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| 15:32 Uhr

Brandenburger Landpartie
Tradition trifft modernste Technik

Die Brandenburger Landpartie lockte erneut hunderte Besucher auf den Hof der Agrargenossenschaft in Dürrenhofe. Auch historische Arbeitsabläufe wurden vorgeführt.
Die Brandenburger Landpartie lockte erneut hunderte Besucher auf den Hof der Agrargenossenschaft in Dürrenhofe. Auch historische Arbeitsabläufe wurden vorgeführt. FOTO: Andreas Staindl
Dürrenhofe. Hunderte Besucher erkunden Hof der Agrargenossenschaft „Unterspreewald“ in Dürrenhofe. Von Andreas Staindl

Das war zu erwarten: Wenn die Agrargenossenschaft „Unterspreewald“ eG in Dürrenhofe (Märkische Heide) einlädt, dann kommen die Besucher in Scharen. Das ist Tradition, und so war es auch an diesem Samstag. Hunderte Gäste haben die 24. Brandenburger Landpartie genutzt, um den landwirtschaftlichen Betrieb näher kennenzulernen und hinter die Kulissen zu schauen.

Die Schattenplätze im Festzelt waren alle besetzt, da war die Veranstaltung erst wenige Minuten alt. „Ich bin erstaunt und sehr überrascht, wie viele Leute schon kurz nach Beginn der Veranstaltung hier sind“, sagte Jana Guth. Für die Amtstierärztin des Landkreises Dahme-Spreewald war es eine Premiere. Für den Geschäftsführer Uwe Schieban dürfte die große Resonanz nicht überraschend gekommen sein; er kennt das aus den vergangenen Jahren.

Die Vielfalt des Programms von Kultur, über Landtechnik, erntefrischen Produkten und kulinarischer Feinschmeckerei macht den Reiz des Hoffests in Dürrenhofe aus. Wer Blasmusik oder die Jagdhornbläser hören oder sich anderweitig bestens unterhalten lassen wollte, der konnte das. Und wer sich landwirtschaftlichen Wettbewerben stellen möchte – auch das war möglich. Wettmelken gefällig? Wer kann es besser? Mama, Papa oder vielleicht doch der Sprössling? Eigentlich egal, denn das vielfältige Programm hat Lust auf Landwirtschaft gemacht, zumindest Verständnis für diesen Berufszweig geweckt.

„Wir wollen zeigen, wie Landwirtschaft läuft“, sagt Uwe Schieban. Offenbar gut. Carmen Lorenz zumindest äußerte sich in diese Richtung. „Wir haben mit den Landwirten in unserer Region das große Los gezogen“, sagte die Geschäftsführerin des Bauernverbands Südbrandenburgs, und bezog die Agrargenossenschaft in Dürrenhofe ausdrücklich mit ein. Sie warb dafür, „regional zu kaufen, denn regional ist erste Wahl“.

Der landwirtschaftliche Betrieb im Ortsteil der Gemeinde Märkische Heide macht das möglich. Er bietet Gemüse an, das frisch vom Feld geerntet wird, produziert Milch, füttert Mastbullen, handelt mit Technik und repariert diese. „Wir sind sehr breit aufgestellt“, erzählt der Geschäftsführer. Und, dass viel Wert auf Direktvermarktung gelegt werde. Der auf 40 Hektar angebaute Spargel werde zu 95 Prozent an den eigenen Ständen verkauft. Erdbeeren kamen in diesem Jahr erstmals dazu. „Doch die Fläche war zu klein“, sagt Uwe Schieban und verspricht: „Im nächsten Jahr wird es ausreichend Erdbeeren an unseren Ständen zu kaufen geben.“

Die Landpartie ist Rückblick und Ausschau zugleich. Sie gibt gleichzeitig aber auch Einblick in den Beruf. Vasyl Pylypiv hat sich dafür bereits entschieden. Der 20-Jährige wird Tierwirt, ist derzeit im dritten Ausbildungsjahr. „Dieser Beruf macht mir großen Spaß, weil er abwechslungsreich ist und ich auch viel im Freien arbeiten kann“, sagt er. „Und der Kontakt mit Tieren ist ohnehin wunderbar.“ Carmen Lorenz kann seine Begeisterung verstehen: „Landwirt ist der schönste Beruf auf Erden.“

Marko Kabitschke ist vor allem von der Technik fasziniert. „Motoren zusammensetzen, Technik wieder zum Laufen bringen – das ist mein Ding“, sagt der Lübbener. Gemeinsam mit seinem Bruder Heiko und Freunden hat er Alttechnik zur Landpartie vorgestellt und etwa präsentiert, wie früher Stroh gedroschen wurde oder Körner mit einer Hammermühle gemahlen wurden: „Besser kann man Physik kaum erklären.“ Die Unterstützung von Uwe Schieban hat er. Der Geschäftsführer nutzte die Landpartie, um alte und neue Technik zu präsentieren und damit den Wandel der Landwirtschaft zu zeigen.