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Theater und Musik in der Paul-Gerhardt-Kirche

Alexandra Noack (vorn) lädt die anderen jungen Leute ein, die Waleie auszuprobieren. Die Konzertreihe "Musikschulen öffnen Kirchen" am Freitagabend in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben setzte sich auch mit Traditionen der Sorben auseinander.
Alexandra Noack (vorn) lädt die anderen jungen Leute ein, die Waleie auszuprobieren. Die Konzertreihe "Musikschulen öffnen Kirchen" am Freitagabend in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben setzte sich auch mit Traditionen der Sorben auseinander. FOTO: asd1
Lübben. Diese Veranstaltung war erfrischend anders. Theater und Musik erlebt man nicht jeden Tag in einem Gotteshaus. asd1

Schon gar nicht von jungen Leuten vorgetragen, und das mit durchaus reifen Leistungen. "Musikschulen öffnen Kirchen" heißt die Konzertreihe, die jetzt zum zehnten Mal im Land Brandenburg stattfindet. Die Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben war am Freitagabend ein Auftrittsort.

Etwa 75 Besucher waren dabei. Sie ließen sich von der Fröhlichkeit der Akteure anstecken. 50 Protagonisten verschiedener Generationen gestalteten den Abend. Die Kooperation zwischen der Kreismusikschule Dahme-Spreewald und dem Paul-Gerhardt-Gymnasium in Lübben erwies sich erneut als Volltreffer. "Es ist eine tolle Gemeinschaftsarbeit", sagt die Musikschullehrerin Sylvia Hoffmann. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) Theater des Gymnasiums unter Leitung von Bärbel Wasternack tauchte mit ihrem Theaterstück tief in Traditionen und Bräuche des sorbischen Lebens ein. Eierwalen und Spinnen gehören ebenso dazu wie die Sagenfiguren Mittagsfrau und Wassermann. Mitglieder der Theater-AG schlüpften in die jeweiligen Rollen. Sie präsentierten die Figuren amüsant. Das Publikum honorierte jeden Auftritt mit viel Beifall. Der Funke der Begeisterung war längst übergesprungen. Dafür sorgte auch die Instrumentalgruppe unter Leitung der Musiklehrerin Katrin Birke. Die Veranstaltung war eine Zeitreise von den Anfängen der Sorben bis zur Zeit der Reformation. Entsprechend erklang auch barocke Musik, wurden Texte jener Zeit vorgetragen. Die Schülerinnen Sandra Lehmann, Josyane Blumenberg, Johanna Burisch, Alexandra Noack und Felicitas Klinkmüller setzten sich singend und sprachlich damit auseinander. Auch Lieder von Paul-Gerhardt waren zu hören. Der Chor "SongArt" unter Leitung von Sylvia Hoffmann sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss des Konzerts. "Wippen sie ruhig mit", lud sie das Publikum ein. Die Zuhörer hatten sichtlich Spaß. Sie erklatschten sich nach etwa 80 Minuten noch eine Zugabe. "Halleluja" war der emotionale Schlusspunkt unter ein durchweg gelungenes Konzert. Der Erlös des Abends ist für die Sanierung des Altars, der Kanzel und des Taufsteins in der Paul-Gerhardt-Kirche in Lübben bestimmt, sagt Gemeindepädagogin Frauke Fischer.