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| 17:48 Uhr

Wassermangel im Luchsee
Das Leben des Luchsees hängt vielleicht an einer Leitung

 Die Wasserlandschaften von Tropical Islands sind Teil des Vergnügens im Freizeitpark - doch welche Auswirkungen der Wasserverbrauch auf den austrocknenden Luchsee hat, ist eine offene Frage. Ein Versuch soll Klarheit bringen. Allerdings muss dafür erst noch eine Leitung gebaut werden.
Die Wasserlandschaften von Tropical Islands sind Teil des Vergnügens im Freizeitpark - doch welche Auswirkungen der Wasserverbrauch auf den austrocknenden Luchsee hat, ist eine offene Frage. Ein Versuch soll Klarheit bringen. Allerdings muss dafür erst noch eine Leitung gebaut werden. FOTO: Tropical Islands / Bernhard Ludewig
Krausnick. Ein seltenes und altes Moor bei Krausnick trocknet aus. Hat Tropical Islands mit seinem großen Wasserverbrauch etwas damit zu tun? Von Ingvil Schirling

Es klingt dramatisch, was Förster Peter Paulick sagt: „Wenn wir so weitermachen, haben wir in 20 Jahren eine Senke mit Schilf.“ Eindringlich warb der Köthener Revierleiter für gemeinsames Engagement, „damit wir den Luchsee nicht verlieren“.

Das Problem dürfte etwa 30 Jahre alt sein. Der Luchsee trocknet aus. Um weit mehr als einen Meter ist sein Wasserspiegel dauerhaft gesunken. Typische Pflanzen wie Wollgras, Sonnentau oder Seerosen fallen trocken und ziehen sich zurück. Andere Arten wie Schilf und Kiefern, die selbst viel Wasser brauchen, wandern ein. In Schlepzig stellte das Biosphärenreservat Spreewald nun die aktuellen Pläne für die Erhaltung des FFH-Naturschutzgebiets vor – und stieß dabei auf zwei große Einflüsse und eine offene Frage. Die Antwort könnte das fast 13 000 Jahre alte Moor vielleicht retten.

Waldumbau hat große Wirkung

 Der Wasserstand sinkt, Seerosen fallen trocken, Schilf siedelt sich an: Der Luchsee mit seinem fast 13 000 Jahre alten Moor ist in einem schlechten Zustand.
Der Wasserstand sinkt, Seerosen fallen trocken, Schilf siedelt sich an: Der Luchsee mit seinem fast 13 000 Jahre alten Moor ist in einem schlechten Zustand. FOTO: Anne Kathrine Hartmann

Einfluss Nummer eins ist der Wald­­umbau, den das Amt für Forstwirtschaft am Luchsee seit langem intensiv verfolgt. Wasserziehende Gehölze und Verbuschung wurden und werden entnommen. Anne Hartmann, die für die FFH-Managementplanung im Namen des beauftragten Büros LB Planer+Ingenieure GmbH mit verantwortlich zeichnet, hält den Waldumbau für „mit Abstand die wichtigste Maßnahme, die langfristig den größten Effekt bringt“.

Sie empfahl, die Flächen zu erweitern. Denn ursprünglich sei der Luchsee als Kesselmoor eingestuft worden mit einem Einzugsbereich von fünf Kilometern. Nach neuerer Erkenntnis aber handelt es sich um ein Versumpfungs- und Verlandungsmoor mit deutlich größerem unterirdischen Einzugsbereich.

Und da kommt Einfluss Nummer zwei ins Spiel samt der offenen Frage: Welchen Einfluss hat das Wasserwerk Krausnick auf den Wasserstand? 1980 wurde es laut Anne Hartmann in Betrieb genommen, seit Ende der 1980er-Jahre sinkt der Wasserspiegel. 800 Kubikmeter dürfen vom Wasserwerk Krausnick pro Tag nach LR-Informationen entnommen werden. Ein großer Teil, nämlich 615 Kubikmeter, geht Recherchen von Förster Peter Paulick zufolge an Tropical Islands. Einerseits sinkt der Wasserspiegel im Luchsee zwar schon länger als der Freizeitpark besteht.

Wasser aus Neu Schadow

Doch andererseits ist durchaus ein Problembewusstsein da. So sollen größere Wasserbedarfe künftig über das Wasserwerk Neu Schadow gedeckt werden – dazu muss aber erst eine Leitung gebaut werden. Aus einer intensiven Debatte über den  Einfluss der Entnahme am Wasserwerk Krausnick entstand der Vorschlag, den Bedarf künftig einige Zeit komplett aus Neu Schadow zu decken – sofern sich daraus nicht andere gravierende Probleme ergeben. Das wurde am Ende in die FFH-Managementplanung hineinformuliert – mit der Forderung, die Leitung sobald wie möglich zu verlegen. Das liegt in den Händen des MAWV (Märkischer Abwasser- und Wasserzweckverband). Die Zukunft des Luchsees könnte somit an einer Leitung hängen.

Tropical Islands hat derweil längst begonnen, mithilfe moderner Technik und Filtermethoden die Wasservorräte möglichst effektiv zu nutzen und aufzubereiten. 80 Prozent des Badewassers können derzeit LR-Informationen zufolge aufbereitet werden – doch die Wasserlandschaft ist groß.