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| 17:25 Uhr

Tourismus im Spreewald
Es zählt weiter Klasse statt Masse

Kahnfahren und Paddeln im Spreewald - der Tourismus in der Fließlandschaft ist gut aufgestellt. Die Übernachtungs- und Ankunftszahlen wachsen weiter. Um das auszubauen, setzt der Tourismusverband Spreewald auf Qualität.
Kahnfahren und Paddeln im Spreewald - der Tourismus in der Fließlandschaft ist gut aufgestellt. Die Übernachtungs- und Ankunftszahlen wachsen weiter. Um das auszubauen, setzt der Tourismusverband Spreewald auf Qualität. FOTO: www.spreewald.de
Lübben. Dank guter Qualität steigen die Übernachtungs- und Ankunftszahlen im Spreewald Von Ingvil Schirling

Gute Nachrichten für die Region: Der Tourismus im Spreewald ist weiter im Aufwind. Annette Ernst, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, hat jüngst die neuesten Zahlen vorgestellt. Unterschieden wird nach Ankünften und Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahr. Beide Maßzahlen wachsen, wenn auch im einstelligen Bereich. Konkret gab es 2017 bis einschließlich Juli rund 419 000 Übernachtungen und damit im Vergleich zum selben Zeitraum 2016 ein Plus von 3,2 Prozent. Die absolute Zahl lag damals bei rund 406 000 Ankünften.

Bei den Übernachtungen fällt das Plus etwas geringer aus. 1,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum übernachteten zwischen Januar und Juli 2017 im Spreewald.

Damit zählt die Fließlandschaft nach wie vor zu den besten drei Reiseregionen Brandenburgs, ordnet Annette Ernst ein. Bei den Ankünften liegt der Spreewald sogar auf Platz eins im Vergleich mit dem Ruppiner Seenland und dem Seenland Oder-Spree und weit über dem brandenburger Durchschnitt. Bei den Übernachtungen muss die Region dem Seenland Oder-Spree den Vortritt lassen, übertrifft den Landesdurchschnitt aber immer noch deutlich. Annette Ernst ist davon überzeugt, dass das auch an der angebotenen Qualität liegt - und das genau da auch noch mehr zu machen ist. „Wir wollen uns schon seit drei Jahren als Qualitätsregion für den gesamten Spreewald deutschlandweit anerkennen lassen, aber bisher waren die Kriterien noch nicht vorgegeben.“ Das sei inzwischen von „Servicequalität Deutschland“ geschehen, und nun soll das Projekt im ersten Quartal 2017 angegangen werden. „Wir haben super Voraussetzungen“, schätzt die Geschäftsführerin ein.

Der Aufbau eines Qualitätsmanagements, „um den Bedürfnissen der Gäste nachhaltig zu entsprechen“, bleibe ein Ziel. „Es bleibt auch bei dem Slogan ,Klasse statt Masse’“, bekräftigte sie vor Journalisten. Als neue, wichtige Zielgruppe seien vor diesem Hintergrund die sogenannten „Lohas“ ausgemacht. Das Kunstwort steht für Menschen, die auf Gesundheit und Nachhaltigkeit wert legen (englisch für Lifestyles of Health and Sustainability) - „und gutes Geld mitbringen“, wie Annette Ernst sagt.

Das Alter dieser Gruppe ist nicht das entscheidende Kriterium, auch wenn es bei 40 plus eingeordnet wird. Es geht auch nicht um Familien allein („Da ist Lübben Vorreiter, die anderen müssen nachziehen“, so Annette Ernst), sondern eher um die innere Einstellung von Qualitätsbewusstsein, Umweltschutz, Ruhe, Naturnähe, regionaler und hochwertiger Küche und ähnlichem.

Daher bietet der Tourismusverein auch diesen Winter von November bis März eine elfteilige Seminarreihe an. Drei der angebotenen Themen sind speziell für Führungskräfte - und die einzigen Termine, die noch nicht gut gebucht sind. Interesse bestehe aber, sagte Annette Ernst.

Die bisherigen Seminare hätten sich bewährt und kämen an, schätzt sie ein. 176 Teilnehmer zählte der Verband. Thematisch geht es diesen Winter um gutes Kommunizieren mit Gästen, Beschwerdemanagement, Strategien, um Kunden zu verblüffen und positiv zu überraschen sowie um wendisch/sorbische Kultur, damit die Anbieter auf Nachfrage auch aussagefähig sind. „Die ersten Termine sind schon ausgebucht“, so die Geschäftsführerin.

Auf dem Programm steht weiterhin, die Klassifizierung von Ferienwohnungen auszubauen. Mit Stand von September dieses Jahres seien im Spreewald 260 Ferienwohnungen, -häuser und -zimmer DTV-klassifiziert worden bei insgesamt 1245 in ganz Brandenburg, nannte sie Zahlen. DTV steht für Deutscher Tourismusverband. Unter den Hotels im Spreewald seien 28 nach Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) qualifiziert - von 167 in Brandenburg. 68 Betriebe seien mittlerweile durch die Aktion „Brandenburger Gastlichkeit“ ausgezeichnet worden, deren jüngste Preisverleihung in Lübben war.

Unter der großen Überschrift Qualität finden zudem seit 2015 wieder spezielle Führungen exklusiv für Anbieter touristischer Leistungen statt. „Wir haben große Resonanz“, schätzt Annette Ernst ein. An den bisher fünf Terminen hätten insgesamt 300 Fachleute aus touristischen Wirtschaftszweigen teilgenommen. Am 8. November geht es auf Tour, um die Angebote und Eigenschaften der Oberspreewald-Orte Straupitz und Neu Zauche zu entdecken, damit deren Reize den Gästen exakter und emotionaler vermittelt werden können. Die bisherigen Touren führten unter anderem nach Cottbus, Raddusch und in den Unterspreewald.

Zudem, schloss Annette Ernst, unterstütze man das Spreewälder Kulinarium. Die Broschüre gibt der Spreewaldverein heraus.