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| 15:32 Uhr

Fünf-Stunden-Konzert mit Campingplat-Flair
Fans pilgern zu Summer Islands

 Camping-Atmosphäre auf der Schlossinsel. Das Konzert am Samstag in Lübben war auch gut aus der Entfernung zu verfolgen.
Camping-Atmosphäre auf der Schlossinsel. Das Konzert am Samstag in Lübben war auch gut aus der Entfernung zu verfolgen. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Kerstin Ott, Alexander Knappe und Matthias Reim rocken Schlossinsel vor tausenden Gästen. Von Andreas Staindl

Summer Islands Open Air bleibt ein Renner. Tausende sind am Samstag auf die Schlossinsel in Lübben gepilgert. Sie wollten Kerstin Ott, Alexander Knappe und Matthias Reim auf der Bühne erleben. Die Sängerin eröffnete den Abend pünktlich zu Konzertbeginn um 19 Uhr. Schon da drängten sich die Besucher vor der Bühne. Ohnehin war nur noch wenig Grün auf dem Festivalgelände zu sehen. Stattdessen Besucher so weit das Auge reichte.

Die Veranstaltung war seit langem ausverkauft. Das spricht für die Qualität der Künstler, deren Beliebtheit, aber auch für die besondere Atmosphäre auf der Schlossinsel. Das Areal im Herzen der Kreisstadt ist ideal für Musikveranstaltungen. Man kann vor die Bühne, muss aber nicht. Dank terrassenförmigem Gelände haben Besucher die Bühne auch von weiter weg gut im Blick.

Diejenigen, die ganz vorn standen, das waren auch die, die fast jedes Lied mitsingen konnten, die ihr singendes Idol fest im Herzen tragen. Kerstin Ott hat sich längst in die Herzen vieler Menschen gesungen. Der Durchbruch ist ihr mit dem Titel „Die immer lacht“ gelungen. Inzwischen sind ihr weitere Ohrwürmer gelungen. Und natürlich hat sie diese auch am Samstag in Lübben gesungen. „Herzbewohner“ etwa war zu hören, auch „Regenbogenfarben“. Die Texte haben Tiefgang, lassen sich leicht mitsingen. Kerstin Ott verstand es auch am Samstag hervorragend, das Publikum zu begeistern. Rund 45 Minuten gehörte ihr die Bühne. Ihre ganz harten Anhänger wollten sie natürlich noch nicht gehen lassen. Doch zwei weitere Künstler warteten noch auf ihren Auftritt.

Alexander Knappe war als Zweiter dran. Der 34-Jährige stammt aus der Region, ist in Guben geboren und in Cottbus aufgewachsen, genoss also Heimvorteil. Passend dazu stieg er auch ins Programm ein, sang: „Weil ich wieder zu Hause bin“. Auch hier das gleiche Spiel wie bei Kerstin Ott. Die ganz „Harten“ kennen den Text natürlich, singen lautstark mit. Knappe gibt alles, erzählt auch aus seinem Leben, bringt immer wieder die Lausitz als seine Heimat ins Gespräch. Und dass er Energie Cottbus mag, dem Fußballverein auch nach dem Abstieg in die Regionalliga die Treue hält, das machte der Sänger am Samstag in Lübben deutlich: „Unsere Liebe kennt keine Liga“. Das Publikum reagierte, wenn auch nicht unbedingt euphorisch.

Etwas mehr als eine Stunde rockte Alexander Knappe die Bühne, ehe er die Besucher zum Abschied fragte: „Hat´s Euch gefallen?“ Die Antwort kam prompt und unmissverständlich: „Ja.....“ Kurze Umbauphase für den, auf den wohl die meisten Besucher warteten-auf „Matze“, wie er liebevoll angekündigt wurde. Also Zeit, sich am Imbiss zu versorgen. Schlange stehen war angesagt – dort und an den benachbarten Dixi-Klos. Die Besucher nahmen es gelassen. Warum Hektik, wenn der Abend doch so schön ist. Zahlreiche Paare tanzen in der Pause zu Schlagermusik aus der Konserve. Das geht hervorragend auch auf dem Rasen. „Cordula Grün“ von der Gruppe „Die Draufgänger“ lockte dann sogar Leute hoch und animierte sie zum mittanzen und -schunkeln, die die übrige Zeit gelassen auf ihren Decken weit weg von der Bühne gesessen oder gelegen haben. Überhaupt hatte der Bereich an der höchsten Stelle der Schlossinsel etwas von Camping. Besucher haben dort Decken ausgebreitet, es sich auf Camping-Stühlen bequem gemacht, mit kühleM Getränk in der Hand das schöne Wetter genossen. Es hatte was von Familienausflug, denn auch viele Kinder waren dabei.

Dann endlich, so gegen 21:45 Uhr, betrat er die Bühne und wurde mit viel Beifall begrüßt. Matthias Reim kennt das von seinem Auftritt vor zwei Jahren an gleicher Stelle. Und irgendwie passend dazu dann sein erstes Lied des Abends: „Hallo, ich möchte gern wissen wie´s Dir geht“. Zeilen dieses Lieds könnten extra für Lübben geschrieben sein: „Okay, ich habe oft an Dich gedacht“ oder „Ich hab Dich manchmal sehr vermisst“. Eine Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruht. Das geben die Besucher zumindest im Bühnenbereich dem Sänger zu verstehen. Und der legt gleich nach: „Ich hab´ mich so auf Dich gefreut.“ Das Lied ist fast 30 Jahre alt, hat jedoch von seiner Faszination offenbar nichts verloren.

Auch Samstagnacht in Lübben wurde kräftig mitgesungen. Matthias Reim hatte seine bekannten Titel, aber auch neue Lieder dabei. Und er weiß natürlich, was sein Publikum hören will: „Guten Abend Lübben. Ich freue mich, dass ich hier bin, und das Ihr hier seid.“ Die Stimmung ist jetzt auf dem Höhepunkt. Irgendwann nach einer kurzen Pause fragt der Sänger sein Publikum: „Geht’s Euch gut?“ Die Antwort war eindeutig und nicht zu überhören. Rund fünf Stunden haben er und seine beiden Musikerkollegen die Schlossinsel Samstagnacht gerockt.