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Jubiläum
Ein unermüdliches Paar feiert den 140.

Gisela Liebsch und Gerd Mörl lieben den Oldstyle Dance und tragen gern die entsprechende Kleidung.
Gisela Liebsch und Gerd Mörl lieben den Oldstyle Dance und tragen gern die entsprechende Kleidung. FOTO: Andreas Staindl
Straupitz. Der 11. 11. ist für Gerd Mörl und Gisela Liebsch in Straupitz ein besonderer Tag - sie stoßen auf zweimal 70 an.

Gerd Mörl feiert heute seinen 70.Geburtstag. Etwas überraschend möchte man fast sagen, was natürlich nicht stimmt. Doch der Straupitzer (Lieberose/Oberspreewald) ist voller Elan, steht mitten im Leben. Er trainiert Kinder im Rope Skipping, tanzt leidenschaftlich gern, geht auch mal angeln, sitzt im Vorstand der Jagdgenossenschaft und des Sportvereins in seinem Heimatort.

Stillstand gibt es für ihn nicht. „Mein Terminkalender ist voll.“ Der seiner Lebensgefährtin Gisela Liebsch auch. Seit 34 Jahren sind beide ein Paar. Sie ergänzen sich wunderbar, teilen ihre Hobbys. Training und Auftritte mit der Line Dance Gruppe gehören ebenso dazu wie mit der Lausitzer Oldstyle Company – einer Formation, die sich den Tänzen des 19. Jahrhunderts in Amerika verschrieben hat. Die sportliche Bewegung liegt beiden im Blut. „Wer tanzt, wird seltener krank“, sagt Gisela Liebsch.

Auch sie ist 70, feierte im März dieses Jahres ihren runden Geburtstag. So wie damals werden auch diesmal zahlreiche Gäste erwartet. Hundert Einladungen wurden verschickt. Doch es dürften wohl weit mehr Gratulanten werden. Seit 26 Jahren trainiert Gerd Mörl Kinder und Jugendliche im Rope Skipping. Er hat das spektakuläre Seilspringen nach Straupitz gebracht, mit seinen Schützlingen nationale und internationale Erfolge gefeiert. Ihm gelingt es immer wieder, den Nachwuchs zu begeistern. „Ich arbeite gern mit Kindern. Deshalb bin ich ja schließlich Lehrer geworden.“

Gerd Mörl hat als Sportlehrer in Straupitz gearbeitet. Vor fünf Jahren ist er offiziell in den Ruhestand gegangen. Und doch hilft er noch regelmäßig aus, übernimmt Vertretungsstunden. „Ich habe eigentlich nie als Lehrer aufgehört“, sagt er. Die Herausforderung in der Schule, die vielen Hobbys, zudem familiäre Verpflichtungen, Haus, Hof und Garten - für andere 70-Jährige unvorstellbar. Nicht so für Gerd Mörl. „Ich habe nie daran gedacht, mit einem meiner Hobbys aufzuhören, mal kürzer zu treten.“

Und Gisela Liebsch steht ihm in nichts nach. Auch sie ist voller Elan, tanzt nicht nur leidenschaftlich gern, leitet eine Gymnastikgruppe, führt Touristen per Fahrrad durch den Spreewald. „Langeweile kenne ich nicht.“ Und wenn sie einmal nicht tanzt, anleitet und unterwegs ist, kümmert sie sich um ihre fünf Enkel und zwei Urenkel. „Sie fordern auch ihre Zeit. Ich genieße es, mit ihnen zusammen zu sein.“

Die Tage im Hause Liebsch/Mörl sind komplett durchgeplant. Beide sprechen von „positivem Stress“. Man nimmt es ihnen ab. Mit ihrer Begeisterung und Lebensfreude haben sie schon hunderte Menschen angesteckt - insbesondere mit dem Virus Sport. Gerd Mörl war in jungen Jahren Leichtathlet, besuchte die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) in Forst, studierte später an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK) in Leipzig. Der Diplom Sportlehrer war auch als Fußballer erfolgreich, spielte in Straupitz und für Dynamo Lübben. Sein Herz schlug immer auch für die Leichtathletik. Mannschaften seiner Schule waren sieben Mal beim Internationalen Stadionfest (ISTAF) in Berlin erfolgreich. Von ihm trainierte Sportler gewannen Medaillen bei der Kinder- und Jugendspartakiade der DDR. Gerd Mörl erinnert sich gern daran.

Heute begeistern seine Seilspringer mit spektakulären Einlagen  – so wie schon seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Gruppe ist gefragt, ist bei zahlreichen Veranstaltungen präsent. Auch während der heutigen Geburtstagsfeier sind kunstvolle Einlagen geplant.

Gerd Mörl und seine Lebensgefährtin sind gemeinsam 140 Jahre alt. Kürzer treten wollen sie deshalb nicht, im Gegenteil. Auch mit 70 hat man noch Träume. „Ich würde gern eine Seniorentanzgruppe in Lübben aufbauen“, sagt Gisela Liebsch. Zu ihren Zukunftsplänen gehört auch, „unseren Garten intensiver zu genießen und mich von einem Teil des im Laufe der Jahre angesammelten Trödels zu verabschieden“. Sie und Gerd Mörl sind nicht nur für ihre Hobbys und Engagements bekannt, sondern auch für die spektakulären Oster- und Weihnachtsdekorationen ihres Grundstücks in Straupitz. Gut möglich, dass heute das eine oder andere dazu kommt, das sich im Garten wiederfindet.