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Sportwagen lassen Herzen pochen

Heimkinder haben als Beifahrer ein paar Runden in amerikanischen Sportwagen gedreht. Der Corvette Club Berlin-Brandenburg war zum 14. Mal in Kasel-Golzig zu Gast.
Heimkinder haben als Beifahrer ein paar Runden in amerikanischen Sportwagen gedreht. Der Corvette Club Berlin-Brandenburg war zum 14. Mal in Kasel-Golzig zu Gast. FOTO: Andreas Staindl
Kasel-Golzig. Die Corvette-Fahrer haben sich verspätet. Geduldsprobe für die Kinder und Jugendlichen. Als die amerikanischen Sportwagen Sonntagmittag endlich in Kasel-Golzig (Unterspreewald) angebraust kamen, gab es kein Halten mehr. Andreas Staindl /

Heimkinder der Kleeblatt GmbH für familiengegliederte Erziehung durften als Beifahrer ihre Runden in den schmucken Autos drehen. "Es ist einer der Höhepunkte für unsere jungen Bewohner", sagt Yvonne Hey, Geschäftsführerin der Kleeblatt GmbH. Jaqueline war schon zehnmal dabei. "Die roten Autos finde ich besonders toll", sagt die 15-Jährige. "Doch eigentlich sind alle Sportwagen super." Der Corvette Club Berlin-Brandenburg war jetzt zum 14. Mal bei den Heimkindern zu Gast - diesmal erneut mit mehr als 20 Autos.

Helmut Arndt hatte einst die Idee für diesen ungewöhnlichen Kontakt. Sein Motiv war damals das gleiche wie heute. "Wir stehen auf der Sonnenseite des Lebens und wollen davon auch denen etwas weitergeben, denen es nicht so gut geht", erklärt der Berliner. So wie etwa Leonie. Die Zwölfjährige lebt seit einigen Jahren im Kinderheim. Sie kehrt demnächst in ihre Familie zurück. Für seine vorerst letzte Fahrt mit einem amerikanischen Sportwagen hat sich das Mädchen schick gemacht, etwa die Fingernägel angemalt. Und sie hat ein paar Gedanken zu Papier gebracht. Die liebevoll gestaltete Karte, an der sie auch Gummibärchen befestigt hat, "schenke ich dem ersten Fahrer, der mich mitnimmt". Wenig später braust sie mit einem Lächeln im Gesicht davon.

Die Beschleunigung der Flitzer ist enorm. "Das ist ein cooles Gefühl, wenn man in den Sitz gedrückt wird", sagt der 13-jährige Kevin. "Ich freue mich schon immer auf den Tag." Patrick (17) liebt "die Geschwindigkeit und den Sound des Motors" der amerikanischen Sportwagen. David (18) findet alle Corvettes "gut". Er ist gestern allerdings nicht mitgefahren, sondern hat das Ereignis im Video festgehalten: "Das macht mir auch Spaß."

Die Mitglieder des Corvette Clubs kommen nie mit leeren Händen. Auch diesmal hatten sie Spielsachen für das Kinderheim dabei, und 20 Fahrräder. "Die können wir sehr gut gebrauchen", sagt Yvonne Hey. "Unsere Kinder und Jugendlichen bedanken sich auf ihre Weise. Sie basteln kleine Geschenke, backen Kuchen für die Gäste, überraschen sie mit einem Programm." 74 Mädchen und Jungen leben derzeit in einer der Einrichtung der Kleeblatt GmbH. Das Gros von ihnen hatte gestern ein paar besonders glückliche Momente in amerikanischen Sportwagen.