ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 00:00 Uhr

Talsohle bei Preisen für Grundstücke scheint erreicht

Das Gewerbegebiet im Lübbener Osten bietet Platz für Ansiedlungen. Die Preise für Grundstücke auf derartigen Flächen sind im Landkreis Dahme-Spreewald stabil geblieben. Das hat die Auswertung der Verkäufe im vergangenen Jahr durch den Gutachterausschuss für Grundstückswerte ergeben.
Das Gewerbegebiet im Lübbener Osten bietet Platz für Ansiedlungen. Die Preise für Grundstücke auf derartigen Flächen sind im Landkreis Dahme-Spreewald stabil geblieben. Das hat die Auswertung der Verkäufe im vergangenen Jahr durch den Gutachterausschuss für Grundstückswerte ergeben. FOTO: Roland Hottas
„Wir teilen den Optimismus der Berliner, dass die Talsohle bei den Grundstückspreisen erreicht ist und es wieder aufwärts geht“, hat der Leiter des Katasteramtes des Landkreises Dahme-Spreewald, Jürgen Kuse, während eines Pressegesprächs gesagt. Aus 2500 Kaufverträgen des Jahres 2006 ermittelten die Experten des Gutachterausschusses für Grundstückswerte jetzt 352 Bodenrichtwerte. Fazit: 79 Prozent aller Preise blieben unverändert, bei sieben Prozent ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Von Uta Schmidt

Auch wenn im Vergleich zum Jahr 2005 zehn Prozent weniger Kaufverträge im Landkreis abgeschlossen und ausgewertet wurden, blieb der Gesamtumsatz annähernd gleich, erläuterte Kuse. Für ihn seien diese Zahlen aber nur ein Anzeichen dafür, dass langsam eine Konsolidierung auf dem Grundstücksmarkt einkehrt. Auch das Ansteigen der Mieten könnte sich nun positiv auf den Grundstückmarkt im Landkreis auswirken.
"Im Speckgürtel rund um Berlin ist aber nach wie vor mehr Bewegung als im Süden", so Kuse. Spitzenreiter unter den bevorzugten Wohnlagen im Landkreis sei die Seeufernähe in Zeuthen, wo Käufer bis zu 220 Euro für einen Quadratmeter Bauland berappen würden. Auch in Schönefeld-Großziethen und Königs Wusterhausen seien die Preise in bestimmten Wohngebieten auf 170 Euro geklettert. Selbst im Amt Schenkenländchen hätten die Preise für Grundstücke in Wassernähe leicht angezogen, während in Bestensee und Eichwalde insgesamt ein fünf- bis zehnprozentiger Rückgang zu verzeichnen sei.
"Wie in den Vorjahren zeigte sich der äußere Entwicklungsbereich sehr stabil mit nur wenigen Veränderungen", informierte Kuse. Im Süden des Landkreises würden die Quadratmeterpreise bis zu 60 Euro in Lübben und 45 Euro in Luckau reichen. Doch ließen sich in etlichen dörflichen Wohnlagen nur fünf Euro erzielen. Die geringsten Bodenpreise würden beispielsweise in Schiebsdorf, Zützen oder Falkenhain mit fünf Euro ausgewiesen.
Gibt es laut Kuse ebenso bei der Bewertung von Gewerbeflächen keine größeren Veränderungen - Gewerbegrundstücke können in Lübben-Ost mit zwölf Euro oder Alteno mit fünf Euro pro Quadratmeter erworben werden -, so registrierten die Gutachter bei den forstwirtschaftlichen Bodenrichtwerten aufgrund des wieder in den Fokus gerückten Holzpreises Steigerungen von bis zu 50 Prozent. Auch wenn bei zehn Cent pro Quadratmeter Wald im Amt Lieberose noch keine Sprünge zu machen sind, sei dort viel Bewegung im Spiel. "Die Märkische Kiefer ist wegen ihrer Zusammensetzung im Holzhandel sehr beliebt. Verkaufsanzeigen von Waldflächen werden deshalb immer differenzierter formuliert", stellte der Amtsleiter fest.
Am 26. Januar hatte der Gutacherausschuss für Grundstückswerte im Landkreis zum Stichtag 1. Januar für alle 2006 abgeschlossenen Kaufverträge für baureifes Land sowie land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen die aktuellen Bodenrichtwerte ermittelt. Der Bodenrichtwert ist ein durchschnittlicher Lagewert des Bodens für Grundstücke, die im Wesentlichen gleichen Nutzungs- und Wertverhältnissen unterliegen. Seit dem Jahr 1995 weist der Gutachterausschuss über eine Bodenpreisindexreihe die Entwicklung der Bodenwerte im engeren Verflechtungsraum um Berlin nach. Seitdem gab es ein kontinuierliches Abrutschen der Grundstückswerte von 100 auf 67,6 Prozent. Erst seit dem vergangenen Jahr ist eine Stabilisierung des Niveaus erkennbar.
Interessant dabei ist, dass die Planungssicherheit zum Ausbau des Flughafens Berlin Brandenburg International in Schönefeld dem Markt bisher keine große Impulse verlieh. Auch der oft beschworene dramatische Grundstückswerteverlust in den Gemeinden des Flughafenumfeldes blieb bislang aus.

Zum Thema Karte noch im Druck
 Die Bodenrichtwertkarte, in der alle Werte im Landkreis dargestellt sind, befindet sich zurzeit noch im Druck und wird im März erwartet. Sie kann in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses in Lübben, Reutergasse 12, unter E-Mail-Bestellung gaa@dahme-Spreewald bzw. Tel 03546/20 27 58 gegen eine Gebühr von 30 Euro erworben werden.