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| 17:58 Uhr

Neue Besitzerin
Die Staakmüllerin will Brot backen

 Sabine Hielscher, die Staakmüllerin, präsentiert hier das verfallene Mühlengebäude, das umfassend saniert werden soll.
Sabine Hielscher, die Staakmüllerin, präsentiert hier das verfallene Mühlengebäude, das umfassend saniert werden soll. FOTO: T. Richter-Zippack
Ein Ehepaar aus Berlin hat die Staakmühle gekauft. Nach der Sanierung des maroden Gebäudes wollen die Investoren selbst einziehen. Für das Erdgeschoss ist eine gewerbliche Nutzung geplant. Von Torsten Richter-Zippack

In Staakmühle ist es still geworden. In der eigentlichen Mühle dreht sich seit einem Vierteljahrhundert kein Rädchen mehr. Stattdessen präsentiert sie sich als Ruine. Darüber hinaus dürfen seit ein paar Jahren nur noch Fußgänger und Radfahrer die marode Brücke über den Dahme-Umfluter passieren.

Staakmühle ist für den motorisierten Verkehr Sackgasse. Lediglich die Dahme rauscht wie eh und je durch den Ort, der teils zur Gemeinde Rietzneuendorf-Staakow, teils zur Gemeinde Halbe gehört.

Jetzt soll neues Leben in die Mühle einziehen. Denn seit Oktober 2017 gehören Sabine und Heiko Hielscher nicht nur der Mühlenkomplex, sondern ebenso der angrenzende Mühlgarten sowie die Mühlteiche.

Staakmühle wird zu Gesundheitstempel

Die gebürtigen Brandenburger, die derzeit in Berlin leben, haben viel vor. „Ende 2020, spätestens aber im Sommer 2021, wollen wir in die Mühle einziehen“, kündigt Sabine Hielscher an. Sie selbst bezeichnet sich bereits als „Staakmüllerin“.

Da das Ensemble aber sehr viel mehr Platz bietet, planen die Eigentümer im Erdgeschoss des einstigen Wohn- und Kontorhauses der Mühle eine eigene gewerbliche Nutzung.

„Ich werde Seminare und Kurse anbieten mit den Themen Natur, Gesundheit und Ernährung. Letzteres speziell in Bezug auf Kräuter- und Brotbackkurse. So zieht auch ein Stück ehemaliges Bäckereihandwerk wieder ein.“

Tatsächlich jährt es sich im Jahr 2020 zum 100. Mal, dass mit dem Bau der Bäckerei innerhalb der Staakmühle begonnen worden war. Diese blieb bis 1993 in Betrieb, heißt es in der Staakower Festzeitung aus dem Jahr 2004.

Sanierung des Speichers und Turms der Staakmühle

Außerdem planen die Hielschers die denkmalgerechte Sanierung des Speichers und des charakteristischen Mühlenturms. Eine Nutzung dieses Duos steht indes noch nicht fest.

„Diese wird sich ergeben, wenn wir vor Ort eingezogen und heimisch geworden sind“, sagt Sabine Hielscher. Sie verrät aber, dass ihre Familie schon jetzt Kontakt zu verschiedenen Künstlern und Initiatoren vor Ort habe. Bereits Konkreteres aufzuführen, wäre allerdings reine Spekulation.

Heiko Hielscher hatte eigenen Angaben zufolge im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit schon öfter mit denkmalgeschützten Immobilien zu tun. In Staakmühle legen die Hielschers allerdings zum ersten Mal selbst und gemeinsam Hand an ein Denkmal.

Die Investoren sagen, dass sie mit den Behörden an einem Strang ziehen. Die Mühle inklusive der Stallung samt der dazugehörigen wasserbaulichen Anlagen, der beiden Stauteiche sowie dem Mühlen- und dem Dahme-Wehr befindet sich laut dem brandenburgischen Landesamt für Denkmalschutz unter Denkmalschutz.

Im Mühlteich soll wieder gebadet werden

Eine weitere Vision von Heiko und Sabine Hielscher ist, dass perspektivisch im Mühlteich wieder gebadet werden könnte. Doch bis dahin sei es noch ein weiter Weg. Schließlich plant das Landesamt für Umwelt, mit einer Fischtreppe die ökologische Durchgängigkeit der Dahme in Staakmühle wiederherzustellen.

„Sobald diese Planung in die Umsetzungsphase geht, können wir unsere Ideen im Wasserbau beantragen und je nach Genehmigung umsetzen“, kündigt Sabine Hielscher an. „Grundsätzlich wollen wir aber auch den Mühlgraben, soweit dies in unserer Verantwortung liegt, samt Teichen und Nebenanlagen sanieren und wieder zum Leben erwecken.“

Gekauft haben die Hielschers die Staakmühle von einem Handwerker-Brüderpaar aus der Nähe von Berlin. „Die gesamte Anlage war bei unserer Übernahme innen vermüllt, sämtliche Technik herausgerissen, wobei erhebliche Teile des Bauwerks beschädigt worden waren.

Historische Gegenstände, bis auf die eigentliche Bausubstanz selbst, gibt es heute nicht mehr“, erinnert sich Sabine Hielscher. Inzwischen sei die Mühle entrümpelt und vom Bauschutt beräumt worden. Parallel dazu laufen die behördlichen Verfahren zum baldigen Baubeginn.

Hinweis der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg

Auf die leer stehende Mühle sind die neuen Eigentümer indes durch einen Hinweis der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg aufmerksam geworden. Bis dato hatte die Familie bereits mehrere Standorte besichtigt, die aber aus verschiedensten Gründen nicht passten. Drei Jahre sollte es dauern, bis Heiko und Sabine Hielscher auf die Staakmühle stießen.

„Hier wollen wir einen energie-, wasser- und weitestgehend lebensmittelautarken Standort schaffen, der unser nächster und letzter Lebensmittelpunkt werden soll“, fasst Sabine Hielscher zusammen.