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Spreewald-Schule hat Partner in Peru

Der Schulchor der Spreewald-Schule Lübben singt bei der Festveranstaltung anlässlich des neuen Partnerschaftsvertrages mit einer Schule in Pillcopata/Peru. Rechts: Schulleiter Andreas Kurzhals mit Heradio Garcia Choque aus Peru (3.v.r.).
Der Schulchor der Spreewald-Schule Lübben singt bei der Festveranstaltung anlässlich des neuen Partnerschaftsvertrages mit einer Schule in Pillcopata/Peru. Rechts: Schulleiter Andreas Kurzhals mit Heradio Garcia Choque aus Peru (3.v.r.). FOTO: Ingvil Schirling
Lübben. Grund zum Feiern hatte die Spreewald-Schule in Lübben am gestrigen Mittwoch. Mit der Unterzeichnung ihres jüngsten Partnerschaftsvertrages streckt sie ihre Fühler nach Peru aus. Dabei gab es auch Geschenke. Ingvil Schirling

Die neue Partnerschule befindet sich in Pillcopata, einem kleinen Ort weiter entfernt von der Hauptstadt Lima. Der Kontakt kam über Lehrerin Manuela Jeschke zustande. Sie koordiniert an der Spreewald-Schule die Projekte rund um den Unesco-Status. Ihr Bruder wiederum, erzählte sie, habe dort die Schule gemeinsam mit einer Gruppe von anderen aufgebaut. Heute gehen dort 50 Schüler in eine Klasse, 600 insgesamt, hat Schülersprecherin Anne Jentsch in den Gesprächen mit Heradio Garcia Choque bereits erfahren. Der Peruaner ist eigentlich in der Tourismusbranche tätig und vertrat in diesem Fall den Schulleiter der neuen Partnerschule.

Über ihren Bruder wusste Manuela Jeschke von dem Schulprojekt. Sie brachte die Idee auf, die Einnahmen aus dem Weihnachtskalender der Spreewald-Schule von 2012 für die Bildungseinrichtung zu spenden. Davon kaufte die peruanische Schule nicht nur ihren ersten eigenen Computer - der dann und wann auch eine Internetverbindung hat. Sie vertiefte zudem die Kontakte. Bereits bei der Übergabe der Spende begrüßte die Spreewald-Schule drei Gäste aus Peru, die sich und ihren Ort mit Bildern und Musik vorstellten, erinnerte Schulleiter Andreas Kurzhals während seiner Festrede. In diesem Rahmen sei die Idee aufgekommen, eine Partnerschaft einzugehen. Nachdem die Schulkonferenz zugestimmt hatte, konnte der Vertrag im festlichen Rahmen unterzeichnet werden.

Dafür sorgten der Schulchor mit Gesang, zwei Paare des Tanzclubs Lübben, eine Gedichtrezitation und ein Vortrag am Klavier. Nach der offiziellen Unterzeichnung übergaben die Schülersprecherinnen Anne Jentsch und Karolina Kinal Unterrichtsmaterial, das an der Spreewald-Schule nicht mehr benötigt wird, an die peruanischen Partner.

Heradio Garcia Choque aus Peru hob in seiner Festrede vor allem hervor, was die neue Verbindung für die etwas abseits liegenden neuen Partner bedeutet. Nicht nur seien sämtliche Menschen in Pillcopata, die mit der Schule zu tun haben, stolz darauf, dass diese eine Partnerschaft mit einer deutschen Bildungseinrichtung eingehen konnte. Es sei auch entscheidend zu wissen, dass es die Partnerschule im weit entfernten Europa, in Deutschland, gibt. "Das macht Schüler, Eltern, Lehrer und Bekannte stolz. Sie wissen jetzt, dass sie nicht alleine sind."

Ganz nebenbei warb der Peruaner auch für die Weltsprache Spanisch, die in seinem Land neben Quechua und Aimara gesprochen wird. Derzeit wird sie an der Spreewald-Schule zwar nicht unterrichtet, doch bei entsprechendem Interesse wäre eine derartige Arbeitsgemeinschaft durchaus denkbar. "Sie können auf Spanisch mit 600 Millionen Menschen kommunizieren", sagte Heradio Garcia Choque.

Ob und wann es möglicherweise auch einmal einen Schüleraustausch mit dem neuen Partner geben wird, steht noch in den Sternen. Anne Jentsch würde "schon gerne mal hinfliegen", sagte sie. Doch zunächst werden die Schüler das Land mit seinen spektakulären Landschaften aus Küste, Hochland und Regen- beziehungsweise Nebelwald beim Unesco-Projekttag am 30. April näher kennenlernen. Eine Gruppe wird sich dann auch mit dem jüngsten Partnerprojekt der Schule beschäftigen - einer brandneuen Verbindung zu einer israelischen Schule.

Zum Thema:
Die Lübbener Spreewald-Schule ist eine von fast 9000 Unesco-Projektschulen weltweit. In Deutschland gibt es 151 Unesco-Schulen. Die Lübbener Einrichtung ist seit 1996 mit diesem Status auch Werten wie internationale und interkulturelle Verständigung, Nachhaltigkeit, Menschenrechte, Solidarität, Umweltbewusstsein und Toleranz verbunden. In Vorbereitung ist nach der Peru-Partnerschaft auch eine Verbindung mit einer Schule in Israel.

Die Schülersprecherinnen Anne Jentsch und Karolina Kinal übergeben Bücher und Unterrichtsmaterial für ihre neue peruanische Partnerschule an Heradio Garcia Choque.
Die Schülersprecherinnen Anne Jentsch und Karolina Kinal übergeben Bücher und Unterrichtsmaterial für ihre neue peruanische Partnerschule an Heradio Garcia Choque. FOTO: Ingvil Schirling