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| 15:50 Uhr

Aquamediale 13 startet im Sommer
Zwischen Melusine und Gurke

 Kurator Harald Larisch (re.) zeigt zum Presserundgang den Weg zur  Aquamediale 13.
Kurator Harald Larisch (re.) zeigt zum Presserundgang den Weg zur  Aquamediale 13. FOTO: Ingrid Hoberg
Straupitz. Die Aquamediale 13 findet in diesem Jahr in Straupitz mit dem Motto: „Spreewald trifft...“ statt. Von Ingrid Hoberg

Das Kunst- und Künstlernetzwerk „Kunstraum Spreewald“ wirft mit der Aquamediale 13 in diesem Sommer seine Netze in Straupitz aus – Beifang sind die Tage des offenen Ateliers, die bereits am ersten Maiwochenende stattgefunden haben, die Fontane-Zeit-Entdecker in Burg sowie das Spreewaldatelier und das Traumstaken in Lübbenau, jeweils im September terminiert.

Ein Monat Zeit bleibt noch, dann wird das Kunstfestival Aquamediale 13 unter dem Motto „Spreeland trifft…“ am Hafen Straupitz eröffnet. Es ist nicht mehr viel Zeit für die Umsetzung der künstlerischen Ideen, das macht Kurator Harald Larisch bei der Vorstellung des Programms deutlich. „Die Künstler sitzen in ihren Arbeitsanzügen hier, sie sind mitten im Arbeitsprozess“, erklärt er in der Runde im Straupitzer Kornspeicher. Gleich nach der Präsentation werden sie zu ihren Objekten eilen und an der technischen Umsetzung weiterarbeiten.

Nadine Prange, Absolventin der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, hat das Modell ihrer Melusine in die Vorstellungsrunde mitgebracht. Sie schlägt mit ihrer Arbeit den Bogen von der mythischen Sagengestalt des Mittelalters über Fontane bis in unsere Zeit. Die Figur der Wasserfee inspirierte Dichter zu allen Zeiten und in verschiedenen Kulturen. Goethe schrieb das Märchen von der neuen Melusine, Fontane benannte in seinem Roman „Der Stechlin“ eine Figur so. Und damit ist der Bogen zum märkischen Romancier und Reiseschriftsteller geschlagen, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr in Brandenburg im Mittelpunkt kultureller Aktivitäten steht. Theodor Fontane sei als Anker zu verstehen, der Menschen als Besucher in die Region holt, so Landrat Stephan Loge bei der Vorstellung des Aquamediale-Programms.

Kurator Larisch knüpft daran an und lädt gleich zu einer ersten „geistigen und körperlichen Wanderung“ ein. Das nehmen Kulturdezernent Carsten Saß, Projektleiterin Anika Meißner, Benjamin Kaiser vom Vorstand des Fördervereins und Gäste der Präsentation gern an. Auf dem Wanderweg geht es zum Projekt „Deplatzierung“ von Yang Liu von der Technischen Hochschule Berlin. Die Professorin positioniert „fremde Tiere“ in der Spreewaldlandschaft. „Das kann unterschiedliche Gefühle beim Betrachter auslösen“, sagt sie und zielt darauf ab, sich mit der Fremdheit auseinanderzusetzen. Dazu kommt eine Soundinstallation, die Besucher im „Geisterkahn“ auf dem Parkteich „erhören“ können.

In der Zwischenzeit ist Nadine Prange in einen Neopren-Anzug geschlüpft, um die Tiefe des Park-Gewässers für ihre Melusine zu prüfen. Elias Macke, Theatertechniker aus Leipzig, unterstützt sie. Die Projekte der zehn Absolventen der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle, der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, der Technischen Kunsthochschule Berlin und der Kunsthochschule Berlin Weißensee sind anspruchsvoll in ihrer Realisierung und werden nur im Zusammenwirken mit Technikern gelingen.

So ist auch Eiko Frenzel von einem Werbetechnik-Unternehmen aus Berlin-Kreuzberg vor Ort, um Kunstinstallationen mit zu realisieren. Kreative Lösungen sind die Herausforderung beim Kunstfestival. Das geht auch Natthapong Samakkaew aus Thailand so. Unter dem Künstlernamen BACK ist er in Berlin bekannt. Er setzt sich mit den Begriffen Heimat, Buddhismus, Spreewald auseinander. Und herausgekommen ist eine überdimensionale (heilige) Spreewaldgurke. Besucher dürfen sich im Straupitzer Hafen davon überraschen lassen, was er mit Unterstützung von Bernd und Peter Schäfer aus Berlin dort aufbaut.

Das Arbeiten Hand in Hand ist ein Markenzeichen der diesjährigen Aquamediale, das über den Kreis der Künstler und Organisatoren hinausgeht. „Unsere Vereine bringen sich mit ein“, sagt Bürgermeister André Urspruch. So ist es in Straupitz Tradition. „Die Aquamediale ist interessant für den Ort. Geschichte trifft Kunst, ganz im Sinne der Houwalds, die den Park als Kunstobjekt angelegt haben“, ergänzt er.

„Mein Dank gilt allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich auf die umfangreiche und arbeitsintensive Vorbereitung und Durchführung des Festivals in Straupitz eingelassen haben“, sagt Landrat Stephan Loge. Geboten wird ein Rahmenprogramm vom Workshop für Kinder über ein Quartett-Konzert in Schlepzig, Künstlertreffen bis zur Finissage mit Kunstauktion in Lübbenau. Begleitend zum Kunstfestival verwirklicht der Förderverein ein Buch-Projekt, das als Jahresgabe herausgegeben wird.

 Kurator Harald Larisch (re.) zeigt zum Presserundgang den Weg zur  Auqamediale 13.
Kurator Harald Larisch (re.) zeigt zum Presserundgang den Weg zur  Auqamediale 13. FOTO: Ingrid Hoberg