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| 15:34 Uhr

Wirtschaft
Syrischer Ingenieur mit deutscher Berufsausbildung

 Hussain Hamki „unter Beobachtung“ von Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, und Thomas Audien, Geschäftsführer der se.services GmbH.
Hussain Hamki „unter Beobachtung“ von Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg, und Thomas Audien, Geschäftsführer der se.services GmbH. FOTO: HWK
Schulzendorf. Hussain Hamki ist „Lehrling des Monats“ der Handwerkskammer Cottbus.

Hussain Hamki hat in seiner Heimat Elektrotechnik studiert. Als er 2015 nach Deutschland kam, konnte er diesen Beruf mit seinem Abschluss nicht ausüben. Um dennoch auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, hat er sich für eine Ausbildung zum Elektroniker entschieden, die er seit 2017 bei der se.services GmbH absolviert. In diesem Monat wurde er als „Lehrling des Monats“ von der Handwerkskammer Cottbus ausgezeichnet.

„2015 kam ich nach Deutschland und wollte hier ebenfalls als Ingenieur arbeiten. Leider ist die Praxis eine andere, und auch meine Deutschkenntnisse reichten dafür noch nicht aus“, erinnert sich der 29-Jährige. Die Lösung war eine Berufsausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. „Ich hatte ganz in der Nähe eine Wohnung gefunden, den Tipp mit der se.services GmbH gab mir ein Freund. Mein Versuch, mit dem Firmenchef in Kontakt zu treten, hat sofort geklappt“, berichtet Hussain Hamki.

„Die ersten sechs Monate waren schwierig, alles erschien mir sehr kompliziert. Die Begriffe, Normen der Elektrobranche, die andere Mentalität, neue Kollegen. Mein Ausbilder hat mir geholfen und mich perfekt unterstützt. So ging es schließlich voran.“

„Wir haben die Chance, Fachkräfte aus anderen Ländern ohne Vorbehalte zu integrieren und gleichzeitig ist es ein interessanter Beitrag zu unserer Unternehmenskultur“, sagt Ausbilder und Geschäftsführer Thomas Audien und ergänzt: „Wichtig sind ein berufsbezogener Sprachkurs und bezahlbarer Wohnraum. Nur so können sich Menschen im Unternehmen verständigen und sozial integrieren.“

Mittlerweile spricht Hussain Hamki sehr gut Deutsch und ist der beste Auszubildende in der Berufsschule. Mit seiner Frau und seiner zweijährigen Tochter lebt der Syrer in Eichwalde. „Gerade mache ich noch die Fahrschule. In Syrien braucht man eigentlich kein Auto. Doch hier ist ein Führerschein vorteilhaft, um zu den wechselnden Baustellen zu gelangen. Bisher helfen mir die Kollegen und nehmen mich mit.“