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| 01:03 Uhr

Tourismus ohne Barrieren

Lübben.. Hohe Bordsteinkanten, Treppen, zu schmale Türen – behinderte Menschen stoßen nicht selten auf für sie unüberwindbare Hindernisse. Was im Alltagsleben oft schon schwierig genug ist, setzt sich auch in der Freizeit und im Urlaub fort. Von Claudia Noatnick

Jeder fünfte Deutsche ist in irgendeiner Weise in seiner Mobilität eingeschränkt. Allein 550 000 Berliner und Brandenburger weisen einen Behindertengrad von über 50 Prozent auf. Wo sie Urlaub machen, hängt sehr entscheidend davon ab, welche Stadt, welches Hotel ihnen die Überwindung der Barrieren erleichtert. Doch Rampen oder Lifte für Rollstuhlfahrer sind auch heute nicht alltäglich.
„Zwar gibt es in Lübben keine extra Angebote für behinderte Menschen, aber in Sachen Tourismus hat sich schon einiges getan“ , sagt Steffi Noack von der Tourismus, Kultur und Stadtmarketing GmbH (TKS). Auf dem Lübbener Campingplatz gibt es behindertengerecht eingerichtete Bungalows, die TKS und das Museum verfügen über Rampen beziehungsweise einen Lift, so dass Rollstuhlfahrer ohne Probleme in die Gebäude gelangen können.
Das Hotel „Stephanshof“ gibt es ein rollstuhlgerechtes und zwei behindertengerechte Zimmer. „Da ist alles drin, was dazu gehört - alle erforderlichen Griffe, eine Dusche ohne Einstieg, verbreiterte Türen“ , so die Hotelchefin Bergit Stephan. „Wir haben schon richtige Stammgäste.“ Die Gäste wüssten, dass sie im „Stephanshof“ vom Parkplatz direkt in die Lobby, in den Speisesaal, das Restaurant und auf die Terrasse gelangen ohne große Barrieren überwinden zu müssen.
Als ein weiteres Paradebeispiel wird auch der Spreewaldkahn für behinderte Menschen angeführt. „Den behindertengerechten Kahn haben wir seit 1997/98“ , erzählt Steffi Noack. Fünf Rollstuhlfahrer, die mit Hilfe eines Liftes in den Kahn gehoben werden, haben darin Platz. Der Fährmann sei sehr flexibel und könnte auch kurzfristig Kahnfahrten anbieten. „Durch den rollstuhlgerechten Kahn erhalten behinderte Menschen auch die Möglichkeiten, an den Saisonhöhepunkten wie den Kahnnächten oder dem Kahnkorso teilzunehmen“ , sagt Steffi Noack.
Auch in der Stadt habe sich viel getan. Unter anderem wurden in der Hauptgeschäftsstraße die Bordsteine abgesenkt. „Behördengänge wurden behinderten Menschen erleichtert“ , so Steffi Noack. So sei zum Beispiel das Rathaus über eine Rampe zu erreichen. Bei einigen Gebäuden sei so etwas allerdings nicht machbar. „Das ist besonders bei historischen Gebäuden der Fall wie beim Wappensaal. Da kann einfach kein Aufzug oder eine Schräge errichtet werden“ , erläutert Steffi Noack. Behinderte Menschen seien hier nach wie vor auf die Hilfe ihrer Mitmenschen angewiesen.