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Straupitzer Turnhalle wird saniert

Deutlich sichtbar sind die Risse in den Wänden der Straupitzer Turnhalle. Sie soll ab Oktober grundhaft saniert werden.
Deutlich sichtbar sind die Risse in den Wänden der Straupitzer Turnhalle. Sie soll ab Oktober grundhaft saniert werden. FOTO: Ingvil Schirling
Straupitz. Für viele Kinder und Erwachsene ist Sport ohnehin ein Fest. In Straupitz darf das ab Oktober fast wörtlich genommen werden. Ingvil Schirling

Dann zieht der Sportunterricht von der Houwald-Grundschule vorübergehend in ein neues Domizil - in kein geringeres als die Festhalle an der Laasower Straße im Gewerbegebiet, überwiegend bekannt durch die Fastnachtsveranstaltungen.

Grund ist, dass die Turnhalle der Schule gründlich saniert werden muss. Der Brandschutz entspricht nicht mehr den Anforderungen, erklärt Bauamtsleiterin Annett Joppich. Hohe Auflagen führten zu der Entscheidung, keine weiteren Ausbesserungen vorzunehmen, sondern größere Bauarbeiten. Die Turnhalle war - und ist - ausgelegt auf den Sportunterricht für die zehn Klassen einer Oberschule, die früher einmal in Straupitz bestand. Doch die Einrichtung ist nun schon lange eine Grundschule, und dafür werden die zahlreichen kleinen Umkleidekabinen an den verwinkelten Gängen mit Duschen und Toiletten nicht mehr benötigt. Mehr noch: Wenn die Kinder im Brandfall in großer Zahl um so viele Ecken laufen müssen, um ins Freie zu kommen, könnte das zur Falle werden. So wird aus Richtung Brandschutz argumentiert.

Doch es gibt noch mehr auszusetzen an der Turnhalle. Im Hauptteil "gibt es keine Wärmedämmung, das Dach ist undicht, und an einer Ecke ist eine Spalte, durch die man fast Blümchen pflücken könnte", illustriert die Bauamtsleiterin. Die Stelle ist gut versteckt, bei näherer Betrachtung aber deutlich erkennbar. Auch die Heizung ist in die Jahre gekommen. Die Wände weisen im Inneren deutlich sichtbare Risse auf.

Die Amtsverwaltung als Schulträgerin hat, so lange es ging, immer wieder in das Gebäude investiert. Was dem heutigen Stand der Dinge entspricht, soll denn auch bleiben: Die Fensterfront soll fachmännisch aus- und wieder eingebaut werden, das Parkett erhalten, geschützt, abgeschliffen und neu versiegelt, die gedämmte Fassade vorne bewahrt werden. Die charakteristischen Gummibäume an der Fensterfront finden ebenfalls zwischenzeitlich ein gutes Zuhause.

So soll unter Beachtung vieler Details bis Schuljahresbeginn 2018/19 ein generalüberholtes, teilweise neues Gebäude entstehen, das den modernen Anforderungen an Sportunterricht entspricht. Baustart ist für Oktober geplant, zu den Herbstferien. "Damit vermeiden wir, dass die Belästigung durch Staub und Lärm in die Schulzeit fällt", begründet Annett Joppich. "Wir hätten lieber schon im Sommer begonnen. Aber die erste Ausschreibung ergab keine geeigneten Angebote." Diese Woche soll nun die Submission sein. Der eingeplante Puffer ist somit bereits jetzt aufgebraucht, doch die Bauamtsleiterin hofft, dass der Zeitplan trotzdem hält.

Die Baustraße soll von außen an das Gebäude heranführen. Dafür müssen Bäume gefällt und Büsche zurückgeschnitten werden. Die Absprachen mit der Naturschutzbehörde seien bereits erfolgt. Auch der Streetsoccerplatz muss für die Zeit weichen. Der Bauzaun wird dahinter aufgestellt, so dass der Rest des Schulhofes nutzbar bleibt.

Die Gesamtkosten für die umfangreiche Sanierung liegen bei 1,45 Millionen Euro. Aus dem europäischen Förderprogramm Leader Plus bekommt das Amt Lieberose/Oberspreewald dafür eine Finanzspritze in Höhe von 1,081 Millionen Euro. Der Eigenanteil liegt bei 369 000 Euro.

Damit die Grundschüler über den Winter in die Festhalle ausweichen können, werden dort derzeit noch Verbesserungen vorgenommen. Unter anderem muss die Heizung in Betrieb genommen und ein Fluchtweg ausgeschildert werden. Von März bis zum Sommer soll der Sport dann wieder auf den Außenanlagen stattfinden. Auch der Schimmunterricht wird ausgebaut.