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| 17:30 Uhr

Lübben
Trachtvoll feiern im September

Das Spreewaldfest ruft! Marit Dietrich, Geschäftsführerin der TKS Lübben, Bürgermeister Lars Kolan (SPD) und Türmerin Vera Städter stellten diese Woche das Programm vor – gemeinsam mit wichtigen Neuerungen.
Das Spreewaldfest ruft! Marit Dietrich, Geschäftsführerin der TKS Lübben, Bürgermeister Lars Kolan (SPD) und Türmerin Vera Städter stellten diese Woche das Programm vor – gemeinsam mit wichtigen Neuerungen. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. 41. Lübbener Spreewaldfest wartet mit vielfältigem Programm auf. Von Ingvil Schirling

Große und kleine Geschichten – die schreibt das Spreewaldfest seit vier Jahrzehnten jedes dritte Wochenende im September. Peggy Nitsche von der TKS Lübben kann viele davon erzählen. Genau das hat sie diese Woche im Turm der Paul-Gerhardt-Kirche getan. Thema war die Vorstellung des Programms für die drei Tage, die Lübbens City vom 14. bis 16. September in eine Festmeile verwandeln werden. Gemeinsam mit TKS-Geschäftsführerin Marit Dietrich und Bürgermeister Lars Kolan (SPD) wurden außerdem die Neuerungen vorgestellt.

Die beiden wichtigsten vorab: Es wird erstmals neben dem Sicherheitskonzept auch eine Fest- und Hausordnung geben. Eine Premiere gibt es ebenso für ein Pfand, das die Plastikbecherflut eindämmen, der Vermüllung entgegenwirken und dem Umweltschutz dienen soll.

Die Hausordnung schafft die Grundlage, damit unerwünschtes Verhalten künftig besser als bisher geahndet werden kann. Polizei und Securitas seien Partner für das Fest, und es werden auch Kontrollen durchgeführt, kündigt die TKS an. Einen konkreten Anlass dafür, erstmals eine Hausordnung aufzustellen und diese an verschiedenen Stellen gut sichtbar aufzuhängen, gebe es nicht, so Marit Dietrich. Schwarz auf Weiß soll geschrieben stehen, dass beispielsweise keine alkoholischen Getränke aufs Festgelände mitgebracht werden dürfen. Auch Waffen oder waffenähnliche Gegenstände sind verboten.

Selbstverständlichkeiten, auf die offenbar nun auf diese Weise hingewiesen werden muss. Wer also künftig mit einem Kasten Bier und/oder Schnapsflaschen auf dem Festgelände „erwischt“ wird, muss mit Konsequenzen rechnen. „In hartnäckigen Fällen können Platzverweise ausgesprochen werden“, hieß es von Seiten der Organisatoren. Und dafür bietet die Haus- und Festordnung die Grundlage.

Die zweite Neuerung, das Pfandsystem, zielt darauf ab, der Flut von Plastikbechern Herr zu werden, die bisher früh morgens vom Baubetriebshof zusammengekehrt wurden, damit die Besucher das Festgelände wieder einigermaßen aufgeräumt genießen können. Gegen einen Euro Pfand bekommt der Gast zusätzlich zu seinem Getränk eine Münze mit Libellenprägung, erklärt Holger Wieloch das System. Er hat mit seiner Agentur das Händlermanagement übernommen und kümmert sich um die Toiletten, den Strom und den Müll – und hat das neue Pfandsystem mit entwickelt. Der Vorteil für die Gäste: Sie können ihren Euro gegen die Pfandmarke an jedem Getränkestand zurückbekommen. Für die Verkäufer hat das System ebenfalls ein Gutes: Wer noch Getränke verkauft, wenn alle anderen schließen, verdirbt sich mit der Pfandrückgabe nicht den Umsatz. Und noch einen Vorteil gibt es für den Gast: „Egal, was man ausgibt – am Ende hat man immer noch einen Euro in der Tasche“, sagt Bürgermeister Lars Kolan augenzwinkernd.

Ihm fiel vor allem die Vielfalt am Programm ins Auge: Musik, Tanz, Akrobatik, Handwerk, Tradition, Kulinarisches, Kinderprogramm, Comedy, Turmaufstiege – es dürfte dieses Jahr wirklich für jeden etwas dabei sein. Kleine, rote „Kids“-Stempel verweisen im Programm auf Veranstaltungen für die Jüngsten. 13-Mal findet sich dieses Emblem auf der Übersicht für die drei Tage.

Die Höhepunkte sind häufig mit Geschichten von und für Lübbener verbunden, arbeitet Peggy Nitsche heraus. So präsentiert das Spreewaldfest dieses Jahr den berühmten Straßenmusikanten Marcello Calabrese. Er ist aus Überzeugung in diesem Metier, spielte schon mit den Ragazzi Italiani und musizierte in Rom, Mailand, München, Oslo und Wien. Dass er beim Spreewaldfest aufspielt, hat Lübben Jessica Kutzscher zu verdanken. Sie ist bekannt mit ihrer Band Maila, stammt aus Dürrenhofe und ist mit Marcello Calabrese befreundet. Über sie kam der Kontakt zustande. „So oder ähnlich haben wir über die Jahre immer wieder tolle Künstler gewinnen können“, sagt Peggy Nitsche.

Zukunftsgerichtet werden dieses Jahr die Kähne zum Korso ablegen. Das Motto zielt auf das Deutsche Trachtenfest, das 2019 im Mai Lübben erneut drei Tage lang zur Festmeile machen wird. Unter dem Motto „Lübben zeigt sich trachtvoll“ werden am Sonntag, 16. September, ab 14 Uhr 40 liebevoll gestaltete Kähne über die Wasser rund um die Schlossinsel gleiten.

Insgesamt werden – läuft es wie 2017 – um die 28 000 Gäste erwartet. Damals hatte das Fest einen Kostenrahmen von rund 100 000 Euro. Mit in diesem Budget waren 20 000 Euro aufgrund des Jubiläums zum 40. Spreewaldfest.