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Straupitzer Schlosspark aus Dornröschenschlaf geweckt

Während eines Parkseminars am Samstag wurde der Wildwuchs im Schlosspark in Straupitz beseitigt
Während eines Parkseminars am Samstag wurde der Wildwuchs im Schlosspark in Straupitz beseitigt FOTO: Andreas Staindl (LR-COS-REM-632)
Straupitz. Der Schlosspark in Straupitz (Lieberose/Oberspreewald) ist am Samstag von Wildwuchs befreit worden. 33 Ehrenamtliche haben sich am Parkseminar beteiligt und eine erste Teilfläche des 14 Hektar großen Parks in Form gebracht. Andreas Staindl / asd1

Der Schlosspark ist ein Stück Heimatgeschichte. Schon mehrere Generationen haben ihn genutzt. Angler, Kahnfährleute, Schüler der Grundschule. Einwohner und Touristen besuchen den Park gern für einen Spaziergang. Doch in den vergangenen Jahrzehnten begann der Park zu verwildern. Umfangreiche Pflegemaßnahmen in der DDR und der Nachwendezeit liegen lange zurück. Jetzt wurde begonnen, den Schlosspark wieder so herzustellen, wie er einmal war.

Christoph-Heinrich Ernst Graf von Houwald ließ den Park vor mehr als 100 Jahren anlegen. "Der Schlosspark in Straupitz ist ein Stück Erbe des Spreewalds und damit etwas Besonderes", sagt Christoph Haase aus Schlepzig (Unterspreewad). "Er ist ein Schmuckstück, ein richtiges Landschaftskunstwerk. Es lohnt sich, sein ursprüngliches Aussehen wieder herzustellen." Christoph Haase hat großen Anteil am Projekt. Er kennt den Park bestens, hatte seine Abschlussarbeit über ihn geschrieben: "Es wäre schade, wenn meine Arbeit in der Schublade verkümmern würde."

Christoph Haase hat Erfahrungen mit Landschaftsparks, arbeitet als Denkmalpfleger der Stiftung Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau. Gemeinsam mit Bürgermeister André Urspruch hat er die Idee entwickelt, den Schlosspark aus dem Dornröschenschlaf zu holen - ehrenamtlich und aus Liebe zu seinem Beruf. Die erste Teilfläche wurde am Samstag von Wildwuchs befreit. Bäume und Strauchwerk wurden beseitigt, die Hauptsichtachse zum Schloss wieder geöffnet, angrenzende Gehölzpartien ausgelichtet. Straupitzer, Freiwillige aus Nachbarorten, Mitglieder von Vereinen und Interessierte aus anderen Regionen haben geholfen. "Ist doch selbstverständlich", sagt Henrik Schulz (24) vom Jugendklub. "Der Bürgermeister hat doch schließlich auch immer ein offenes Ohr für uns. Es ist ein Geben und Nehmen." Auch Kai Orbanz (20) hat mit angepackt: "Man bricht sich keinen Zacken aus der Krone, wenn man etwas für die Gemeinde tut. Ich würde immer wieder helfen." Er und Henrik Schulz kennen den Schlosspark schon lange, haben als Schüler dort Cross-Läufe absolviert und Blätter gesammelt. "Jetzt bin ich oft zum Angeln hier", ergänzt Henrik Schulz. Der Park ist ein Kleinod, das viele Bürger nutzen und der jetzt noch attraktiver ist. Katrin Scheppan, Mitglied im Fremdenverkehrsverein und in der Trachtengruppe, wohnt in der Nachbarschaft. "Ich bin gern mit meinen Kindern im Schlosspark unterwegs", erzählt sie. "Klar, dass ich dabei bin, wenn er verschönert wird."

Sebastian Schurig sorgte dafür, dass auch die richtigen Bäume und Sträucher beseitigt wurden. Der Landschaftsarchitekt aus Freital in Sachsen unterstützte das Projekt fachlich, packte selbst mit an: "Es ist spannend zu sehen, wie der Park einmal ausgesehen haben könnte." Auch Manfred Meehs aus der benachbarten Spreewaldheide hat sich beteiligt: "Wir helfen uns gegenseitig. Zudem habe ich Erfahrung mit dem Fällen großer Bäume."

Christoph Haase hatte fünf Arbeitsbereiche eingeteilt, die einzelnen Arbeiten im Vorfeld geplant. André Urspruch ist dankbar für die fachliche Begleitung des Projekts: "Der Anfang ist gemacht. Um den Park nicht wieder verwildern zu lassen, wollen wir zwei Mal jährlich Arbeitseinsätze durchführen, unsere Vereine mit ins Boot nehmen. Solche Projekte wie hier im Schlosspark stärken das Gemeinschaftsgefühl."