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| 15:27 Uhr

Heimattreffen
Tschausdorfer tauschen in Straupitz Erinnerungen aus

Noch neun ehemalige Tschausdorfer, begleitet von Familienangehörigen, sind diesmal beim Heimattreffen in Straupitz zusammengekommen.
Noch neun ehemalige Tschausdorfer, begleitet von Familienangehörigen, sind diesmal beim Heimattreffen in Straupitz zusammengekommen. FOTO: Ingrid Hoberg
Straupitz. Treffen der Heimatfreunde hat wieder im Spreewald stattgefunden. Von Ingrid Hoberg

  Städter, Burdack, Mertke – das sind Namen, die in der Region verbreitet, doch noch nicht so lange hier verwurzelt sind. Mancher hat Vorfahren, die aus Tschausdorf (heute Szczawno/Gemeinde Dabie) stammen. Kreisstadt war Crossen an der Oder (Krosno Odrzanskie). Meist waren es Frauen mit ihren Kindern, die zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Flüchtlinge in den Spreewald und das Umland kamen.

Nun haben sich im Gasthaus „Zur Byttna“ in Straupitz wieder einige Tschausdorfer und Familienangehörige getroffen. Es war ein Jubiläum, denn seit 1993 gibt es dieses Heimattreffen, wie Petra Resag sagte. Sie hat in diesem Jahr erneut die organisatorischen Fäden in der Hand gehalten. „Damals waren es über 100 Personen, die sich nach langer Zeit wiedersehen wollten“, erklärte sie. Über viele Jahre war es der inzwischen verstorbene Hermann Mertke aus Groß Leuthen, der die Treffen organisiert hatte. So wie er fehlt, ist die Gruppe über die Jahre immer kleiner geworden.

„Dieses Mal waren es nur noch neun ehemalige Tschausdorfer und deren Nachfahren, die gekommen sind“, stellte Petra Resag fest. Sie selbst war aus Lübbinchen (Schenkendöbern) gekommen, die weiteste Anreise hatten Teilnehmer aus Celle in Niedersachsen. „Ob es noch einmal ein Treffen geben wird, bringt die Zeit“, sagte sie.

In den Gesprächen standen wieder Erinnerungen an das Heimatdorf im Mittelpunkt. Petra Resag hat über die Jahre aufgeschrieben, woran sich die Tschausdorfer noch erinnern. Diese Aufzeichnungen geben einen Einblick in das Alltagsleben. Einen ersten Teil hat sie bereits im Crossener Heimatblatt veröffentlicht, ein weiterer soll folgen. Ein immer wieder interessantes Thema sind die „Torsaulen“, wie der
Tschausdorfer sagt. Über die Namen der Gehöfte identifizieren sie sich noch heute.

Neu war für einige Teilnehmer des Treffens die Information, dass es ein baugeschichtliches Denkmal aus Tschaus-dorf gibt, das seit 1920 in Dörgenhausen bei Hoyerswerda zu finden ist. Es handelt sich um die Bockwindmühle, die 1707 in Tschausdorf errichtet worden war. „Der Müllermeister Max Werdin kaufte die Mühle für 900 Mark. Per Bahn wurden die zerlegten Teile nach Hoyerswerda transportiert. Hier wurden sie mit Pferdegespannen nach Dörgenhausen gebracht und dort an ihrem jetzigen Standort wieder aufgebaut“, teilt der Windmühlenverein Dörgenhausen auf seiner Internetseite mit. Den Verein, der sich um den Erhalt des technischen Denkmals bemüht, gibt es demnach seit 1996. Die Windmühle kann besichtigt werden, beispielsweise im Mai beim Mühlentag 2018 hatte es Führungen gegeben.