Interesse war da. Etwa 30 Bürger zeigten dem Bürgermeister ihren Stadtteil. Und legten den Finger in die Wunde. Der Verwaltungschef hatte sie dazu aufgefordert: "Zeigen Sie mir ihre Dreckecken, aber sagen Sie mir auch, wo es besonders schön ist."

Schön ist es in Treppendorf. Liebevoll gepflegte Grundstücke, ein neues Feuerwehrgerätehaus, Kinderlachen in der Kita. Und doch haben die Treppendorfer Probleme. Die sind allerdings nicht neu, sondern seit Langem bekannt.

So erneuerte Ortsvorsteher Torsten Schade den Wunsch nach einer Tempo-30-Zone zumindest auf der Durchgangsstraße. Das Straßenverkehrsamt des Landkreises hat sich schon mit dem Thema befasst. Torsten Schade zufolge könne die Stadt einen solchen Bereich selbst festlegen. Noch gibt es keine Entscheidung. Das Problem ist bekannt und in Arbeit, sagt Lars Kolan.

Auch der Wunsch nach Sperrung der Berstebrücke für Schwerlasttransporter bleibt vorerst unerfüllt. Hält das Brückenbauwerk der Belastung stand? "Die einen sagen so, die anderen so", macht der Bürgermeister auf den Sachstand aufmerksam. "Wer hat recht?" Das konnte während des Rundgangs nicht geklärt werden.

Wasser läuft nach Regen nicht ab

Verwaltungsmitarbeiter notierten jedoch eifrig die angesprochenen Probleme. Die Regenentwässerung ist ein solches. Gleich an mehreren Stellen im Stadtteil bilden sich nach Regen große Pfützen; das Wasser läuft nicht ab. Lösungen gibt es laut Lars Kolan. Doch Anwohner wären finanziell mit im Boot, wenn etwa Straße und Gehweg neu gebaut werden müssten. Vielleicht hilft schon eine Reparatur, damit Grundstücke von Anwohnern bei Starkregen nicht überflutet werden. Solche Situationen gibt es in Treppendorf, wie Roland Kunze auf Fotos zeigte. Ein Wassergrundstück, auf das er gern verzichten würde.

Ralph Stolpe vom Lübbener Bauhof hörte aufmerksam zu. Jetzt soll geprüft werden, ob der Regenwasserschacht noch funktionstüchtig ist, warum das Wasser dort nicht abläuft.

Auch der Containerplatz brennt Anwohnern auf den Nägeln. Die Container seien schnell voll, Flaschen würden daneben gestellt, auch, weil Gewerbetreibende ihre Glasabfälle dort entsorgen würden. Birgit Lehmann vom Ordnungsamt der Stadt hat sich des Problems angenommen.

Natürlich gibt es weit mehr saubere Ecken in Treppendorf. Eine kommunale Fläche war wohl außergewöhnlich gut gepflegt, dass Teilnehmer schmunzelnd den Vergleich zur DDR-Zeit zogen. Damals sei auch immer alles schön gemacht worden, wenn hoher Besuch erwartet wurde. Dem ist nicht so, wie Ralph Stolpe sagt: "Die Arbeiten waren schon lange geplant."

Illegaler Sport

Noch viel länger wird über die Tongrube am Rande des Dorfs diskutiert. Auf der ehemaligen Motocrossstrecke dort herrsche reger Verkehr - illegal und zum Ärger von Anwohnern. Für den rollenden Verkehr ist die Polizei zuständig, wie Lübbens Bürgermeister sagt. Der Landkreis wiederum sei Ansprechpartner, wenn es darum gehe, die Strecke für den Motorsport zu legalisieren. "Wir als Stadt können uns das aber aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht vorstellen", sagt Lars Kolan.

Der nächste Stadtrundgang findet am 4. Mai in Steinkirchen statt. Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Feuerwache.