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Traditionelle Tänze und Ehrung für Mundartdichter

Die Trachtengruppe "Nowa Niwa" tanzte beim Brunnenfest in Neu Zauche.
Die Trachtengruppe "Nowa Niwa" tanzte beim Brunnenfest in Neu Zauche. FOTO: J. Harnath/jhh1
Neu Zauche. Der Fremdenverkehrsverein Oberspreewald Nord Neu Zauche blickt in diesem Jahr auf das 25-jähre Bestehen zurück. Am Samstag wurde das Jubiläum mit dem Brunnenfest gefeiert. Jürgen Harnath / jhh1

Dabei reicht die Geschichte von Vereinen weiter zurück.

1886 wurde der erste Spreewaldverein gegründet. Weitere Ortsvereine folgten und die "Sommerfrischler" und "Ausflügler" entdeckten die kleineren Gemeinden des Spreewaldes für sich. So auch Neuzauche, wobei das Kahnfahren eine immer größere Rolle spielte. Nach 1945 war es schwer, den Tourismus im Spreewald wieder anzukurbeln. Nach der Gründung der DDR trugen unter anderen die Kraftverkehrsbetriebe und die Deutsche Reichsbahn mit Sonderfahrten an den Wochenenden dazu bei, den Fremdenverkehr wieder in Schwung zu bekommen. Wurde er damals im Wesentlichen von den staatlichen Reisebüros der DDR und dem Feriendienst des FDGB gelenkt und organisiert, bot sich nach der Wende 1989 die Möglichkeit, den Tourismus in die eigenen Hände zu nehmen. Zumal ein "Förderprogramm zur Entwicklung der Infrastruktur" die ersten Schritte zum Aufbau einer modernen, zeitgemäßen touristischen Infrastruktur finanziell begleitete.

So wurden Anfang der 1990er Jahre im Spreewald Fremdenverkehrsvereine gegründet, in denen sich Gastronomen, Vermieter, Kahnfährleute und andere touristische Akteure zusammentaten, um für den Spreewald zu werben und ihn vor Ort zu organisieren. Im Oktober 1992 gründete sich der Fremdenverkehrsverein Neu Zauche mit damals sieben Gründungsmitgliedern. "Hans Kohlaase und ich kamen damals auf die Idee, das wieder aufzubauen, was in den 1920er und 30er Jahren schon einmal existierte und sehr erfolgreich war", erinnert sich Gastwirt Jürgen Leuthner. Hans Kohlaase wurde in jenem Jahr zum ersten Vorsitzenden gewählt, Jürgen Leuthner zum Stellvertreter. Die ersten Mitstreiter waren Margit Noack, Christa Dünnbier, Jutta und Herbert Scholsching sowie Reiner Bürger. Heute hat der Verein 35 Mitglieder und kann auf 25 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken.

In seiner Begrüßungsrede beim Brunnenfest erinnerte der heutige Vorsitzende des Vereins, Dirk Jerol-Ebenau, unter anderem an die Macher der ersten Stunde. Diese wurden mit einem Präsent und einer Urkunde für ihre engagierte Arbeit in den vergangenen Jahren geehrt. Viele Gäste aus nah und fern waren gekommen, um dem Verein zu gratulieren. In ehemals "Bettinas Laden" war eine Fotoausstellung mit Aufnahmen der vergangen 25 Jahre zu bewundern, die Fährleute präsentierten einen geschmückten historischen Kahn und die Trachtengruppe "Nowa Niwa" begeisterte das Publikum mit ihren traditionellen Tänzen.

Für die musikalische Umrahmung sorgte die "Kleine Blasmusik" und die Kleinsten konnten sich schminken lassen oder auf der Hüpfburg austoben. Natürlich war auch für das leibliche Wohl gesorgt. Wer wollte, konnte sich am Kuchenbasar oder am Grill stärken. Am Rande des Festes gab es noch einen weiteren Höhepunkt. Die feierliche Einweihung des Gedenksteins für den Neu Zaucher Mundartdichter Karl Hahn (1889 - 1946). Karl Hahn wurde am 21. November 1889 in Neu Zauche geboren. Er besuchte die Bürgerschule in Lübben, war ab 1910 Lehrer in Groß Beuchow und ging 1920 nach Berlin wo er unter anderem als Rektor im Schuldienst tätig war. Karl Hahn setzte sich sein ganzes Leben für die heimatliche Mundart ein und kämpfte in Wort und Schrift für deren Anerkennung. Er hat auch heute noch viele Bewunderer und Verehrer seiner Dichtungen. Im Programm des Brunnenfestes kamen Mundarttexte aus seiner Feder zur Aufführung. "Die Zeit war reif, ihn endlich mit einem Gedenkstein zu ehren." betonte Vereinsvorsitzender Dirk Jerol-Ebenau.