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Streifzug durch 150 Jahre Byhlegurer Schulhistorie

Die Ausstellung in der alten Stube des ehemaligen Schulgebäudes weckt viele Erinnerungen. Vor nunmehr schon 150 Jahren wurde der Grundstein für das Objekt gelegt.
Die Ausstellung in der alten Stube des ehemaligen Schulgebäudes weckt viele Erinnerungen. Vor nunmehr schon 150 Jahren wurde der Grundstein für das Objekt gelegt. FOTO: Andreas Staindl
Byhleguhre. Vor 150 Jahren wurde der Grundstein des Schulgebäudes in Byhleguhre (Lieberose-Oberspreewald) gelegt. Dieses besondere Jubiläum wurde kürzlich gefeiert. asd

Eine unterhaltsame Bildungsreise erinnerte an die Schulvergangenheit des Gebäudes. Mädchen und Jungen des "Kids Club" des Orts sind in die Rollen früherer Schüler geschlüpft. Die Sozialarbeiterin Anke Schönmuth hatte mit den Kindern die Vergangenheit aufgearbeitet. "Dass sich der Nachwuchs in der Freizeit mit der Schulgeschichte beschäftigt, ist nicht selbstverständlich", lobte die ehrenamtliche Bürgermeisterin Jutta Vogel (Die Linke) das Engagement. "Ohne Anke Schönmuth wäre die Idee nicht umgesetzt worden."

Wie war das damals, als Stillsitzen und höflich antworten noch Teil des Unterrichts und der Lehrer eine Respektperson war, es noch den Rohrstock zur Züchtigung gab? Oder als Schulkinder fleißig Schrott gesammelt hatten, weil Martin der Hochofen "Futter" brauchte. Altstoffsammeln war ein Pionierauftrag. Das und vieles andere brachten die Mitglieder des Kids Club den zahlreichen Gästen in Erinnerung. Auch, wie sich Pioniere und Mitglieder der Freien Deutschen Jugend (FDJ) begrüßten, dass sie blaue und rote Halstücher sowie weiße und blaue Blusen trugen. Schulgartenunterricht und Handarbeit waren einst fester Bestandteil in der Schule.

Von sportlichen Erfolgen wurde am Sonntag ebenfalls berichtet. Etwa davon, dass ein gewisser Heinz Lehmann vor Jahrzehnten einen Rekord im Schlittschuhlaufen aufgestellt hatte, der vielleicht noch heute Bestand hat, wie Monika Schernikau von der Organisationsgruppe des Fests spekuliert. Sie und Brigitte Groß haben in Vorbereitung des 150. Geburtstags fleißig recherchiert, das Wissen älterer Bürger zusammengetragen, Fotos und Dokumente gesammelt und das historische Material in einem kleinen Heft veröffentlicht.

Auch Einschulungsfotos sind darin zu sehen. Das älteste stammt von 1926. 1977 wurde die Schule in die Polytechnische Oberschule (POS) im benachbarten Straupitz eingegliedert. Dennoch wurde in dem Jahr letztmalig eine erste Klasse in Byhleguhre eingeschult, die zwei Schuljahre dort verblieb. "In Straupitz war nicht genügend Platz", wie Jutta Vogel erzählt.

An die Geschichte der Bildungseinrichtung in Byhleguhre erinnert nicht nur das Festheft, sondern auch die Ausstellung mit zahlreichen Exponaten in der alten Schulstube. Nach Ende des Schulbetriebs wurde das Gebäude als Bibliothek, Zahlstelle der Volksbank, Schwesternstation und Dorfkonsum genutzt. Seit 2001 ist das Objekt Gemeindezentrum, nachdem es umfangreich saniert wurde. Drei Jahre später zog die Kita "Lustige Früchtchen" ein.

Für die Bürgermeisterin ist das alte Schulgebäude "ein besonders Haus". Und Monika Schernikau ergänzt: "Die Schulgeschichte unseres Orts ist spannend und interessant. Viele Lehrer haben sich hier die Klinke in die Hand gegeben. Manche blieben lange, einige nur ganz kurz. Zahlreiche Generationen von Kindern aus Byhleguhre haben hier Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt."

Mit einem Streifzug durch 150 Jahre Schulgeschichte wurde jetzt daran erinnert. "Wer noch Fotos, Dokumente oder andere historische Exponate aus der Geschichte des Schulgebäudes besitzt, kann sie uns gern zur Verfügung stellen", sagt die Bürgermeisterin.