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| 16:43 Uhr

Traditionen im Spreewald
Straupitzer Geld für Butzener Fastnacht

Die Neu-Butzenerin Nadine Pöschk (mitte) nahm den Fastnachtszug herzlich in Empfang. Vor dem Haus versammelten sich die Zamperer zu einem Gruppenfoto.
Die Neu-Butzenerin Nadine Pöschk (mitte) nahm den Fastnachtszug herzlich in Empfang. Vor dem Haus versammelten sich die Zamperer zu einem Gruppenfoto. FOTO: Andreas Zöllner
Butzen. Als sich der bunt kostümierte Zug am Samstagmorgen in Bewegung setzte, hörte es auf zu regnen.

In Butzen fand am Samstag die traditionsreiche Fastnacht statt. Mutige Butzener trotzten der morgendlichen Witterung und versammelten sich schon früh am Dorfgemeinschaftshaus, um zum Zampern aufzubrechen. Lars Kasprick, der schon auf viel Zampererfahrung zurückblicken kann, beruhigte die Teilnehmer mit Blick auf den regnerischen Himmel: „Der Regen wird aufhören wenn wir losgehen. Es ist quasi ein Naturgesetz: Butzen hat zum Zampern immer Glück mit dem Wetter!“ Und so hörte es tatsächlich zumindest auf zu regnen, als sich der bunt kostümierte Zug auf den Weg machte, um durch den Ort zu ziehen und Eier Speck und Pinke zu sammeln. Als zwischendurch sogar die Sonne rauskam, sah sich Lars Kasprick in seiner Prophezeiung bestätigt: „Ich sagte doch: Butzen hat immer Glück mit dem Wetter!“

Vorsorglich wurde der lustige Zamperzug, der von den Caminchener Blasmusikanten begleitet wurde, dann von den Butzener Einwohnern aufmerksam und sorgsam empfangen. Tina Polan zum Beispiel verteilte fürsorglich Schmalzstullen vor dem Hof, damit die Zamperer ihre Kräfte nicht verlieren. An anderen Stationen gab es Glühwein oder Kaffee für den fleißigen Zamperzug.

So ziemlich jedes Wetter am Zampertag hat vermutlich Hilmar Möller bereits erlebt. Der Zamperälteste in Butzen verkleidete sich dementsprechend als Alter Sack und berichtete voller Nostalgie und schon nahezu großväterlich von vergangenen Fastnachtstagen: „Mit deiner Oma“, erklärte er Jung-Zamperer Andreas Zimmer an einer Weggabelung zwischen den Höfen von Familie Zimmer und Familie Mross, „da haben wir ein Jahr hier an dieser Stelle schon mal gekniet. Da war dann schon alles vorbei. Und sie sagte zu mir: ‚Hilmar! So schön war schon lange nicht mehr‘“, berichtete Hilmar Möller von früher. Unkommentiert lies Möller jedoch den Einwand, der lautete: „Hier an dieser Stelle war doch aber damals Finkes Kneipe. Ging das Zampern hier nicht erst los?“

Das erste Mal durfte in diesem Jahr Familie Pöschk die Butzener Zamperer auf ihrem Hof begrüßen. Die junge Familie, die im letzten Jahr von Straupitz nach Butzen zog, nahm die Zamperkolonne warm und herzlich in Empfang. Vor dem neuen Haus der Pöschks wurde auch gleich ein Gruppenfoto veranlasst. Mit der Neu-Butzenerin Nadine Pöschk, die man aus der Straupitzer Sparkassenfiliale kennt, schloss der Zamperer Daniel Zimmer dann sogleich einen Pakt: „Nadine hat das Konto des Straupitzer Fastnachtsvereins geleert und alles für die Butzener Fastnacht gespendet. Es sind sich ja alle einig, dass die Fastnacht hier ohnehin schöner ist als in Straupitz“, verkündete Daniel Zimmer seinen mittlerweile zur Tradition gewordenen freundschaftlichen Seitenhieb in das Nachbardorf. Zimmer fügte an: „In Straupitz brauchen sie dieses Jahr ohnehin kein Geld. Die Fastnacht fällt dort nächste Woche ja aus Platzgründen aus. Sowohl die alte Festhalle als auch das Festzelt werden ja jetzt für den Sportunterricht benötigt.“

Beim abendlichen Fastnachtstanz wurden Nadine und Ronny Pöschk dann von der Butzener Fastnachtsgemeinde eingetanzt und somit auch hochoffiziell in Butzen willkommen geheißen.

Musikalisch begleitete die River Band aus Frankfurt den Abend im Dorfgemeinschaftshaus. Bis tief in die Nacht feierten die Butzener ihre Fastnacht.