ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:34 Uhr

Tourismus und Erdölförderung
Schwielochsee-Konferenz zeigt auch Sorge vor möglicher Erdöl- und -gasförderung

 Ein Mitarbeiter der deutsch-kanadischen Central European Petroleum GmbH (CEP) zeigt einen Bohrkopf vor dem Bohrturm im brandenburgischen Guhlen (Dahme-Spreewald). Dort ist zu Jahresanfang eine weitere Probebohrung nach Erdöl erfolgt.
Ein Mitarbeiter der deutsch-kanadischen Central European Petroleum GmbH (CEP) zeigt einen Bohrkopf vor dem Bohrturm im brandenburgischen Guhlen (Dahme-Spreewald). Dort ist zu Jahresanfang eine weitere Probebohrung nach Erdöl erfolgt. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Goyatz. Sind Tourismus und Rohstoffförderung vereinbar? Dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. Bei der Schwielochsee-Konferenz kam auch das Unbehagen zur Sprache.

Am Ende der Schwielochsee-Konferenz in Goyatz, bei der es im Kern um die künftige Entwicklung der Region ging, wartete Rainer Hilgenfeld auf eine Frage. Der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde Schwielochsee leitete die Veranstaltung mit anschließender Diskussion und bezog zuletzt selbst Position. Die Erkundungsbohrungen nach Erdöl und -gas in Guhlen machen nicht nur ihm Sorgen. Noch ist nicht klar, ob in der Region jemals einer der genannten Rohstoffe gefördert wird, doch Widerstand formiert sich mit einer Bürgerinitiative. Die Erkundung und mögliche Förderung sehe er als Gefahr für und Behinderung der touristischen Entwicklung, so Hilgenfeld. Er drängte auf eine einheitliche Positionierung in der Region.

Die Firma Cepetro ist ein kanadisches Unternehmen und erkundet zwischen Lübben und dem Schwielochsee die Fördermöglichkeiten für Erdöl. Zu Jahresanfang war eine weitere Erkundungsbohrung (Guhlen 1b) niedergebracht worden. Nun soll die Lagerstätte genauer untersucht werden. Danach sind Kurzzeit-Fördertests vorgesehen. „Wir sind davon überzeugt, dass eine Koexistenz von Erdöl- beziehungsweise Erdgasförderung und Tourismus im Feld Guhlen möglich ist“, sagt Sprecherin Katrin Schwede. „Hochmoderne, schallarme und emissionsfreie Anlagen und Technik zur Förderung, Aufbereitung und Transport von Erdöl und Erdgas“ ließen sich in das Landschaftsbild integrieren, ohne die Merkmale einer Region oder ihre touristische Entwicklung zu beeinträchtigen, sagt sie.

 Gegen die Bohrungen von CEP gibt es Protest. Eine Bürgerinitiative hat sich vergangenen Sommer gegründet.
Gegen die Bohrungen von CEP gibt es Protest. Eine Bürgerinitiative hat sich vergangenen Sommer gegründet. FOTO: Wiesner Steven
(is)