiter, dass sich die „Gegenspieler“ der Nonenraupen, darunter Schlupfwespen und Pilze, zahlenmäßig gut entwickeln und der Plage somit auch auf natürlicher Basis Einhalt geboten werde.
Was die armseligen Kiefernbäume auf dem Foto angeht, so würden auch hier die ständigen Untersuchungen, das so genannte „Monitoring“ , weitergehen. Wenn festgestellt werde, dass sich die Gegenspieler nicht gut vermehren, dafür die Nonne aber umso mehr, so müsse auch hier die chemische Bekämpfung einsetzen. Die komme nur ins Spiel, betonte Burisch, wenn es unbedingt notwendig sei, also ein „Totalfraß“ zu erwarten ist. (is)