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| 17:37 Uhr

Stadtverordnetenversammmlung
Stadt prüft Bau eines Mehrfamilienhauses in Lübben-Ost

Stadtverordnete halten einen Mehrfamilienhausbau in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße für sinnvoll.
Stadtverordnete halten einen Mehrfamilienhausbau in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße für sinnvoll. FOTO: LR / Steven Wiesner
Lübben. Wohnraum wird zunehmend zu Goldstaub, deshalb soll an der Jahn-Straße vielleicht gebaut werden. Von Andreas Staindl

Lübben wächst. Wohnraum wird zunehmend zu Goldstaub. Die Stadtverordneten reagieren. Sie haben die Verwaltung der Stadt Lübben jetzt beauftragt zu prüfen, welche Auswirkungen eine Überarbeitung von Teilbereichen des Bebauungsplans (B-Plan) „Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße“ hat. Konkret geht es um den Mehrfamilienhausbau, der dort laut B-Plan nicht vorgesehen ist.

Jens Richter (CDU/Grüne) hält den Mehrfamilienhausbau dort jedoch für „sinnvoll. Die Fläche ist geeignet dafür, auch die Infrastruktur in dem Gebiet passt.“ Sie sei zudem ein „sehr guter Ort, um eine stärkere soziale Vermischung in diesem Teil unserer Stadt zu erreichen“.

Die Fraktion CDU/Grüne hatte den Antrag auf Prüfung des Bebauungsplans in Lübben-Ost eingebracht. Zustimmung gab es aus allen anderen Fraktionen während der Stadtverordnetenversammlung. „Es ist gut, die Fläche dort zu entwickeln“, sagt Paul Bruse (die stadtfraktion). „Wir sollten unbedingt dran bleiben.“ Reinhard Krüger (Die Linke) schlägt in die gleiche Kerbe: „Wir haben viele Anfragen nach Wohnraum in unserer Stadt. Deshalb sollten wir nicht nur an Einfamilienhäuser sondern auch an den mehrgeschossigen Wohnungsbau denken. Das könnte uns Entlastung auf dem Wohnungsmarkt bringen.“ Er würde sogar noch weitergehen und „in alle B-Pläne unserer Stadt schauen und prüfen, wo es noch Reserven für Wohnraum gibt“. Sein Fraktionskollege Sven Richter appelliert daran, „die Prüfung wegen der vielen Interessenten zügig umzusetzen“.

Bürgermeister Lars Kolan (SPD) hat von mehr als 80 Anfragen nach Bauflächen gesprochen. Für ihn ist die Prüfung des Mehrfamilienhausbaus auf der Fläche in Lübben-Ost deshalb „der richtige Weg, um auf die hohe Zahl der Anfragen zu reagieren“. Der Verwaltungschef sicherte den Stadtverordneten konkrete Informationen im Januar des nächsten Jahres zu.

Die Neubetrachtung und Entwicklung des B-Plangebiets „Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße“ ist für Jens Richter jedoch nur der erste Schritt: „Wir müssen auf die Gesamtsituation in unserer Stadt schauen, denn mehr Einwohner bedeutet auch mehr Bedarf an Kita- und Schulplätzen – das zeichnet sich heute schon ab.“ Die Diskussion dazu ist eröffnet. Im Bildungsausschuss präsentierte die Verwaltung kürzlich Zahlen und Fakten der Kindertagesbetreuung, brachte auch Standorte für neue Kindertagesstätten ins Spiel (die RUNDSCHAU berichtete). Für Andreas Rieger (CDU/Grüne) ist deshalb „jetzt der richtige Zeitpunkt, um über eine Nutzung der Fläche in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße zu diskutieren“. Er verweist darauf, dass es einen B-Plan dort seit 2010 gibt, die Fläche als reines Wohngebiet ausgewiesen sei, Teile des Gebiets – etwa durch Schule und Sportplatz – schon heute anders genutzt werden.

Bauamtsleiter Frank Neumann erinnert daran, dass es „2010 andere Anforderungen an Grundstücksflächen als heute gab“. Jens Richter möchte, „dass zumindest Teilflächen neu betrachtet werden“. Die Stadtverwaltung soll prüfen, welche finanziellen Aufwendungen nötig sind, um einen Teil des B-Plans zu überarbeiten und damit den Mehrfamilienhausbau zu ermöglichen. Sie soll den Stadtverordneten auch darstellen, welche Bearbeitungszeit nötig ist, um das Ziel zu erreichen. Informationen dazu soll es laut Bürgermeister Anfang des nächsten Jahres geben.