Die Verwaltung hatte den Stadtverordneten empfohlen, statt Zuschüsse zu gewähren auf Vertragserfüllung zu pochen. "Nach Abwägung aller Risiken sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir uns an den Vertrag mit dem Bad-Betreiber gebunden fühlen", erklärt Bürgermeister Holger Kelch (CDU) auf Anfrage. "Denn der uns vorliegende Vertrag aus dem Jahr 2005 sieht in keiner Klausel eine Zuschuss- oder Ausgleichszahlung der Stadt an den Betreiber vor." Allein das Nutzungsentgelt und dessen Höhe für den Schwimm- und Vereinssport seien dort geregelt. "Bad-Betreiber Tober hatte damals, als er den Zuschlag erhielt, gesagt, er komme mit diesen 100 000 Euro Nutzungsentgelt klar", sagte Linke-Fraktionschef André Kaun. "Das ist der Vertrag, das war seine unternehmerische Entscheidung." Wenn das jetzt nicht reiche, sei das Tobers Problem. Seine Fraktion habe sich zudem gegen eine Finanzspritze ausgesprochen, "weil das Vertrauen zu Tober nach all dem Hickhack in den vergangenen Monaten weg ist". Der Zuschussbedarf, den der Geschäftsmann geltend mache, sei nach wie vor nicht belegt. Dass die Stadt die Betreiberfirma kaufe, komme derzeit auch nicht in Frage, weil deren Geschäftszahlen unbekannt seien. Stelle Tober Insolvenzantrag, falle das Bad an die Stadt vorfristig zurück. "Dann könnten wir es selbst oder über einen anderen Dritten betreiben lassen", sagte Kaun.. "Es gibt keinen akuten Bedarf, zusätzliches Geld zuzuschießen", sagt Marion Hadzik, CDU/FDP/Frauenliste-Fraktionschefin. Der Betreiber der Lagune habe erklärt, bis einschließlich Februar hinzukommen. "Dann müssen wir die Besucherzahlen abwarten und uns gegebenenfalls noch einmal neu verständigen." Für Torsten Kaps, Fraktionschef der Aktiven Unabhängigen Bürger (AUB), hat der Vertrag der Stadt mit dem Betreiber nach wie vor Gültigkeit. "Wir haben bisher unseren Part erfüllt und erwarten das auch von unserem Partner", so Kaps. Er sehe das als "privatwirtschaftliche Sache" und deshalb auch die Kommune nur bedingt in der Pflicht. Jürgen Becker und Sven Hering