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Straupitz
Straupitzer Verein feiert seinen 25. Geburtstag

Mit den Originalen Marie und Pauline kam Stimmung auf beim 25. Geburtstag des Heimat- und Fremdenverkehrsvereins Straupitz.
Mit den Originalen Marie und Pauline kam Stimmung auf beim 25. Geburtstag des Heimat- und Fremdenverkehrsvereins Straupitz. FOTO: Jürgen Harnath
Straupitz. Engagierte Einwohner bringen Tourismus unter anderem bei Festen voran und pflegen Bräuche.

1992 gegründet, zählt der Heimat- und Fremdenverkehrsverein Straupitz zu den ersten touristischen Vereinen der Region Spreewald, die nach der Wende die Geschicke in die eigenen Hände nahmen. Grund genug, um den 25. Geburtstag entsprechend zu begehen. So lud der Vorstand des Vereins am Samstag zu einer Dankeschön-Veranstaltung in den Ratssaal der Amtsverwaltung Lieberose/Oberspreewald in Straupitz ein.

Man wollte sich bei all jenen bedanken, die die Arbeit des Vereins auf vielfältige Weise in den vergangenen 25 Jahren unterstützt hatten. Mit der Wende bot sich die Möglichkeit, den Tourismus mitzugestalten und „Förderprogramme zur Entwicklung der touristischen Infrastruktur“ zu nutzen. So wurden Anfang der 1990er Jahre vielerorts Fremdenverkehrsvereine gegründet, in denen sich Gastronomen, Fährleute, Vermieter und Leistungsträger zusammentaten, auch in Straupitz.

Am 9. Januar 1992 entstand der Heimat- und Fremdenverkehrsverein Straupitz mit vierzig Gründungsmitgliedern. Erste Vorsitzende war Ingrid Walter. Zwölf Jahre lang leitete sie sehr erfolgreich die Geschicke des Vereins. Erst mit einer ABM-Stelle, danach zehn Jahre rein ehrenamtlich. Ihr folgte  Bärbel Scherbatzki als Vorsitzende und führt das weiter, was von Ingrid Walter begonnen wurde. Gestartet mit einem Informationsbüro in einem m Bau-Container, wirkt der Verein heute über Straupitz hinaus.

Die Liste der verwirklichten Projekte und Ideen ist lang.  Sie reicht unter anderem von der Organisation und Mitwirkung an den vielen Straupitzer Festen wie Rudelübergabe, Johannesmarkt, Mühlen- oder Erntedankfest über die Durchführung des Spreewald-Marathons gemeinsam mit der TEG bis hin zur Wiederbelebung der Straupitzer Mühle und des Kornspeichers.

In ihrer Begrüßungsrede betonte Bärbel Scherbatzki, dass vieles ohne die breite Unterstützung anderer nicht möglich gewesen wäre. Per Video ließ der Verein 25 Jahre erfolgreiche Arbeit Revue passieren, was bei vielen der Anwesenden Erinnerungen weckte.

Aber auch der Humor kam an diesem Samstagnachmittag nicht zu kurz. Die Straupitzer Originale Marie und Pauline sorgten mit ihren teils deftigen, in Straupitzer Mundart vorgetragenen Anekdoten für ausgelassene Stimmung.

Nach dem Buffet nutzten viele Gäste die Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen, sich kennenzulernen oder Ideen für die zukünftige Arbeit des Vereins zu entwickeln. Bürgermeister André Urspruch gratulierte dem Verein herzlich und dankte für die Arbeit der vergangenen 25 Jahre.

In Sachen Tourismus greift der Straupitzer Verein auf eine lange Tradition im Spreewald zurück. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts war er beliebtes Ausflugs- und Erholungsziel, vor allem für die Berliner. Theodor Fontane war 1862 überwältigt von der Landschaft und beschrieb die Sitten, Gebräuche, Trachten und Reize in seinen „Wanderungen durch die Mark“. Für ihn hatte der Spreewald den Zauber von Venedig.

Paul Fahlisch, Lübbenauer Lehrer und Ortschronist, organisiserte um 1880 Studienreisen von Berlin in den Spreewald. Man wollte diesen neuen Markt eigenständig organisieren und so gründete sich  1886 der erste Spreewaldverein.