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Streifzug durch Spreewälder Brauchtum und Handwerk

Der Auftritt der Trachtentanzgruppe war nur ein Programmpunkt von vielen, der die Besucher in Straupitz beeindruckte.
Der Auftritt der Trachtentanzgruppe war nur ein Programmpunkt von vielen, der die Besucher in Straupitz beeindruckte. FOTO: Jürgen Harnath/Jhh1
Straupitz. Seit 24 Jahren gibt es ihn nun schon, den Straupitzer Johannismarkt. Was damals klein begann, hat sich inzwischen zu einem der größten Volksfeste in der Lausitz entwickelt. Jhh1

Es zieht jährlich tausende Gäste aus nah und fern an. Lag die Organisation bis vor vier Jahren in den Händen des Heimat- und Fremdenverkehrsvereins und der Gemeinde, fand man mit der "spreewald promotion" unter Leitung von Olaf Döbel einen kompetenten Partner.

Dazu Vereinsvorsitzende Bärbel Scherbatzki: "Im Laufe der Jahre hat sich der Johannismarkt sehr verändert. War es früher eher ein Markt, so spielt heute das Kulturelle eine wesentlich größere Rolle. Allein hätten wir als Gemeinde und Fremdenverkehrsverein das in dieser Art und Weise nicht mehr allein stemmen können." Dank der "spreewald promotion" würden Künstler in Straupitz auftreten, die in ganz Deutschland und darüber hinaus bekannt sind.

Neben dem kulturellen Programm kam auch beim diesjährigen Johannismarkt natürlich das traditionelle Handwerk und das Spreewälder Brauchtum nicht zu kurz. An zahlreichen Ständen zeigten Handwerker ihr Können. Auch das Kunsthandwerk lockte viele Gäste an und lud zum Schauen und Kaufen ein. Es wurden auf dem Markt auch erfreulich viele regionale Produkte angeboten. Da durfte das Leinöl aus der Straupitzer Holländermühle nicht fehlen.

Für Landtechnikfreunde standen wieder Landmaschinen und Traktoren aus den letzten Jahrzehnten bereit. So mancher Oldtimer regte zum Fachsimpeln an. Das Team des Historischen Kornspeichers bot an seinen Ständen frisch gebacken Kuchen und hausgemachten Likör an. Aber auch manches Wissenswerte über das historische Gebäude war zu erfahren.

Das umfangreiche Kulturprogramm begann am Samstag mit einem Frühschoppen der Niewitzer Blasmusik und "Günni, dem singenden Spreewaldwirt". Höhepunkte am Samstag waren zweifellos die Auftritte der Trachtengruppe Straupitz und der Rope Skipper. Sie sorgten für wahre Begeisterungsstürme bei den zahlreichen Besuchern. So wie bei Karin und Steffen Seitbach aus der Nähe von Wiesbaden (Hessen). Sie waren schon oft im Spreewald, aber noch nie auf dem Johannismarkt. "Wir haben schon viele Trachtentanzgruppen gesehen, aber das hier ist einzigartig, einfach toll." sagte Karin Seitbach. "Ich hätte in diesem kleinen Ort nie so eine sportliche Höchstleistung erwartet", kommentierte Steffen Seitbach den Auftritt der Rope Skipper.

Stargast am Samstag war Country Queen Linda Feller. Auch sie sorgte für ausgelassene Stimmung. Am Abend konnten die Straupitzer und ihre Gäste bei einer DJ-Tanzparty bis in die späten Abendstunden feiern. Der Sonntag begann mit dem traditionellen Festgottesdienst, danach stellte Leinöl-Fee Yvonne Schulz Regionale Hoheiten vor. Zehn gekrönte Häupter waren in diesem Jahr der Einladung nach Straupitz gefolgt. So zum Beispiel das Burger Wendenkönigspaar, die Peitzer Teichnixe oder auch die Forster Rosenkönigin. Am Nachmittag gab es beste Unterhaltung mit den Niewitzer Blasmusikanten und dem "Schlagertraumschiff" von Schlagersänger Peer Reppert. Den Abschluss bildete der traditionelle Kahncorso.