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| 02:42 Uhr

Trachtenpaare tanzen auf der Straße

25 Paare haben sich am Trachtenumzug am Samstag in Neu Zauche beteiligt. Der Umzug war einer der Höhepunkte der 141. Fastnacht im Oberspreewalddorf.
25 Paare haben sich am Trachtenumzug am Samstag in Neu Zauche beteiligt. Der Umzug war einer der Höhepunkte der 141. Fastnacht im Oberspreewalddorf. FOTO: A. Staindl/asd1
Neu Zauche. Die Neu Zaucher haben ihre 141. Fastnacht gefeiert. Der Trachtenumzug am Samstagnachmittag war einer der Höhepunkte des fünftägigen Fests in der Gemeinde des Amts Lieberose-Oberspreewald. Andreas Staindl

Der Trachtenumzug in Neu Zauche bleibt ein Spektakel. 25 Paare sind mit Gekreische und Gejohle durch das Dorf gezogen, haben die Straßen zur Partymeile gemacht. Die Teilnehmer kamen aus Neu Zauche, aber auch aus umliegenden Orten.

Ohne Mitwirkende von außerhalb wäre der Festumzug erheblich kleiner, möglicherweise nicht mehr durchführbar, wie Linda Kloas sagt: "Wir wollen die Tradition aber unbedingt erhalten."

Die 29-Jährige und Michael Leo haben die Jugend des Oberspreewalddorfs durch die diesjährige Fastnacht geführt. Die 141. Auflage begann schon am Mittwochabend. Die jungen Frauen hatten ihren jeweiligen Partnern bunte Sträußchen und Bänder an die Hüte angenäht (die RUNDSCHAU berichtete). Mit ihren schmucken Hüten zogen die jungen Männer am Samstag durch das Dorf. An ihrer Seite ihre jeweilige Partnerin in Tracht.

"Ein schönes Bild", sagt Bernd Schirmer, der das Treiben vom Straßenrand aus verfolgte. "Gehört hatte ich schon von den Umzügen, gesehen habe ich so etwas jedoch noch nie." Diesmal war Gelegenheit. "Wir machen gerade ein paar Tage Urlaub in der Region", erklärt der Sachse.

Der Trachtenumzug lockte Zuschauer recht zahlreich nach Neu Zauche. Schon das Fotografieren der Paare fand unter den Augen zahlreicher Neugieriger statt. Das obligatorische Gruppenbild war diesmal deutlich schneller im Kasten als im vergangenen Jahr. Damals mussten 100 Trachtenpaare platziert werden. Während der Jubiläumsfastnacht 2015 zogen die Jugend und die Verheirateten gemeinsam durchs Dorf. Das ist erst in vier Jahren wieder der Fall. Diesmal gehörte die Straße den jungen Leuten allein.

Die hatten sich vor dem Trachtenumzug im Gasthaus "Zum Oberspreewald" gestärkt, bevor sie gegen 14 Uhr mit lautem Gejohle ins Freie traten. Fast alle jungen Damen hatten wärmende Stulpen für die Arme angelegt, einige zudem ein schützendes Tuch über der Schulter. Die Temperaturen waren erträglich, nur der Wind war eisig. Dennoch war das Interesse am Umzug groß. Die Zuschauer warteten schon ungeduldig auf die Teilnehmer.

Wenig später setzte sich der Zug in Bewegung. Die Blaskapelle vorneweg, gefolgt von Guido Hahn und den Paaren. Hahn ist seit sechs Jahren der Kiepenträger, führt die Getränke auf seinem Rücken mit. Vor allem Schnaps war bei den Teilnehmern gefragt - gegen die Kälte und für die Stimmung.

Letztere war schon recht gut, als die Trachtenpaare nach etwa 20 Minuten den Brunnenplatz wieder erreichten. Dort, in Nachbarschaft der evangelischen Kirche, wird traditionell auf der Straße getanzt. Die Akteure drehen sich etwa zum Schneewalzer, tanzen die "Annemarie-Polka auf Beton.

Das hat etwas, ist ansteckend, animiert zum Mitmachen. Und zum Fotografieren. Unzählige Schnappschüsse werden gemacht. "Bitte noch einmal drehen, damit der Rock schön kreist", ruft eine Zuschauerin einer jungen Teilnehmerin zu. Die erfüllt ihr gern diesen Wunsch, lässt den Rock ihrer Tracht gekonnt kreisen. Klick, klick, klick - jetzt sind die Bilder im Kasten.

Wenig später kreisen auch die Schnapsflaschen. Einheizen für den weiteren Weg war angesagt. Der Trachtenumzug zieht weiter in Richtung Bahnhof. Am Samstagabend fand der Fastnachtstanz statt. Am gestrigen Sonntag wurde zum Frühschoppen eingeladen, quasi als Abschluss der 141. Fastnacht in Neu Zauche. Der Blick der Jugend des Dorfs richtet sich jetzt auf das Stollenreiten im Sommer dieses Jahres - dem zweiten Höhepunkt in ihrer Verantwortung.