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Steinkirchener fordern Erhalt der Kulturlandschaft

Wuchernde Schilfkulturen sind nicht nur wie hier am Mochow See im Spreewald ein Problem.
Wuchernde Schilfkulturen sind nicht nur wie hier am Mochow See im Spreewald ein Problem. FOTO: hk
Lübben. In Steinkirchen hat sich eine Interessengemeinschaft (IG) von Flächenbesitzern, Landwirten, Jägern und Einwohnern des Lübbener Ortsteils gebildet. Nach der Informationsveranstaltung der Biosphärenreservatsverwaltung zur geplanten Kernzonenerweiterung im Bereich Kockrowsberg sind für Steinkirchener eine Reihe von Fragen offengeblieben, die die IG nun in einem Schreiben an die Stadtverwaltung Lübben zusammengefasst hat. Ingrid Hoberg

Im Rahmen der Stellungnahme, die die Stadt zu dem Vorhaben abgeben wird, lief bis 22. Mai die Bürgerbeteiligung - auch von weiteren Einwohnern sind Wortmeldungen eingegangen, informiert die Verwaltung.

Siegfried Gunkel, Jürgen Jung, Wilfried Wolschke und Harry Lehmann als Sprecher der IG plädieren für ein "klares Nein zur Kernzone". "Nach 25 Jahren Biosphäre sind wir nur traurig, was aus unserem einst so schönen Spreewald geworden ist. Touristen, die den Spreewald oberhalb der Jugendherberge befahren, sind erstaunt und erschüttert", heißt es in dem Schreiben.

Es wird auf "die seit Jahren gewollte Vernässung" hingewiesen, die sie als eine Hauptursache für das Massenwaldsterben nach den Hochwassern von 2009 und 2010 sehen. "Durch die gewollte stauende Nässe sind auf den meisten einstmals fruchtbaren Spreewaldwiesen Schilf und Binsen dominierend. Warum sollte diese Monokultur geschützt werden", fragt die IG. "Wir Flächenbesitzer sind der Meinung, dass die Räumung der wuchernden Schilfkulturen und eine extensive landwirtschaftliche Nutzung dem Spreewald seine vielfältige Kulturlandschaft zurückgeben." Gefordert werden Entwässerungsgräben vom Kockrowsberg bis zur Hauptspree, um Flächen trockenzulegen, Bäumen eine Chance zu geben und die Hochwassersituation zu entspannen.

Als einen Einschnitt in das Urrecht der Spreewälder sehen die Vertreter der Interessengemeinschaft auch in der Sperrung des Burg-Lübbener Kanals für diesen Breitensport.

Schreiben an die Stadtverwaltung: