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| 16:33 Uhr

Unterspreewald
Stein auf Stein im Unterspreewald

Die ersten Zwischenergebnisse des künftigen Amtsentwicklungskonzeptes für den Unterspreewald wurden auf diesen Säulen im Rahmen einer Freiluft-Ausstellung präsentiert. Sie sind von Schönwalde nach Golßen umgezogen. Der neue Amtsdirektor Henri Urchs will die Konzeption vorantreiben.
Die ersten Zwischenergebnisse des künftigen Amtsentwicklungskonzeptes für den Unterspreewald wurden auf diesen Säulen im Rahmen einer Freiluft-Ausstellung präsentiert. Sie sind von Schönwalde nach Golßen umgezogen. Der neue Amtsdirektor Henri Urchs will die Konzeption vorantreiben. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Schönwalde/Golßen. Der neue Amtsdirektor Henri Urchs hat sich gut eingelebt und baut weiter für die Zukunft. Von Ingvil Schirling

Im Februar gewählt, im März vereidigt, im April mit der Arbeit begonnen – der neue Amtsdirektor Henri Urchs leitet die Verwaltung im Unterspreewald nun seit fast vier Monaten. Er hat Einblick in große und kleine Herausforderungen bekommen und einige größere Bauvorhaben vor der Brust.

Er sei „gut angekommen“ im Unterspreewald, sagt Henri Urchs. Seit April leitet er die Amtsverwaltung.
Er sei „gut angekommen“ im Unterspreewald, sagt Henri Urchs. Seit April leitet er die Amtsverwaltung. FOTO: LR / Ingvil Schirling

„Ich habe mich sehr gut eingelebt und schon viele Menschen kennengelernt“, schätzt der Kolkwitzer Jurist ein, „und dabei kaum negative, sondern überwiegend positive Erfahrungen gemacht“. Speziell auf die Verwaltung bezogen, die im Unterspreewald von der Hauptstelle im Golßener Rathaus und der Nebenstelle in Schönwalde aus arbeitet, sagt er: „Es ist ein sehr engagiertes Arbeiten. Manchem Einwohner geht es trotzdem zu langsam, aber dafür gibt es oft auch Gründe.“ Derartige Klagen könnten noch weiter abnehmen, denn sechs offene Positionen der 42 Mitarbeiter starken Kernverwaltung wurden „bis auf ein, zwei Stellen“ wieder besetzt. Darunter ist auch die neue Hauptamtsleiterin, die spätestens ab Oktober ihren Dienst antritt.

Positiv aufgefallen ist dem neuen Amtsdirektor die „Streitkultur“ im Unterspreewald. „Auch wenn sich mal ein bisschen gestrubbelt wird, geht es am Ende immer um die Sache“, hat er beobachtet, also um eine positive Entwicklung des Amtes.

Und dabei knüpft er an die Leistungen seines Vorgängers Jens-Hermann Kleine an, der zu Jahresanfang als Kreisrat nach Niedersachsen gewechselt war. „Zukunft kann man bauen“, diesen Leitsatz von ihm führt Henri Urchs fort. Grundlage soll perspektivisch das Amtsentwicklungskonzept bilden. Erste Zwischenergebnisse waren bereits Ende Juni auf sechs repräsentativen Säulen präsentiert worden, die nun in Golßen zu sehen sind. Dies soll weiter ausgebaut werden, auch, um noch schlagkräftigere Argumente für die Bewerbung um Fördermittel zu haben. Künftige Projekte könnten dann an den roten Faden der Amtsentwicklung deutlicher angebunden werden.

Vorantreiben will Henri Urchs zudem die Digitalisierung der Verwaltung. Das Amt habe deutliches Interesse daran signalisiert, Modellprojekt im Land zu werden.

Priorität haben mehrere künftige Bauprojekte. Dahinter steckt letztlich ein Paradigmenwechsel, der die demografische Entwicklung des Amtes betrifft. Der prognostizierte Einwohnerschwund in ländlichen Raum hat sich ins Gegenteil verkehrt: „Allein in Schönwalde sind in den vergangenen drei Jahren 40 Familien zugezogen“, sagt Henri Urchs. Exakt 9043 Menschen leben aktuell im Amt Unterspreewald.

Die Familien bekommen Kinder, die in Kitas und Schulen gehen (werden). Deshalb soll die Schönwalder Grundschule für 4,4 Millionen Euro zweizügig ausgebaut werden. „Die Schülerzahlen können wir aus unserem eigenen Bereich abdecken“, schätzt Henri Urchs ein. Fördermittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro sind aus dem kommunalen Infrastrukturprogramm des Landes beantragt, der Eigenanteil würde knapp 1,7 Millionen Euro betragen.

Die Überlegungen gehen bereits darüber hinaus. Eine der beiden Grundschulen im Amt, Golßen oder Schönwalde, könnte perspektivisch zur Grund- und Oberschule ausgebaut werden. Doch diese Idee muss erst noch konkret untersetzt werden, was ein längerer Prozess mit vielen Akteuren ist.

Für den Ausbau der Kita Regenbogen in Schönwalde müssen noch Fördermittel akquiriert werden, Anträge sind gestellt. Für die Sanierung des Marstalls in Golßen und den Umbau zu einem soziokulturellen Zentrum hofft die Verwaltung auf eine Förderung über ILE-Leader in Höhe von 480 000 der erforderlichen 680 000 Euro. „Wir wollen dann auch die Sanierung des Schlosses in Golßen angehen“, so Urchs weiter. Es soll perspektivisch für betreutes Wohnen genutzt werden.

Die Bescheide über die Erweiterung der Feuerwehr Schlepzig und den Neubau des Gerätehauses in Sellendorf erwartet die Amtsverwaltung in diesen Tagen.