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| 01:34 Uhr

Straupitzer Kornspeicher verzaubert seine Gäste

Leonie-Sophie (3) aus Lübben ist mit ihren Eltern zur Hexennacht nach Straupitz gekommen. Christine Montag ist für eine Nacht die Wahrsagerin von Straupitz.
Leonie-Sophie (3) aus Lübben ist mit ihren Eltern zur Hexennacht nach Straupitz gekommen. Christine Montag ist für eine Nacht die Wahrsagerin von Straupitz. FOTO: Thomas Seifert/ths1
Straupitz. Viel Hokuspokus hat es am Vorabend des Maifeiertages in Straupitz gegeben. Der Verein Freundeskreis Kornspeicher verzauberte für eine Nacht die Spreewaldgemeinde in eine Hexenhochburg. Von Thomas Seifert

Die Hexennacht in Straupitz hat Tradition. Seit der Kornspeicher 2005 saniert und wieder eröffnet wurde, lassen die zwölf Vereinsmitglieder jedes Jahr in der Walpurgisnacht die Hexen tanzen. Freundeskreis-Chefin Ingrid Walter ist dabei gern die Oberhexe, die mit ihrem Besen auch schon mal Staub aufwirbeln will, damit der Kornspeicher im Gespräch bleibt und die Männer und Frauen des Vereins ihr Anliegen, Heimatgeschichte spannend zu vermitteln, auch weiterhin umsetzen können.

Die Idee, einmal im Jahr in der Hexennacht an einem Feuer nicht nur die bösen Geister zu vertreiben, sondern der Gemeinde Straupitz und deren Besuchern ein kleines, aber feines touristisches Angebot zu machen und dabei etwas Geld in die Kornspeicher-Kasse zu bekommen, hatte Ilona Glaser-Taube. Ganz ohne Zauberei, aber mit viel Begeisterung verwandeln sich seitdem die Mitglieder vom Freundeskreis alle Jahre wieder in Hexen und Hexenmeister. "Hexe bist du dann, wenn du es in dir wirklich fühlst", sagte Ingrid Walter. Diesen Rat gab sie auch an ihre Stellvertreterin Christine Montag weiter, die als Wahrsagerin aus den Händen der Gäste las: "Haftung übernehme ich für meine Wahrsagungen aber nicht." Die versammelte Orakelbranche hatte Stände auf dem Hof hinter dem Kornspeicher aufgebaut. Giftige Alraunwurzeln boten die Hexen aber nicht an.

Viel lieber verkauften sie scharfe Hexensuppe. Acht Bleche mit Pizza und viele Teller mit Schmalzstullen und Knoblauchbroten hatten sie vorbereitet. Strohpuppen hatten sie gebunden, an denen die Gäste nun Wunschzettel befestigen konnten. Nach altem Brauch wurden die Strohpuppen bei Einbruch der Dunkelheit ins Feuer geworfen. Die Wünsche sollen irgendwann in Erfüllung gehen. "Wir legen Wert auf Kleinigkeiten" sagte Ingrid Walter, die mit der Zauberei ihrer Junghexen wunschlos glücklich war.

Genauso zufrieden mit der Hexerei am Kornspeicher war auch Helga Städter aus Straupitz. Als Einheimische komme sie gern zum Speicher. Und auch Touristen waren begeistert von der Hexennacht. Petra Sachse aus Berlin beispielsweise gefiel die mittelalterliche Musik der Drewjanki. Die Musiker aus Burg spielten und sangen zwei Stunden lang. Am späten Abend überraschte dann noch Rainer Brost mit seiner Feuershow am Wasser hinter dem Kornspeicher-Gelände. Sein Auftritt ist fast schon ein Ritual und gehört zur Hexennacht wie ein Besen zu einer Hexe. Übrigens empfahl Ingrid Walter einen Ritt auf dem Besen. "Straupitz von oben", warb sie und gab die nötigen Fluganweisungen gratis.

Ganz in der Nähe des Kornspeichers steht nun auch der Maibaum von Straupitz. Zusammen hatten der Freundeskreis Kornspeicher, der Heimatverein, die Kahnfährmänner und die Freiwillige Feuerwehr von Straupitz die Maie - so wird der Maibaum hier genannt - vor Beginn der Hexennacht aufgestellt. Der Baum, es ist eine Birke, symbolisiert die Fruchtbarkeit der Natur, die so zu den Menschen gebracht werden soll.