Albinus Mollerus ist der Verfasser des ersten gedruckten Gesangbuches in sorbisch-wendischer Sprache, erschienen im Jahr 1574. Der evangelische Geistliche wurde 1541 in Straupitz geboren und war einige Jahre dort auch als Pfarrer tätig.
"Für mich war es überraschend, dass wir eine solche Persönlichkeit in unserem Ort hatten", gestand Bürgermeister Winfried Rekitt. Die Enthüllung des Denkmals sei ein besonderer Tag für ihn und die gesamte Region.
Der frühere Neu Zaucher und heutige Berliner Martin Pernack von der Stiftung für das sorbische Volk habe schon im Jahr 1999 die Idee für die Ehrung Mollerus' gehabt. "Es war eine lange und schwere Geburt", erinnerte der Straupitzer Pfarrer Christoph Hanke. Dank Förderung durch die Stiftung (3000 Euro), den Landkreis Dahme-Spreewald (800 Euro) sowie durch Kirche, Gemeinde und Amt Oberspreewald/Lieberose (600 Euro) sei das Projekt jetzt umgesetzt worden. Rekitt sagte, dass damit konsequent der Weg eines zweisprachigen Gebietes fortgesetzt werde. "Die Bewahrung des sorbischen Erbes gehört dazu", so der Bürgermeister.
Laut Pfarrer Hanke soll das Denkmal an Straupitzer Wurzeln erinnern, an Tradition und Sprache, die bis heute gesprochen werde. Vergangenes zu erhalten sei nur möglich, solange die Wurzeln nicht "gekappt" seien. Der Geistliche begrüße es deshalb, „dass wir uns heute auf das Wendische besinnen“ und eine Neuauflage des sorbisch-wendischen Gesangsbuches geplant sei. Ausdrücklich würdigte er Mollerus, der mit seiner Übersetzung auch den Wenden das Wort Gottes nahe gebracht habe. Martin Pernack sprach sogar davon, dass die Wiege des wendischen Schriftzuges in Straupitz gestanden habe.
Nur wenige Menschen sprechen diese Sprache noch, doch sie wird bewahrt, etwa in der Neu Zaucher Kita, der Straupitzer Grundschule sowie in Vereinen der Region. Laut Rekitt soll die Vermittlung der sorbischen Sprache aber nicht nach der sechsten Klasse enden. Einen entsprechenden Beschluss, sagt er, müsse der Amtsausschuss noch fassen. Das Denkmal Albinus Mollerus' sei auch eine Erinnerung an dieses Vorhaben.
Die Stele selbst ist schlicht, das Porträt Mollerus' in Messing getrieben und mit einer Schrifttafel versehen. Der Posaunenchor Straupitz sowie der Straupitzer Schulchor begleiteten ihre Enthüllung musikalisch. Zahlreiche Gäste verfolgten diesen feierlichen Akt.