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Internet
Spreewälder bekommen jetzt schnelles Internet

Waldow. Wirtschaftsminister Gerber zu Besuch beim Ausbaustart der Telekom in Spreewaldheide.

Jetzt wird auch der Spreewald mit schnellem Internet versorgt. Im europaweiten Vergabeverfahren setzte sich die Telekom durch. In einer ersten Tranche werden 42 Multifunktionsgehäuse im Landkreis Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz  und Spree-Neiße mit der modernen Technik ausstattet. Davon profitieren mehr als 3000 Haushalte und Unternehmen.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber und Steffen Hilbrich, Mitglied der Technik-Geschäftsführung der Telekom in Brandenburg, haben für dieses Projekt am Montag gemeinsam in der Gemeinde Spreewaldheide (Amt Lieberose/Oberspreewald) das erste Multifunktionsgehäuse gesetzt und mit einem speziellen Lichtbogenspleißgerät symbolisch mehrere Glasfasern zusammengeführt.

„Mit unserem Ende 2015 abgeschlossenen Glasfaser-Programm haben wir den Breitbandzugang in Brandenburg deutlich verbessert. Der Spreewald konnte seinerzeit aus fördertechnischen Gründen nicht berücksichtigt werden“, sagt Albrecht Gerber. Doch die Landesregierung hält Wort: Jetzt wird die Spreewald-Region, unterstützt durch Landesmittel in Höhe von 8,3 Millionen Euro, mit schnellem Internet versorgt. „Wir freuen uns, dass wir mit der Telekom für den Ausbau einen starken Partner gefunden haben und die Menschen im Spreewald ebenso wie die Unternehmen demnächst davon profitieren werden“, so der Minister.

Geplant sind insgesamt drei Bauabschnitte. Der erste Abschnitt, indem 42 Multifunktionsgehäuse modernisiert werden, soll im zweiten Quartal 2018, das gesamte Projekt bis Herbst 2019 abgeschlossen sein. Dann werden etwa 11 800 Haushalte im Spreewald über eine breitbandige Internetverbindung von bis zu 100 Mbit/s im Download und bis 40 Mbit/s im Upload verfügen. Das ermöglicht das gleichzeitige Telefonieren, Fernsehen und Surfen. Dazu werden fast 300 Kilometer Glasfaser verlegt und insgesamt 174 Verteiler aufgerüstet beziehungsweise neu gebaut.

„Die brandenburgische Landesregierung bekennt sich zum Breitbandausbau. Denn gut ausgebaute Breitbandnetze sind eine zentrale Voraussetzung für technologischen Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung. Eine ausreichende Versorgung mit modernem Breitbandzugang ist häufig ein Standortfaktor bei der Wahl eines Wohnsitzes und Voraussetzung für die Sicherung und Verbesserung der Daseinsfürsorge“, erklärt Minister Gerber.

Trotz des bereits erreichten Versorgungsgrades bleibe der Breitbandausbau ein Schwerpunkt des Ministeriums für Wirtschaft und Energie, betont er. Weitere Verbesserungen seien im Ergebnis der Umsetzung des Bundesprogramms zum Breitbandausbau zu erwarten. Brandenburgweit sind 64,2 Prozent der Haushalte derzeit mit einem Netzzugang versorgt, der eine Datenübertragung von mehr als 50 Mbit/s ermöglicht. Mit diesem Ausbaugrad hat Brandenburg in Ostdeutschland die Nase vorn.

Insgesamt steuert das Land gegenwärtig über 163 Millionen Euro als Kofinanzierung zum Förderprogramm des Bundes bei. Der Bund selbst beteiligt sich mit insgesamt 255 Millionen Euro am Breitbandausbau in Brandenburg, die Landkreise und kreisfreien Städte leisten einen Eigenanteil von rund 30 Millionen Euro. „Das ist ein weiterer Meilenstein. Ich bin überzeugt, dass wir mit vereinten Kräften eine fast flächendeckende Versorgung mit 50 Megabit pro Sekunde erreichen werden“, erklärt Minister Gerber weiter. Jedoch könne der Breitbandausbau in der Bundesrepublik mit dem jetzigen Bundesförderprogramm nicht als abgeschlossen gelten. Er erwarte, „dass die neue Bundesregierung eine zukunftsfähige Gigabitstrategie über 2018 hinaus entwickelt“.

(dh)