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| 02:49 Uhr

Spritztour mit dem Trabbi beim Amtsausscheid

Noch steht die Trabi-Stretch-Limousine in der Garage, doch bereits am Samstag können Gäste im roten Flitzer mitfahren.
Noch steht die Trabi-Stretch-Limousine in der Garage, doch bereits am Samstag können Gäste im roten Flitzer mitfahren. FOTO: Sophie Bartholome
Drahnsdorf. Anlässlich des 80. Jubiläums wird der diesjährige Amtsausscheid Unterspreewald der Freiwilligen Feuerwehren in Drahnsdorf ausgetragen. Etwa 35 Mannschaften wetteifern am Samstag auf den Sportplatz um den ersten Platz. Sophie Bartholome

"Er wird schon wieder", sagt Vereinschef René Lukaschewski. Schließlich sei Schumi eine Kämpfernatur. Stolz zeigt der Drahnsdorfer den 6,30 Meter langen Trabbi in der Garage. Den ferrariroten Flitzer haben die Mitglieder des "Michael Schumacher Fanclubs" aus drei alten Trabis zusammengeschweißt. Da die meisten Vereinsmitglieder auch in der Freiwilligen Feuerwehr Drahnsdorf aktiv sind, wird die Trabi-Stretch-Limousine zum großen Feuerwehr-Ausscheid des Amtes Unterspreewald am Samstag ihre Runden mit den Gästen drehen. Schließlich gibt es für die Kameraden gleich zwei Gründe zum Feiern.

Die Feuerwehr Drahnsdorf begeht nicht nur ihr 80. Jubiläum, sondern hat auch nach jahrelanger Wartezeit das nagelneue Tragkraftspritzenfahrzeug im Februar dieses Jahres bekommen und damit ihren über 20 Jahre alten Robur in den Ruhestand geschickt. Etwa 160 000 Euro hat das neue Fahrzeug laut Ortsvorsteher René Lukaschewski gekostet. Wegen des umliegenden Waldgebietes hätten sich die zwölf aktiven Kameraden jedoch ein Fahrzeug mit Allradantrieb gewünscht. Zudem finden im neuen Gefährt nur sechs Leute Platz. "Viele Kameraden müssten mit ihrem Privat-Pkw zu Einsätzen hinterherfahren", erklärt Lukaschewski weiter. Deshalb hoffe man noch auf ein zweites Mannschaftsfahrzeug.

Die Drahnsdorfer Feuerwehr musste in den vergangenen Jahren weniger zu Bränden, sondern eher zu Unfällen teilweise auch mit Todesfolge ausrücken. Dass solche Einsätze einem Kameraden viel abfordern, weiß auch der Drahnsdorfer. "Über solche Ereignisse darf man gar nicht so lang nachdenken", sagt er.

An einen besonderen Einsatz kann sich Ortswehrführer Nico Schumann noch genau erinnern: "Beim Hochwasser in Dautzschen 2002 haben wir in Eigenregie geholfen, einen Kindergarten komplett wieder mit aufzubauen", erzählt er. Ein Erlebnis, das ihn auch heute noch berührt. Dafür waren die Drahnsdorfer eine ganze Woche vor Ort, um die Bürger zu unterstützen.

Seit etwa drei Jahren zeigen auch die Jüngsten im Ort wieder deutlich mehr Interesse am Vereinsleben. Insgesamt sechs Knirpse sind in der Kinderfeuerwehr aktiv. "Bei Vielen fehlt aber heutzutage einfach das Interesse", findet René Lukaschewski. Deshalb würde er sich vor allem mehr Veranstaltungen in der Region wünschen, die Lust machen auf Feuerwehr. Zudem sollte seiner Ansicht nach auch das mögliche Eintrittsalter herabgesetzt werden. "Im Verein lernen die Kinder nicht nur das Miteinander kennen, sondern bekommen auch Werte mit auf den Weg", sagt Schumann, der noch Zeiten kennt, als sich gerade einmal vier Leute in der Wehr engagierten.

Während am Samstag die erfahrenen Kameraden beim Amtsausscheid um den Sieg kämpfen, sind die Jüngsten am 28. Juni an der Reihe.

Zum Thema:
Etwa 25 Wehren aus dem Amt Unterspreewald wetteifern am Samstag auf dem Drahnsdorfer Sportplatz in der Mannschaftsdisziplin "Löschangriff nass". Die Kameraden sollten sich gegen 8.30 Uhr einfinden. Der Appell eröffnet den Amtsausscheid um 9 Uhr, der Wettkampf startet 9.30 Uhr. Die Veranstalter planen abschießend, etwa gegen 16.30 Uhr, ein Beisammensein mit musikalischer Umrahmung im Festzelt.