(kkz) Die Orte Mochow und Waldow liegen keine vier Kilometer voneinander entfernt. Ein Waldgebiet trennt beide. Ein schmaler, asphaltierter Weg führt dort hindurch. Er ist seit fünf Jahren als Fahrradstraße beschildert, gibt Kreissprecher Bernhard Schulz die Aussage der Straßenverkehrsbehörde weiter. Zusätzlich zu den Radfahrern dürfen Pkw sowie land- und forstwirtschaftlicher Verkehr die Straße nutzen. „Dabei ist jedoch eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h einzuhalten“, sagt Schulz.

„Ohne Rücksicht auf Verluste“

Aber die Autofahrer halten sich nicht daran, beschwert sich eine Mochowerin am Lesertelefon der RUNDSCHAU: „Sie fahren ohne Rücksicht auf Verluste.“ Stoßzeit sei vormittags. Über Mittag sei Flaute, bevor es am Nachmittag wieder los geht. Die Radfahrer seien völlig ungeschützt, bemängelt die Seniorin. Da sie selbst schlecht sieht, leide sie zusätzlich unter den zu schnell fahrenden Autos. Deshalb wünscht sich die Dame zusätzliche verkehrsberuhigende Maßnahmen. „Würde ein Blitzer aufgestellt, wäre der Ort reich“, sagt sie.

Aus Sicht der Polizei stellt die Fahrradstraße zwischen Mochow und Waldow kein Problem dar. „Beim Unfallgeschehen spielt die Straße keine Rolle“, sagt Polizeisprecherin Ines Filohn. „Nur einen Unfall hat es dort in den zurückliegenden Jahren gegeben. 2015 kollidierte ein Pkw mit einem Wildtier.“ Filohn plädiert für gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Pkw und Fahrradfahrern. Verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Bodenschwellen könnten nur von der für die Straße verantwortlichen Gemeinde in Abstimmung mit dem Straßenverkehrsamt des Kreises angebracht werden, so Filohn.

Das Problem ist bekannt

Amtsdirektor Bernd Boschan sind die Sorgen der Anwohner bekannt. Seitdem es die Fahrradstraße gibt, gebe es immer wieder Hinweise, dass dort zu schnell gefahren wird, bestätigt er. Genauso regelmäßig trägt er das Problem an die Polizei heran. Die führe Kontrollen durch und „zieht die Rowdys zur Verantwortung“, sagt Boschan. „Es spricht sich herum und wirkt für einige Zeit.“ Boschan deutet an, dass es wohl wieder Zeit für stärkere Kontrollen sei. Denn meist führen Einheimische zu schnell, seltener Gäste. Als verkehrsberuhigende Maßnahme und um den besonderen Charakter der Fahrradstraße kenntlich zu machen, haben die Gemeinden bereits am jeweiligen Beginn des Weges eine Bremsschwelle installiert, erklärt der Amtsdirektor von Lieberose/Oberspreewald.

Grundsätzlich hält er die Beschilderung des Verbindungsweges zwischen Mochow und Waldow als Fahrradstraße immer noch für die beste Lösung. Andere Varianten mit Geschwindigkeitsbeschränkungen zeigen in anderen Orten wenig Wirkung. Der befestigte Wirtschaftsweg erlaubt es ganzjährig mit dem Rad zwischen Waldow und Mochow unterwegs zu sein. Zuvor wurde der vorhandene Sandweg bei der Holzabfuhr genutzt und von den schweren Fahrzeugen völlig zerfahren. Für die Errichtung der Wirtschaftsstraße gab es Fördermittel, außerdem kooperierten für das Projekt die beiden Gemeinden Spreewaldheide und Schwielochsee miteinander, zu denen Waldow und Mochow gehören.