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| 16:56 Uhr

Tourismus im Spreewald
2018 wird ein mystisches Jahr

Goyatz. Im Ludwig-Leichhardt-Land wird an das Verschwinden des Australien-Forschers erinnert.

Von Ingrid Hoberg

Der Spreewald-Bahnhof in Goyatz (Schwielochsee) erstrahlt in diesen kalten Tagen besonders schön in der Wintersonne. Jana Lopper, Geschäftsführerin der Tourismus Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald ist froh, dass die letzten Malerarbeiten bereits Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen werden konnten und sich nun die TEG-Mitarbeiter in frisch renovierten Räumen auf die Vorbereitung der Saison konzentrieren können, die längst im Gange ist. Auch im Winter gibt es Touristen in der Region, die betreut werden - beispielsweise Wintercamper.

Das historische Bahnhofsgebäude war im vergangenen Jahr im April durch einen Brand erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden. „Wir sind dankbar, dass die Gemeinde Schwielochsee Geld zur Verfügung gestellt hat, so konnte im Zuge der Instandsetzungsarbeiten ein barrierefreies WC im Anbau installiert werden“, sagt Jana Lopper. Das habe bisher im touristischen Zentrum am Schwielochsee gefehlt.

Zu den Schwerpunkten, die die TEG in diesem Jahr bearbeiten wird, gehört das Thema Qualität - wie bei der Veranstaltung LR vor Ort im Juli 2017 in Straupitz in der Diskussion mit Einwohnern festgestellt worden war. „Es geht um die Verbesserung des Qualitätsstandards Service Q und die Zertifizierung Q-Stadt“, betont Jana Lopper. Bisher hätten sich zu wenige touristische Betriebe der Zertifizierung unterzogen. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den Anrainern verbessert werden. So soll es zur Schwielochsee-Konferenz, die im März in Friedland stattfindet, ein gemeinsames Printprodukt geben.

Und im Jahr 2018 wird im Ludwig-Leichhardt-Land an das Verschwinden des Naturforschers und Entdeckers vor 170 Jahren im australischen Outback erinnert. Amtsdirektor  Bernd Boschan, Vorsitzender des Ludwig-Leichhardt-Arbeitskreises, wird die Projekte vorstellen, die im Mystik-Jahr 2018 geplant sind. Dazu gehört die 8. Spreewälder Kirchennacht - eine mystische Wanderund durch die Kirchen. Diesmal ist die Marienkirche Zaue das Ziel. Dort ruht auf dem Kirchhof Leichhardts Lehrer Pfarrer Anton Friedrich August Rödelius (1779-1858). Er hatte Ludwig Leichhardt durch Privatunterricht auf den Besuch des Cottbuser Gymnasiums vorbereitet und ihn für die Beobachtung der Natur begeistert.

Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit sieht die TEG-Geschäftsführerin in der Unterstützung der INA GmbH. „Alle machen eine gute Arbeit auf ihrer Ebene“, betont Jana Lopper, beispielsweise im Rückblick auf den 3. Tag der Lieberoser Heide und das ehrenamtliche Engagement durch die Vereine. Die Internationale Naturausstellung sei die Chance für Lieberose. Während der Ideenbörse sind am vergangenen Samstag verschiedene Vorschläge diskutiert worden - vom Radweg auf der ehemaligen Kleinbahntrasse (zwischen der Rampe 6 und dem Lieberoser Stadtrand) bis zu den Lieblingsplätzen in der Heide.

Auseinandersetzen muss sich die TEG bei der Planung ihrer Angebote und Aktivitäten auch mit den Schwächen der Region. „Dazu gehört die Infrastruktur. Es fehlen beispielsweise Radwege“, sagt Jana Lopper. Gäste reisen mit dem Auto an, wollen dann aber die Region um den Schwielochsee mit dem Fahrrad erkunden. Und da kann das Amt Lieberose/Oberspreewald nicht punkten. So sind in den vergangenen 15 Jahren gerade einmal 1,6 Kilometer Radweg im Amtsgebiet neu gebaut worden. Darauf hatte Amtsdirektor Boschan bei LR vor Ort mit Nachdruck hingewiesen. Ein kleiner Abschnitt wird nun als Wirtschaftsweg ausgebaut, von den dringend erforderlichen Ortsverbindungen ist beim Land nicht die Rede.