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Schulentwicklung
Tauziehen um Groß Köris geht weiter

Lübben/Groß Köris. Kreistag macht sich erneut für Abi-Stufe stark. Doch an den Zahlen hängt die Genehmigung des Ministeriums.

Mit einem Ergänzungsantrag hat sich der Kreistag Dahme-Spreewald erneut für die Erweiterung der Grund- und Oberschule Schenkenland in Groß Köris um eine Abiturstufe stark gemacht. Als Hauptargument gilt die Stärkung des ländlichen Raumes. Die Erweiterung des Schulstandortes würde bedeuten, dass Kinder aus der Mitte des Landkreises, die Abitur machen wollen, nicht mehr so weite Fahrzeiten haben. Die Idee gilt als unstrittig. Ein gemeinsamer Antrag von SPD/Grüne, CDU/Bauern/FDP, Die Linke und UBL/Wir für KW wurde am Mittwoch einstimmig verabschiedet.

Vorausgegangen war ein teils schwieriges Ringen um Formulierungen, die von allen getragen werden konnten.

Schon im Juli hatte sich der Kreistag für die gymnasiale Oberstufe (Gost) in Groß Köris ausgesprochen. Die Formulierungen in der Schulentwicklungsplanung, die dabei verabschiedet wurde und danach vom Bildungsministerium als genehmigender Behörde geprüft wurde, blieben allerdings unverändert. „Aus schulplanerischer Sicht kann jedoch derzeit der geordnete Schulbetrieb (...) nicht nachgewiesen werden“, heißt es darin. Das bedeutet: Die vorliegenden Schülerzahlen waren damals zu gering - nach wie vor der Knackpunkt in der ganzen Debatte. „Es werden allerdings steigende Schülerzahlen erwartet, so dass ein jährliches Monitoring erfolgen soll“, hatte die Verwaltung damals die Tür weit aufgemacht für Veränderungen. „Bei Bedarf wird die Schulentwicklungsplanung für das Amt Schenkenländchen (...) vorzeitig fortgeschrieben.“

Die Groß Köriser wiederum argumentieren in der Hauptsache genau anders herum: So lange das Angebot nicht Schwarz auf Weiß festgeschrieben sei, würde es deutlich schwieriger sein, verlässliches Interesse zu finden und damit die Bedarfszahlen nachzuweisen.

Davon unabhängig hatte das Amt Schenkenländchen nochmals Zahlen vorgelegt. Ein vergleichender Blick in die Schulentwicklungsplanung vom Juli zeigt: Dabei wurden vor allem die Übergangsquoten von anderen Schulen deutlich höher bewertet als bisher. Darum soll - und wird - es nun zunächst in einem Fachgespräch mit dem staatlichen Schulamt gehen. Geprüft werden muss dabei auch, was dies für die umliegenden Schulen bedeuten würde.

Im nächsten Schritt soll - dem im Kreistag gefassten Ergänzungsbeschluss zufolge - die Schulentwicklungsplanung nochmals überarbeitet, beschlossen und eingereicht werden.

Unterm Strich stehen die Pläne für eine Abiturstufe in Groß Köris trotz des starken Votums im Kreistag weiterhin eher auf Messers Schneide. So sehr sie gewünscht werden, so eindeutig muss vor dem genehmigenden Bildungsministerium der Bedarf, also die ausreichende Schülerzahl, hieb- und stichfest nachgewiesen werden.

Bei allem Druck, der in der Debatte entstanden ist, ist aber auch eines Fakt: Die Einwohnerzahlen in Dahme-Spreewald steigen. Die Mitte des Landkreises wird zum begehrten Zuzugsgebiet aus dem Berliner Raum. Das bedeutet, dass ebenso die Schülerzahlen anwachsen werden.

Darin liegt der Hoffnungsschimmer für Groß Köris.