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Neujahrsbaden
Eiskalter Start ins Jahr 2018

Vergnügliches Planschen am Neujahrstag. Zehn Mutige wagten sich gestern in die Berste. Das Neujahrsbaden in Treppendorf fand zum neunten Mal statt.
Vergnügliches Planschen am Neujahrstag. Zehn Mutige wagten sich gestern in die Berste. Das Neujahrsbaden in Treppendorf fand zum neunten Mal statt. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Zehn mutige Wasserratten zieht es beim Neujahrsbaden in Treppendorf in die Berste. Von Andreas Staindl

Das neue Jahr ist gerade einmal ein paar Stunden alt, da ist der erste kulturelle Höhepunkt in Lübbens Stadtteil Treppendorf schon wieder Geschichte. Zum neunten Mal hatte der Fastnachts- und Traditionsverein Treppendorf e.V. am gestrigen Montag zum Neujahrsbaden eingeladen.

Zahlreiche Besucher auch aus anderen Orten waren am Nachmittag an die Berstebrücke in der Ortsmitte gekommen. Die Veranstaltung ist längst Kult. Sie wurden vor Jahren aus einer Schnapsidee heraus geboren und ist inzwischen fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Stadtteil. „Wir wollen den Bürgern die Möglichkeit geben, sich gleich am ersten Tag im neuen Jahr zu treffen und ein paar gemütliche Stunden zu verbringen“, sagt Torsten Schade.

Der Ortsvorsteher war diesmal nicht nur Organisator des Neujahrsbadens, sondern selbst aktiv Beteiligter. „Ich muss in diesem Jahr ins Wasser“, erzählt er, „ansonsten habe ich eine Wette verloren.“ Das wollte er natürlich nicht. Mit ihm stiegen neun weitere Frauen und Männer in die etwa vier Grad kalte Berste.

Liane Boschan wagte sich als Erste. Die Lubolzerin (Stadt Lübben) zögerte nicht lange, stieg zügig die Stufen der kleinen Treppe hinab und warf sich mutig mit einem lauten Juchzer ins Wasser. Zwei Teilnehmer in Pinguin-Kostümen folgten ihr. Das Neujahrsbaden ist ein riesiger Spaß. Für die Akteure im Wasser und die Zuschauer am Ufer.

Die Schaulustigen begleiteten die Mutigen mit Beifall in die Berste. Auch Heinz Rothe nahm gestern ein kühles Bad in Treppendorf. „Ich hatte von der Veranstaltung gelesen und wollte unbedingt mal dabei sein“, erzählt der Luckauer. Und, dass er Schwimmen auch bei niedrigen Temperaturen gewohnt sei. „Das kalte Wasser macht mir nichts aus, im Gegenteil. Es ist doch reizvoll, gleich am ersten Tag des Jahres anzubaden.“ Mit fast 80 Jahren dürfte er der bisher älteste Teilnehmer des Neujahrsbadens sein.

Fabian Schade hat schon Erfahrung mit der Veranstaltung. Diesmal nahm der junge Treppendorfer eine Schwimmreifen-Ente mit ins Wasser und schützte seinen Kopf mit einem Mexikaner-Hut. Eine Gaudi halt. Seine Mutter Karin machte das Familienbad in der Berste komplett.

Etwa eine Minute dauerte das nasskalte „Vergnügen“. Ein bisschen Konfetti „regnen“ lassen, wie wild das Wasser aufwühlen – und schon ging es wieder zurück an Land und rein in den gut geheizten Bus, der den Teilnehmern auch diesmal zum Umkleiden und Aufwärmen zur Verfügung stand. Heiße Getränke und Herzhaftes vom Grill gab es ohnehin für alle Besucher.

Die durften sich zudem über eine Premiere freuen. Viola Wiedemann, die direkt am Veranstaltungsort wohnt, steuerte ein kleines Boot an den Zuschauern vorbei – nicht ohne Absicht natürlich. Sven Kerstan vom veranstaltenden Verein saß mit im Ruderboot. Er überraschte die Schaulustigen mit einer Wasserspritze. Auch die Beiden waren närrisch gekleidet.

Der Start in das neue Jahr ist den Treppendorfern schon mal gelungen. In einem Jahr gibt es die zehnte Auflage des Neujahrsbadens in Treppendorf.