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Trommeln lassen das Lieberoser Schloss erbeben

Elegia Industrial 3D: Bei der Premiere des Films von Donald Saischowa beim Cottbuser Filmfest gab es Livemusik mit Schlagzeuger Stefan Friedrich (Interview mit dem Musiker unter www.filmfestcottbus.de).
Elegia Industrial 3D: Bei der Premiere des Films von Donald Saischowa beim Cottbuser Filmfest gab es Livemusik mit Schlagzeuger Stefan Friedrich (Interview mit dem Musiker unter www.filmfestcottbus.de). FOTO: Ingrid Hoberg
Lieberose. Als Teil der XXIII. Rohkunstbau-Ausstellung im Lieberoser Schloss (Landkreis Dahme-Spreewald) läuft noch bis September eine Dok-Filmschau, die so illustre Namen wie Heinrich Böll, Frank Zappa, Ai Weiwei oder Agnès Varda in eine Reihe mit zwei Werken des Cottbusers Donald Saischowa stellt. Andrea Hilscher

Der Filmemacher und Kameramann freut sich über die Gelegenheit, in diesem Sommer Teil des traditionsreichen Rohkunstbau-Projektes zu werden. "Eine wunderbare Wertschätzung", sagt Donald Saischowa, und er meint damit vor allem die Hommage an die Peitzer Subkultur, die das Zeigen des legendären Dokumentarfilms "Trommeln auf Blec" bedeutet.

Das vermutlich einzige Filmdokument der subkulturellen Musik-Szene von Cottbus und Peitz Mitte der 1980er-Jahre mixt originale Mitschnitte und Interviews. Namen wie Peter "Jimi" Metag, Jörg Tudyka, Kai-Uwe Kohlschmidt, Bernd Gosemann (verstorben), Evelyn und Klaus Schreiber oder Hans Scheuerecker, Sandow, Dietmar Diesner oder Peter Hollinger lassen spürbar werden, wie sich Leben "born in the GDR" angefühlt hat. Als Vorfilm steht einer der neusten Saischowa-Filme auf dem Programm: auch wieder mit lautem Trommeln, die Konzertdoku "Elegia industrial 3d - live in Polen". Gemeinsam mit dem Komponisten und Drummer Stefan Friedrich hat Saischowa 2017 diese Performance auf dem Unithea#20 deutsch-polnischen Festival der darstellenden Künste in Slubice, Polen, aufgeführt und aus den Aufzeichnungen dieses Filmdokument montiert. Donald Saischowa wird zur Vorführung persönlich anwesend sein.

Samstag, 5. August, 19 Uhr, im Schloss Lieberose.

Zum Thema:
Noch bis zum 9. September wird der XXIII. Rohkunstbau von einer Filmreihe begleitet, die sich wöchentlich in Porträts mit Künstlern der Vergangenheit und Gegenwart als öffentliche Intellektuelle auseinandersetzt. Für sie ist - nach Ansicht der Ausstellungsmacher - die Erfahrung der Andersheit bestimmend, sie bewegen sich in einer Subkultur, sind ihrer Zeit voraus, sprengen Grenzen oder werden politisch verfolgt. Weitere Informationen unter: www.boell-brandenburg.de/de/rohkunstbau