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| 09:23 Uhr

Handball
Spreewald-Auswahl: Ein Zukunftsmodell?

 Gegen die Füchse Berlin stellten sich die Spieler aus Lübben und Lübbenau erstmals als gemeinsame Spreewald-Auswahl vor.
Gegen die Füchse Berlin stellten sich die Spieler aus Lübben und Lübbenau erstmals als gemeinsame Spreewald-Auswahl vor. FOTO: Robert W. Naase / Photographer: Robert W. Naase
Lübben/Lübbenau. Zum Auftakt der Handball-Saison treffen der HC Spreewald und die TSG Lübbenau direkt aufeinander. Doch wäre es auch denkbar, dass beide Vereine künftig zusammen antreten? So wie vor ein paar Wochen gegen die Füchse Berlin? Von Steven Wiesner

Das Beste kommt zum Schluss? Nicht ganz. Manchmal kommt es auch gleich am Anfang. So wie in der Handball-Brandenburg-Liga der Männer, wo die beiden Spreewald-Rivalen aus Lübben und Lübbenau prompt zum Saisonauftakt aufeinandertreffen. So will es der Spielplan. An diesem Sonntag empfängt der HC Spreewald die TSG Lübbenau zum Derby. Anwurf ist um 16 Uhr. Es trifft der Vorjahresdritte auf den -vierten. Doch nicht nur ob der lokalen und tabellarischen Nähe zueinander bekommt das Duell eine besondere Note – denn vor anderthalb Monaten standen beide Teams noch gemeinsam auf der Platte.

Es war der Abend des 19. Juli, als sich in der Lübbenauer Blau-Gelb-Arena gewissermaßen etwas Historisches ereignete. Denn für das Testspiel gegen die Bundesligisten Füchse Berlin bildeten Lübben und Lübbenau eine schlagkräftige Spreewald-Auswahl. „Das war ein absolutes Novum“, sagte Mirko Wolschke, der Trainer vom HC Spreewald.

Doch vielleicht könnte dieses Novum ja irgendwann mal zu einem Zukunftsmodell werden. Der Lübbener Coach jedenfalls findet die Idee einer Spielgemeinschaft gar nicht so abwegig und sagt: „Wenn man mal etwas weiterdenkt, wäre da ein Riesenpotenzial für die 4. Liga.“

 Mirko Wolschke, Dieter Zwieb und Bert Orbanz spielen für den HC Spreewald wichtige Rollen - ganz wörtlich und im übertragenen Sinne. Mit der LR sprachen sie über den anstehenden Benefiznachmittag "Wir für Fenia", ihre Verantwortung als Trainer und die Vorbildwirkung des Sports.
Mirko Wolschke, Dieter Zwieb und Bert Orbanz spielen für den HC Spreewald wichtige Rollen - ganz wörtlich und im übertragenen Sinne. Mit der LR sprachen sie über den anstehenden Benefiznachmittag "Wir für Fenia", ihre Verantwortung als Trainer und die Vorbildwirkung des Sports. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Seit dem Abstieg der TSG Lübbenau aus der Oberliga vor drei Jahren erlebt der Spreewald nur noch Fünftliga-Handball – mit zwei Teams, die sich gegenseitig die Punkte wegnehmen. Ein Bündeln der Kräfte würde auf Sicht bestimmt auch die Oberliga realistisch erscheinen lassen. Doch bisherige Annäherungsversuche waren immer gescheitert und der Reiz des Derbys womöglich doch zu groß.

Dafür hat Mirko Wolschke auch vollstes Verständnis. „In den Derbys geht es natürlich zur Sache, das macht schon Spaß“, sagt er. „Aber die Spieler sind jetzt schon sehr freundschaftlich untereinander. Das hat auch der Abend gegen die Füchse gezeigt. Wenn man sich den demografischen Wandel anschaut, bei dem immer mehr Vereine Probleme haben, Nachwuchs zu bekommen, wäre das vielleicht ein guter Weg.“ Die Vereinsstrukturen sollten aber bestehen bleiben, es ginge nur um eine Spielgemeinschaft der beiden Männerteams. Wolschke: „Das wäre megagenial, vielleicht wird das ja irgendwann mal ein Thema.“

Noch aber sind das nur Gedankenspiele. Am Sonntag geht es erstmal in der Liga los – gegeneinander.

 Am 19. Juli stellte sich die Spreewald-Auswahl den Füchsen Berlin (hier Jacob Holm, M.) entgegen und verlor nach tollem Spiel mit 20:42 (11:20).
Am 19. Juli stellte sich die Spreewald-Auswahl den Füchsen Berlin (hier Jacob Holm, M.) entgegen und verlor nach tollem Spiel mit 20:42 (11:20). FOTO: Robert W. Naase / Photographer: Robert W. Naase