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| 15:36 Uhr

Neues „Waldhaus“
Start frei für die neue Kita

Rund um die „Hauptperson“ der Stunde, die Kupferhülse für die Grundsteinlegung, hatten sich zahlreiche Gäste versammelt. Im Hintergrund die Baustelle für die neue, größere Kita Treppendorf, rechts zu sehen das umgebaute Einfamilienhaus, in dem die Kinder bisher betreut werden.
Rund um die „Hauptperson“ der Stunde, die Kupferhülse für die Grundsteinlegung, hatten sich zahlreiche Gäste versammelt. Im Hintergrund die Baustelle für die neue, größere Kita Treppendorf, rechts zu sehen das umgebaute Einfamilienhaus, in dem die Kinder bisher betreut werden. FOTO: LR / Ingvil Schirling
Lübben. In Treppendorf liegt seit Mittwoch der Grundstein für das 2,8-Millionen-Euro-Projekt. Von Ingvil Schirling

In einer Woche eine Kita bauen! Wie das geht, hat der kleine Paul Bauarbeitern, Architekten, Stadtverordneten, Verwaltungsmitarbeitern und anderen Gästen am Mittwochmorgen in Treppendorf vorgesagt. Sein Gedicht war Teil der feierlichen Grundsteinlegung für den Neubau der Kita Treppendorf am dortigen Heideweg – und brachte die Gäste zum Schmunzeln. Wenn das doch nur einer vom BER gehört hätte!

In etwa einem Jahr soll die Kita fertig sein, und bis dahin können Paul und seine Freunde genau beobachten, wie das geht mit Stein auf Stein und Wand an Wand. Der Kran jedenfalls steht schon bereit, Teile des Kellers sind fertig – und die Kinder jetzt schon fasziniert von den Arbeiten direkt nebenan, die sie täglich hinterm Bauzaun verfolgen können. „Die Kinder sind begeistert vom Bagger und dem Kran“, sagte Kita-Leiterin Birgit Steuke. Auch die Erzieher freuen sich auf „ein neues, großes Haus mit Bädern für jede Gruppe. Die Arbeits- und Lernbedingungen werden sich sehr verbessern.“

Entstehen werden zwei Gruppenbereiche für 20 Kinder unter drei Jahren im Erdgeschoss und zwei weitere für 40 Kinder zwischen drei und sechs Jahren im Obergeschoss. Der „kleine“ Keller mit seinen 103 Quadratmetern Grundfläche ist bereits zu sehen. Dort soll unter anderem der Raum für den Hausmeister untergebracht werden. Das Erdgeschoss wird 546 Quadratmeter umfassen, das Obergeschoss knapp 530, sodass „insgesamt mehr als 1000 Quadratmeter ,Wohnfläche’ entstehen werden“, wie Bürgermeister Lars Kolan (SPD) zur Grundsteinlegung sagte. Nach Abschluss der Arbeiten wird das „alte“, jetzige Gebäude der Kita, ein umgebautes Einfamilienhaus, abgerissen. An seiner Stelle wird ein Teil der Freiflächen des Außengeländes entstehen.

Einziger Wermutstropfen nach aktuellem Stand: Der Neubau wird teurer als geplant. 2,85 Millionen Euro kostet der Bau nach den bisher erfolgten Vergaben, mit 2,45 Millionen Euro war er noch geplant worden. Bürgermeister Lars Kolan erwähnte das nur ganz kurz; der Schwerpunkt lag gestern während der feierlichen Grundsteinlegung ganz eindeutig auf der Freude, dass ein Neubau für Lübbener Kinder entsteht.

Ausführlich besprochen worden war die Verteuerung und die Deckung der Lücke im Bauausschuss. In der Stadtverordnetenversammlung war sie einstimmig bei zwei Enthaltungen beschlossen worden. Ein Teil der Kosten wird über Leader-Förderung für ländliche Entwicklung getragen. Die unterstützenden 1,339 Millionen Euro machten den Bau möglich. Die Stadt muss statt der geplanten 1,11 nun 1,511 Millionen Euro zahlen.

Rein haushalterisch mussten 350 000 Euro Mehrkosten abgedeckt werden und für weitere 500 000 Euro, die schon im Haushalt für 2019 eingeplant waren, Verpflichtungsermächtigungen noch für dieses Jahr ausgestellt werden, um die künftigen Leistungen schon ausschreiben zu können. Dafür wurden Vorhaben, die zwar für das erste Halbjahr 2018 geplant, aber noch nicht begonnen wurden, zunächst verschoben. Dazu gehören unter anderem Containerstellplätze, ländlicher Wegebau sowie Maßnahmen an zwei Feuerwehren und einer Kita.

„Wir wollen dann aber sofort einen Nachtragshaushalt bringen und dann darüber nochmal reden“, sagte Frank Neumann als Bauamtsleiter dazu. Damit sind die Vorhaben nach jetziger Kenntnis noch nicht vom Tisch, entscheiden werden die Stadtverordneten. Ohnehin muss der für gut zwei Millionen Euro kürzlich beschlossene Modulbau an der Jahn-Grundschule zur Entspannung der Platznot finanziell detailliert auch im Nachtragshaushalt der Stadt Lübben dargestellt werden. Für das Gebäude hatten die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung die Planungsleistungen vergeben.

Was die neue Kita Treppendorf angeht, ist sich Leiterin Birgit Steuke jetzt schon sicher: „Sie wird sehr schön werden.“ Sie habe sich mit den pädagogischen Gesichtspunkten in die Planung „ganz viel“ einbringen können. „Es war nicht immer einfach, unsere Wünsche umzusetzen“, gestand sie ein, „aber es hat sich gelohnt“.

Die Verteuerung des Baus liegt allerdings nicht daran, sondern ergibt sich daraus, dass die Angebote der Baufirmen auf die ausgeschriebenen Leistungen deutlich über den Schätzungen lagen.

Fotos auf www.lr-online.de.