ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:00 Uhr

Lübben
Tausende wollen Giesinger hören

Der Liedermacher Max Giesinger sang am Pfingstsonntag auf der Schlossinsel in Lübben. Etwa 3500 Besucher waren dabei und wollten ihn unbedingt hören. Das „Summer Islands Open-Air“ fand zum dritten Mal statt.
Der Liedermacher Max Giesinger sang am Pfingstsonntag auf der Schlossinsel in Lübben. Etwa 3500 Besucher waren dabei und wollten ihn unbedingt hören. Das „Summer Islands Open-Air“ fand zum dritten Mal statt. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Das „Summer Islands Open-Air“ hat diesmal viele Familien angelockt.

Das war doch mal ein Pfingstsonntag: Tausende sind zur Schlossinsel in Lübben gepilgert. Zum dritten Mal fand dort das „Summer Islands Open-Air“ statt. Nach „Gestört aber geil“ vor zwei Jahren und Matthias Reim im vergangenen Jahr präsentierte sich nun Max Giesinger. Der Liedermacher stand nicht allein auf der Bühne. Die Band „Vor Rotterdam und die junge Musikerin „LOTTE“ heizten dem Publikum vorab ein.

Etwa 3500 Besucher hat das Open-Air Konzert nach Veranstalterangaben diesmal auf die Schlossinsel gelockt. Und die mussten sich in Geduld üben. Eineinhalb Stunden, manche sogar noch länger, standen Besucher an, um in den Festbereich zu gelangen. Die Schlangen vor dem Einlass auf der Brücke bei „Gurken-Paule“ reichten bis fast zum Kreisverkehr auf der einen und dem Schloss auf der anderen Seite.

Der Ernst-von-Houwald-Damm wurde zur Wartezone. Dass nur eine Kontrollstelle eingerichtet wurde, erwies sich als Nadelöhr und damit als Problem. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass das Gros der Besucher innerhalb eines so engen Zeitfensters auf die Schlossinsel will“, sagt der Veranstalter André Matthes vom Club Bellevue in Lübben. „Das war jetzt erstmals der Fall. Wir haben auf die Situation reagiert und einen zweiten Eingang geöffnet. Das hat die Lage entspannt. Diese Erfahrungen werden wir das nächste Mal berücksichtigen.“

Überrascht war er auch von der großen Zahl der Kinder, die das Konzert besucht haben. Nachwuchs unter 14 Jahre hatte freien Eintritt. Auch das, und natürlich die Auswahl der Künstler, führte dazu, dass viele Familien das Open-Air Konzert quasi als Pfingstausflug nutzten und es sich mit Decken auf der Wiese am Hang bequem gemacht hatten.

„Wir haben das Konzert mit einem Kurzaufenthalt im Spreewald verbunden“, erzählt Laura Wiesner aus Sachsen. „Meine Kinder waren ganz aufgeregt, Max Giesinger zum ersten Mal live zu erleben.“

Bis etwa 22.15 Uhr mussten die Besucher auf den Liedermacher warten. Als sich dann endlich der Vorhang öffnete, gab es kein Halten mehr. Die Kinder in der ersten Reihe kreischten, die etwas Größeren weiter hinten reckten ihre Arme in Richtung Himmel. „Hallo ihr da links und ihr da rechts und ihr in der Mitte“, ruft Giesinger den Tausenden vor der Bühne zu. Die Massen johlen.

Der Liedermacher weiß, wie er die Besucher für sich gewinnt. Er setzt sogar noch einen drauf, steigt kurzerhand von der Bühne, klettert über die Absperrung und mischt sich mitten unter das Publikum. Man sieht ihn nicht mehr, hört allerdings am jeweiligen Lärmpegel wo er sich etwa befinden könnte.

„Ist das geil“, ruft eine Frau Anfang 20, die gerade mit Max Giesinger abgeklatscht hat. Drei, vier Minuten dauert sein Bad in der Menge, dann steht er wieder auf der Bühne und singt.

„Wenn sie tanzt“ ist einer jener Titel, die emotional besonders berühren. Das Publikum ist textsicher, singt lautstark mit: „Und wenn sie tanzt, ist sie wo anders...“

Getanzt wurde auf der Schlossinsel tatsächlich. Nicht vor der Bühne-da war es viel zu eng – dafür aber weiter hinten, da wo die standen, die in Ruhe etwas trinken, sich mit Freunden treffen und der Musik lauschen wollten. So wie Heike Richter aus Cottbus, die sich mit „ein paar Mädels einen schönen Abend“ gemacht hat. Ihr Fazit: „Das lange Warten am Einlass hat sich gelohnt. Max Giesinger ist schon cool.“

Der Liedermacher singt nicht nur für sein Publikum, er bezieht es aktiv mit ein: „Die Hände zum Himmel und alle mitgeklatscht.“ Auch zum Wechselgesang animierte er die Besucher: „Heho; Heheho.....“ Das Konzert steuerte auf seinen Höhepunkt zu. Als schließlich „80 Millionen“ erklang – einer der populärsten Lieder der Fußball-Europameisterschaft 2016 — war es fast schon Mitternacht. Neben der gesungenen hatte Max Giesinger auch noch eine gesprochene Liebes-Botschaft für die Besucher vor allem aus dem Spreewald: „Hier kann man so wunderbar entspannen. Ich weiß gar nicht, warum ich noch nie in Lübben war.“ Seine Premiere dürften wohl die meisten der Besucher in guter Erinnerung behalten.