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| 01:03 Uhr

Straupitz feiert erstes Apfelfest im Speicher

Großes Besucherinteresse verzeichnete das Apfelfest im Straupitzer Kornspeicher am Sonntag.
Großes Besucherinteresse verzeichnete das Apfelfest im Straupitzer Kornspeicher am Sonntag. FOTO: J. Golombek
Straupitz.. Apfelkuchen, Apfelwein, Apfelpunsch, Apfel pur – die Besucher des neu eröffneten alten Kornspeichers in Straupitz haben die runde Paradiesfrucht am Sonntag in fast allen möglichen Variationen genossen. Der Freundeskreis Kornspeicher hatte in die alten Gemäuer geladen. J. Golombek


"Wir freuen uns unheimlich über die vielen Leute, der Tag hat alle Erwartungen übertroffen", resümierte eine etwas erschöpfte Ingrid Walter am Abend. Die Vereinsvorsitzende hatte den Verkauf von Apfelsäften, -weinen und -punsch übernommen. "Aber die Apfelkuchen waren heute unser beliebtestes Produkt. Ich denke, der Apfel erlebt zur Zeit eine Renaissance", deutete sie das große Interesse an der Frucht ebenso wie an klarem und trübem Spreewälder Apfelsaft, der mancherorts liebevoll als "Chaussee-Mosel" betitelt wird.

Kuchen durfte nicht fehlen
Bereits vor dem alten Fachwerkhaus zwischen Kirche und Schloss blieben viele Herbstsonnengenießer bei flüssigen Apfelprodukten hängen. Einige holten sich selbst gemachten Apfelkuchen aus dem Erdgeschoss, um ihn im Wechsel mit den frisch geernteten Früchten zu genießen, während für die jüngsten Besucher in der Bastelstube mit Naturprodukten die Zeit viel zu schnell verging.
Rainer Brost hatte mit einer rund 100 Jahre alten Saftpresse Stellung bezogen. Das kunsthandwerkliche Gerät aus Eisen und Holz, geerbt von einem Großonkel, befindet sich noch fast im Originalzustand. So schien die Muskelkraft beim Pressen in den Kostproben frischen Apfelsaftes beinahe spürbar. "Einfach vorzüglich, in der Qualität und Frische nirgends zu kaufen", lobte Erna Birnack aus Lübben ihre Variante mit einem keinen "Schuss".

Herausforderung bei Apfelquiz
Zwischen teils kuriosen Exponaten alter Gewerke forderte ein kleines Apfelquiz den Geist heraus. Alte Sorten mit klangvollen Namen wie Jakob-Lebel, Ontario, Herrengut oder Zuccalmaglio-Renette mussten anhand der Fruchtbeschreibungen zugeordnet werden.
Auf dem Dachboden las Henry Taube aus Lübben Apfelgeschichten. Schulmöbel und Utensilien der alten Dorfschule dienten den Kindern und Erwachsenen als Kulisse. Ein großer, mit roten runden Äpfeln geschmückter Tannenbaum erinnerte an deren Geschichte als Vorläufer heutiger Weihnachtsbaumkugeln. Als Sinnbild der Fruchtbarkeit bot sich die bis zum Winter haltbare Frucht schon in frühen Jahrhunderten als Baumschmuck an.
Im "Oberstübchen" des Speichergebäudes war eine große Kunsthandwerker- und Töpferverkaufsausstellung eingerichtet worden. Dabei allgegenwärtig: die "originalen Straupitzer Glückssteine". "Im Prinzip errubbelt man sich am großen Glücksstein draußen vor der Tür sein Glück immer nur für ein halbes Jahr. Danach muss man wiederkommen und den Segen erneuern", erklärte Aussteller Wolfgang Trapp, der die Steine auch „zertifiziert“ . "Für die ganz weit Angereisten haben wir nun diese transportablen Modelle geschaffen." Dabei sei das Glück sogar dosierbar. Kleines oder großes Glück, selbst der XXL-Bedarf könne befriedigt werden. (jgk)