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| 16:07 Uhr

Handball
Gerechte Punkteteilung im Spitzenspiel

 Der HC Spreewald, hier im Angriff, trotzte dem Spitzenreiter einen Punkt ab.
Der HC Spreewald, hier im Angriff, trotzte dem Spitzenreiter einen Punkt ab. FOTO: Robert W. Naase / Photographer: Robert W. Naase
Handball-Brandenburgliga Männer. Der HC Spreewald und der SV Brandenburg trennen sich 24:24. VfB-Damen mit deutlichem Heimsieg zum Jahresausklang.

HC Spreewald – SV 63 Brandenburg-West 24:24 (13:10) Sollten sich die HC-Akteure nun ärgern, weil ein Sieg greifbar war, oder darüber freuen, dass man trotz Rückstands den Punktgewinn in einer turbulenten Schlussphase sicherte? Eines allerdings war allen nach Abpfiff im Lübbener „Blauen Wunder” klar: Das war sowohl spielerisch als auch stimmungstechnisch Handball auf höchstem Brandenburgliga-Niveau. Die zahlreichen Zuschauer boten eine ohrenbetäubende Kulisse, die die Absprache auf dem Spielfeld deutlich erschwerte. Angeheizt wurde der Hexenkessel von der heroischen Vorstellung von Schlussmann Florian Klein­dienst, der in den ersten Spielminuten schier unüberwindbar für den bis dato verlustpunktfreien Spitzenreiter aus Brandenburg an der Havel war. So setzten sich die Gastgeber bis zur elften Spielminute auf 5:0 ab, wohingegen der Ligaprimus sowohl zwei Strafwürfe als auch mehrere 100-prozentige Chancen liegen ließ. Der HC Spreewald agierte als kompakte Einheit in der Abwehr und erspielte sich auf der Gegenseite klare Einwurfmöglichkeiten. Über ihr strukturiertes und geduldiges Angriffsspiel setzten die Gastgeber in den ersten 20 Spielminuten zumeist den besser platzierten Nebenmann in Szene. Einzig das konzentrierte Rückzugsverhalten ließ im Laufe des ersten Spielabschnitts nach, so dass der SV 63 zu einfachen Toren kam.

Zwar führte der HC beim 11:5 (21.) und 13:7 (24.) mit sechs Toren, ließ den Vorsprung jedoch bis zur Halbzeitpause schrumpfen (13:10).

Pascal Freund, Chris Guhrenz und Erik Handke behaupteten zwar bis zum 17:16 (41.) einen knappen Vorsprung, beim 17:18 (44.) schien sich jedoch das Blatt zu Gunsten der Brandenburger zu wenden. Diese kamen zwar weiterhin im Positionsangriff nicht zur völligen Entfaltung, setzten allerdings über ihre schnelle zweite Welle wiederholt Nadelstiche. In Überzahl legten die Spreewälder in Person von Danilo Wendt (2) noch einmal vor (22:21, 54.), jedoch führen einige Absprachefehler in der Hintermannschaft zu einem 0:3-Lauf der Gäste. Nach dem 22:24 (58.) schien das Spiel entschieden, nicht jedoch für den Hexer im HC-Tor, der den beiden Kryszon-Brüdern jeweils eine klare Torchance abkaufte. In dieser Druckphase erspielten sich die HC-Akteure allerdings zwei klare Torchancen, die von Jens Kranick (2) zum 24:24-Ausgleich genutzt wurden. In einer nervenaufreibenden letzten Spielminute gelingt keiner Mannschaften der erhoffte „lucky punch“, so dass sich die beiden Podest-Anwärter mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die wohlverdiente Winterpause verabschieden.

HC Spreewald: Florian Kleindienst und Daniel Wegner (beide im Tor), Danilo Wendt (3), Tobias Lubig, Tim Glowinkowski, Bert Orbanz, André Zogbaum, Erik Handke (1), Chris Guhrenz (6), Christian Krause (2), Jens Kranick (5/1), Pascal Freund (4) und Nils Werner (3/2).

HC Bad Liebenwerda – TSG Lübbenau 26:30 (13:9) Mit einem Auswärtserfolg wollten die Spreewälder das Jahr beenden und den Anschluss an die Spitzenteams halten. Doch sie trafen auf einen Gastgeber, der mitten im Abstiegskampf steht und mit einem Sieg seine Chancen im Kampf um den Klassenerhalt nutzen wollte. Und so ging es auf dem Parkett auch richtig zur Sache. Die Anfangsnervosität in einer turbulenten Startphase war abgelegt. Nach einem über die Stationen 6:6 und 8:8 ausgeglichenem Spielverlauf übernahm Liebenwerda das Spielgeschehen. Tempobetonte Offensivaktionen wurden mit starkem Zweikampfverhalten erfolgreich abgeschlossen. Der bis dahin aufmerksamen TSG-Defensive fehlten Beweglichkeit und der körperliche Einsatz, um den druckvollen Spielaufbau der Gastgeber zu kontrollieren. Mit vier Toren in Folge erhöhte er den Spielstand auf 12:8. Und so war der 13:9-Pausenstand eine faustdicke Überraschung aus Sicht der Gäste.

Im zweiten Spielabschnitt kamen die Spreewälder besser ins Spiel. Marius König und Oliver Pipiale (2) verkürzten den Spielstand zum 13:12. Im Kampf um die Führungstreffer ging es hart zur Sache und Strafzeiten häuften sich. Über die Stationen 15:15 und 17:17 bis hin zum 20:20 ein hektischer und kampfbetonter Spielverlauf, in dem spielerische Momente zu kurz kamen. Beide Rivalen suchten die frühe Vorentscheidung. Doch bis zum Spielstand von 23:24 (50. Minute) blieb es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die TSG-Männer mit den größeren Kraftreserven konnten zulegen. Thomas Werban erhöhte den Spielstand zum 23:26 und die Gastgeber antworteten mit dem Treffer zum 24:26. Die Spreewälder nutzten die offensive Deckung gegen ihre Rückraumschützen und suchten den Erfolg über den Kreis. Nicola Kuhlmey erhöhte den Spielstand auf 24:28. Den ehrgeizigen Gastgebern aber fehlten spielerische Mittel, um die drohende Niederlage abzuwenden. Und so war mit den Treffern zum 25:30 durch Stefan Richter und Julian Moczko das Spiel entschieden. Am Ende freuten sich die Spreewälder über einen hart umkämpften 26:30-Auswärtserfolg.

TSG Lübbenau: Kuhlmey, Nicola 1; Sewald, Rene; Werban, Thomas 3; Trenkmann, Dustin 8; Richter, Stefan 3; Wahnschaffe, Henrik 2; König, Marius 5; Moczko, Julian 1; Domann, Joey; Kasper, Lars; Pipiale, Oliver 7; Verhoeven, Florian;

VfB Doberlug-Kirchhain - HSV 04 Falkensee 27:18 (12:11) Die Gastgeber wollten sich von ihren wieder zahlreich erschienenen VfB-Anhängern mit einem Heimsieg im alten Jahr verabschieden. Das sah aber mit Anpfiff auf VfB-Seite aber überhaupt nicht danach aus. Das VfB-Spiel war behäbig und hatte  eine hohe Fehlerquote. So konnten die Gäste aus dem Speckgürtel Berlins mit 6:3 in Führung gehen. Die VfB-Bank sah sich gezwungen, eine Auszeit zu nehmen, die ihre Wirkung nicht verfehlte. Nun sah das Spiel der Heimmannschaft schon ansehnlicher aus und so konnte man mit einer 12:11-Führung in die Halbzeitpause gehen. Nach dem Pausentee sahen die Fans ein anderes Team. Die VfB-Damen spielten die Gäste regelrecht an die Wand. Ein 8:0-Lauf brachte in der Stadthalle zu Doberlug-Kirchhain eine 19:11-Führung für den amtierenden Landesmeister. Die Gastgeber hatten nun das Kommando auf dem Parkett übernommen und zeigten stellenweise tollen Handball. Nun sollten auch alle VfB-Spielerinnen ihre Einsatzzeiten erhalten. Letztendlich fuhren die VfB-Damen einen verdienten 27:18-Heimsieg ein.

VfB Doberlug-Kirchhain: Nancy Zielasko und Anja Barth im Tor, Jana Herrmann (1), Anika Förster , Antonia Weber(12), Mandy Lange, Celina Hase (4),Julia Schulz, Valentina Seyfetdinova (7), Thea Weinhold, Jennifer Böhme(2) und Janne George.

 Die VfB-Damen feiern ihren Heimsieg in der Kabine.
Die VfB-Damen feiern ihren Heimsieg in der Kabine. FOTO: Thomas Boxhorn