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| 02:43 Uhr

Tschernobyl-Verein unter alter Führung

Die kleine Sophia und ihre Mutter Julia (vorn) würden gern in den Spreewald kommen. Der Lübbener Kinderhilfsverein für Tschernobyl sucht für sie eine Gastfamilie.
Die kleine Sophia und ihre Mutter Julia (vorn) würden gern in den Spreewald kommen. Der Lübbener Kinderhilfsverein für Tschernobyl sucht für sie eine Gastfamilie. FOTO: privat/Kinderhilfsverein
Lübben. Ein Formfehler hat die Neuwahl zunichte gemacht. Der alte Vorstand hält den Verein handlungsfähig und bereitet den nächsten Aufenthalt der Tschernobylkinder vor. Verein sucht dafür Gasteltern. Andreas Staindl / asd1

Der neue Vorstand des Lübbener Kinderhilfsverein für Tschernobyl ist nicht mehr im Amt.

"Ein Formfehler hat die Rechtmäßigkeit der Wahlen verhindert", sagt die Ehrenvorsitzende Brigida Melzer. Damit der Verein handlungs- und arbeitsfähig bleibe, ist der alte Vorstand in die Bresche gesprungen. "Wir werden den Verein während der nächsten Monate führen", erklärt die Ehrenvorsitzende. "Im Herbst dieses Jahres sind dann Neuwahlen geplant." Ob sich dafür die schon gewählten aber nicht bestätigten Vorstandsmitglieder erneut bewerben, ist allerdings offen.

Die Lübbenerin Brigida Melzer hatte im Juli des vergangenen Jahres die Führung des Kinderhilfsvereins nach 20-jährigem Wirken an Eveline Schüler aus Gröditsch (Märkische Heide) abgegeben (die RUNDSCHAU berichtete). Sie selbst blieb dem Verein als Ehrenvorsitzende erhalten. Jetzt steht sie erneut an der Spitze, zumindest für die nächsten Monate. Auch die Finanzchefin Christel Schneider sitzt wieder mit im Boot, nachdem auch sie schon aus dem Vorstand verabschiedet wurde. Danilo Markewitz ist der Einzige, der vor und nach der Wahl im Vorstand saß.

Dieses Trio bereitet nun auch den dreiwöchigen Erholungsaufenthalt von 30 Kindern und Jugendlichen aus der Tschernobyl-Region im Sommer dieses Jahres in Lübben und Umgebung vor. Fünf Mitglieder des Vereins fahren nach Ostern dieses Jahres nach Weißrussland, um den Aufenthalt vorzubereiten. "Wir suchen die Kinder und Jugendlichen aus, besuchen Pflegeeltern und Heime", erklärt Brigida Melzer. Waisen und Halbwaisen aus der strahlengeschädigten Region um Tschernobyl treten im Sommer die Reise in den Spreewald an. Die Ehrenvorsitzende hofft, dass dann auch die kleine Sophia dabei ist. Das fünfjährige Mädchen ist schwer krank, sitzt im Rollstuhl. "Wir würden sie und ihre Mutter Julia gern zu uns einladen", sagt Brigida Melzer. "Es wäre schön, wenn jemand die beiden für eine Woche bei sich aufnehmen würde." Sophias Mutter würde sich um die Pflege ihrer Tochter kümmern.

Zudem werden Gasteltern für weitere Kinder gesucht. "Sie können ihre Wünsche äußern und sagen, ob sie lieber ein Mädchen oder einen Jungen aufnehmen möchten und wie alt das Kind sein soll", erklärt Brigida Melzer. "Wer Interesse hat, kann sich bis Ostern dieses Jahres bei uns melden." Kontakt über Mobiltelefon 01717573279.