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| 01:02 Uhr

Tropical-Islands-Mitarbeiter zum Thema Drogen geschult

Brand.. Über Drogenmissbrauch sind Mitarbeiter von Tropical Islands in dieser Woche informiert worden. Rund 35 Mitarbeiter aus dem Sicherheits- und anderen Bereichen ließen sich von Polizeikommissarin Susanne Heinrich verschiedene Drogen zeigen und erklären, um eventuellen Missbrauch erkennen und möglichst schon im Vorfeld verhindern zu können. „Wir haben bisher keine großen Erfahrungen in diesem Bereich machen müssen“ , erklärte Sicherheitschef Leander Hablowetz. „Wir möchten aber auch nicht, dass das bei Tropical Islands auftritt.“ Von Ingvil Schirling

Susanne Heinrich, Mitarbeiterin im Bereich Prävention des Polizeischutzbereichs Dahme-Spreewald, hatte einen großen blauen Koffer mitbracht. Hinter dicken, durchsichtigen Wänden waren darin Proben der gängigsten Drogen in mehreren Schautafeln untergebracht. Susanne Heinrich begann ihre detaillierte und anschauliche Beschreibung mit Fragen. Was sie denn über Drogen wissen wollten„, eröffnete sie die Runde. Aus dieser kam die Frage, ab wann denn der Bereich Drogen losgehe“ Die Polizistin erklärte den Unterschied zwischen Alltags- und illegalen Drogen. Rauchen, Alkohol, Medikamente, Schnüffelstoffe beispielsweise gehörten zum ersteren, seien aber nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Man kann sich mit Alltagsdrogen genausogut berauschen wie mit illegalen Drogen“ , warnte sie.
Über die war in der Runde schon ein wenig bekannt. Laut Susanne Heinrich gibt im Landkreis Dahme-Spreewald statistisch gesehen jeder fünfte Jugendliche an, schon einmal Cannabis probiert zu haben. Wenig überraschend kam daher der Ausruf einer Mitarbeiterin, als sie den Geruch eines von Susanne Heinrich erhitzten Haschischbrockens in die Nase bekam: „Das kennste!“ , sagte sie zu ihrer Nachbarin, hatte sie es doch irgendwo, vielleicht auf Lübbener oder Luckauer Straßen am Abend, vielleicht nahe eines Jugend-Treffpunkts, schon einmal gerochen. Gerötete Augen, erweiterte Pupillen, Gangunsicherheiten beschrieb die Polizistin als Anzeichen dafür, dass jemand Cannabis- oder Haschisch-berauscht ist. Sie bestätigte auch eine Bemerkung der Mitarbeiter, dass der Stoff in der Medizin auch als Schmerzmittel eingesetzt wird. Eine Reihe von Wasserpfeifen, größtenteils Marke Eigenbau, schloss diesen Informationsteil ab.

Synthetische Drogen kaum bekannt
Interessiert hörten die Mitarbeiter zu, als Susanne Heinrich synthetische Drogen beschrieb. Der Markt ändert sich hier so schnell, dass über viele - von „Ecstasy“ einmal abgesehen - nicht sehr viel bekannt ist. „Chrystal“ , nannte die Polizeikommissarin ein Beispiel, ein Medamphetamin, das aussieht wie Zuckerkristalle, habe aufputschende und leistungssteigernde Wirkung, die zwölf bis 70 Stunden anhalten könne. Die Droge unterdrücke das Hunger- und Durstgefühl und mache schnell abhängig.
Kurz ging Susanne Heinrich noch auf Kokain sowie die hierzulande selten gebrauchten Drogen LSD und Heroin ein und streifte den Bereich der psychoaktiven Pflanzen. Nach einer kurzen Pause legte sie einen weiteren Schwerpunkt darauf, wie die Mitarbeiter mit Menschen umgehen können, wenn sie erkannt haben, dass diese Drogen genommen haben. Das kam besonders denen unter ihnen zugute, die im Gästebereich arbeiten und deshalb mit vielen Menschen zu tun haben.

Zusammenarbeit mit Polizei gelobt
Für Susanne Heinrich war es schon die dritte Suchtpräventionsveranstaltung bei Tropical Islands. Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens, besonders diejenigen mit viel Besucherkontakt, nehmen daran teil. Sie sollen künftig mit noch offeneren Augen durch den Tropical Islands Dome laufen können. „Wir haben ja auch viele Jugendpartys“ , sagte Pressesprecherin Kathrin Schaffner gegenüber der RUNDSCHAU, was auch sehr schön sei. Sollten dort oder anderswo Drogen genommen werden, können die Mitarbeiter dies künftig besser erkennen und es verhindern.
„Die Zusammenarbeit mit der Polizei ist sehr gut“ , sagte Leander Hablowetz. Weitere Schulungen für die Mitarbeiter sollen folgen, demnächst eine Präventionsveranstaltung zum Thema Waffenrecht.