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Spreelagune unter Beobachtung

Einwandfreie Werte wies die Spreelagune dieses Jahr bei den bisherigen Untersuchungen der Wasserqualität durch das Gesundheitsamt auf. Aufgrund erhöhter mikrobiologischer Befunde aus den drei vergangenen Jahren steht sie dennoch vermehrt im Fokus.
Einwandfreie Werte wies die Spreelagune dieses Jahr bei den bisherigen Untersuchungen der Wasserqualität durch das Gesundheitsamt auf. Aufgrund erhöhter mikrobiologischer Befunde aus den drei vergangenen Jahren steht sie dennoch vermehrt im Fokus. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Lübben. Die gesamte Region um Lübben bis hin zum Schwielochsee ist ein Seenparadies. Im Landkreis Dahme-Spreewald gibt geschätzt sogar mehr als 100 Badestellen. Ingvil Schirling

Nach bestimmten Richtlinien testet das Gesundheitsamt davon 33, in der Regel alle vier Wochen. Meist wird ihnen eine ausgezeichnete bis gute Wasserqualität bescheinigt. Ausnahmen gibt es am Schwielochsee, wo je nach Wetter im Sommer eine Algenblüte beobachtet werden kann.

Aktuell gibt es allerdings auch ein besonderes Sorgenkind: ausgerechnet die Lübbener Spreelagune, das 2013 neu eröffnete Flussbad mit Wasserwanderrastplatz. Je zweimal wurden dort 2014 und 2015 erhöhte Werte bei den Kolibakterien gemessen (Escherichia Coli), einmal noch im vergangenen Jahr. 2014 lag auch die Zahl der gemessenen Enterokokken im Wasser über dem Grenzwert.

Auch wenn diese Ergebnisse sich nicht bei jeder Messung zeigten, aus vergangenen Jahren stammen und die aktuellen Proben in Ordnung sind, steht die Spreelagune daher unter besonderer Beobachtung. Aus einem Vortrag, der gestern Abend beim Gesundheits- und Sozialausschuss des Landkreises auf der Tagesordnung stand und im Internet einsehbar ist, geht hervor, dass die Badestelle dieses Jahr 14-tägig überprüft werden soll. Bei allen anderen der 33 geprüften Gewässer im Landkreis gilt der vierwöchige Rhythmus. Erst am Ende der diesjährigen Badesaison, die am 15. Mai offiziell beginnt und am 15. September endet, soll auch die Spreelagune endgültig bewertet werden.

Schon jetzt sind in Absprache mit der Stadt Lübben Maßnahmen zur Verbesserung der Situation festgelegt worden, geht aus dem Vortrag weiter hervor. Indem ein Durchlassventil geöffnet und das Schilf im Badestellenbereich reduziert wird, soll das Flussbad vom Wasser besser durchströmt werden. Dazu gehört weiter, dass der Eintrag von Ausscheidungen der Wassergeflügel reduziert wird - beispielsweise durch ein Fütterungsverbot.

"Die ersten Überwachungswerte in diesem Jahr waren somit auch hier einwandfrei", informiert Gesundheitsamtschefin Dr. Astrid Schumann auf LR-Nachfrage. Allen anderen der 33 geprüften Badestellen "konnten in den letzten Jahren ausgezeichnete Qualität bescheinigt werden", sagt sie weiter.

Die jeweils aktuellsten Ergebnisse der Prüfungen sind im Internet auf der Seite des Landkreises ( www.dahme-spreewald.de ) öffentlich einsehbar. Die ersten Ergebnisse des Jahres sind durchweg in Ordnung. Auf die mögliche Algenbelastung am Schwielochsee wird hingewiesen, auch darauf, dass sie sich je nach Wetterlage im Sommer ausprägen kann oder auch nicht. Mit dem Prädikat "ausgezeichnet" werden die Badestellen am Briesener See, am Groß Leuthener See, am Mochowsee, am Neuendorfer See, am Schwielochsee und an der Naturbadeanstalt in Lübben-Steinkirchen bewertet.

Zum Thema:
Eine aktualisierte Übersicht über viele Badestellen in der Lausitz findet sich auf www.lr-online.de/badeseen . Seen und Gewässer sind über eine Karte anwählbar. Zu vielen Badestellen gibt es Fotos, eine kurze Beschreibung über Parkplätze, Gastronomie, Sauberkeit und die Qualität des Strandes. Aus der Lübbener Region sind aktuelle Daten zum Groß Leuthener und Briesener See zu finden, zu drei Badestellen am Schwielochsee in Goyatz, Zaue und Jessern sowie zur Naturbadeanstalt an der Steinkirchner Spree und zur Spreelagune.