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| 14:56 Uhr

Verein hilft
Spezial-Therapie für Sophia

 Sophia ist gut gelaunt, ihre Mutter Julia Nistjuk (re.) zufrieden. Die Physiotherapeutin Anne Rönnfeldt (li.) hat das Mädchen während der vergangenen dreieinhalb Wochen therapiert. Tochter und Mutter aus Weißrussland waren jetzt zum dritten Mal im Reha-Zentrum in Lübben zu Gast.
Sophia ist gut gelaunt, ihre Mutter Julia Nistjuk (re.) zufrieden. Die Physiotherapeutin Anne Rönnfeldt (li.) hat das Mädchen während der vergangenen dreieinhalb Wochen therapiert. Tochter und Mutter aus Weißrussland waren jetzt zum dritten Mal im Reha-Zentrum in Lübben zu Gast. FOTO: Andreas Staindl
Lübben . Lübbner Reha-Zentrum therapiert kostenlos ein weißrussisches Mädchen. Von Andreas Staindl

Sophia Nistjuk sitzt im Rollstuhl. Die Achtjährige leidet seit ihrer Geburt an einer spastischen Lähmung. Als Ursache für das Leiden wird das Reaktorunglück 1986 in Tschernobyl vermutet. Die Krankheit ist nicht heilbar. Doch die Beschwerden können mit verschiedenen Therapiemöglichkeiten gemindert werden. Das Reha-Zentrum in Lübben kümmerte sich um das Mädchen, verbesserte die Beweglichkeit der Gelenke und wirkte mit verschiedenen Therapieformen Folgeschäden entgegen.

„Das Mädchen müsste fortlaufend behandelt werden“, sagt Jürgen Zeiske, Verwaltungsleiter im Reha-Zentrum. Doch der Einrichtung blieb nur wenig Zeit. Sophia wohnt in Weißrussland, war mit anderen Kindern auf Einladung des Lübbener Kinderhilfsverein für Tschernobyl für dreieinhalb Wochen in den Spreewald gekommen.

Anders als die anderen Mädchen und Jungen wohnte sie nicht bei Gasteltern, sondern war gemeinsam mit ihrer Mutter Julia im Reha-Zentrum untergebracht. „Ich bin dankbar, mit meiner Tochter hier sein zu dürfen“, sagt Julia Nistjuk. „Die Therapie ist sehr gut für sie. Vor allem die Gymnastik im Wasserbecken ist super.“ Anne Rönnfeldt kümmerte sich während des Aufenthalts um das Mädchen. Die Physiotherapeutin bewegte die Gelenke der Achtjährigen, damit diese nicht weiter versteifen. Sie konnte dies wegen der neurologischen Erkrankung der kleinen Patientin allerdings nur passiv machen.

Und doch sind Fortschritte zu erkennen. „Sophia kann hin und wieder sogar im Schneidersitz sitzen“, erzählt Brigida Melzer, „das hatte sie vorher noch nie gemacht.“ Die Ehrenvorsitzende des Lübbener Kinderhilfsvereins freut sich darüber: „Dank der Therapie im Reha-Zentrum hat sich Sophia enorm entwickelt. Sie ist jetzt ausgeglichener, lacht viel.“

Anne Rönnfeldt arbeitete täglich mit der Achtjährigen, auch im Wasser. „Das Mädchen hatte Spaß dabei, das war deutlich zu sehen. Ich animierte sie, selbst mitzuarbeiten während der Übungen. Das klappte immer besser. Man hat gesehen, dass sich die Therapie lohnt. Ihre Mutter muss allerdings dranbleiben.“

Am Montag sind Sophia und Julia Nistjuk wieder zurück nach Weißrussland gefahren. „Wir üben auch zu Hause, machen viel Gymnastik“, erzählt die Mutter. Und, dass ihr ein Spezialstuhl zur Verfügung steht, in dem ihre Tochter zumindest zeitweise stehen kann. Im nächsten Jahr wollen beide wiederkommen. „Sie sind bei uns herzlich willkommen“, sagt Jürgen Zeiske. Es wäre der vierte Aufenthalt der kleinen weißrussischen Familie im Reha-Zentrum.

Für den Verwaltungsleiter ist die kostenlose Hilfe selbstverständlich: „Wir sind dem Kinderhilfsverein seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden. Zudem haben wir die notwendigen Experten und Fachleute bei uns, um Sophia das Leben zu erleichtern.“ Und nicht nur das. Der Aufenthalt in der Einrichtung in Lübben-Ost hat auch Julia Nistjuk entlastet. „Ich muss mich mal nicht 24 Stunden lang um meine Tochter kümmern, auch kein Essen kochen, die Wohnung nicht sauber machen“, sagte sie. „Die Auszeit vom Alltagsstress bekamm auch mir sehr gut.“ Auch wenn sie und die kleine Sophia während der vergangenen dreieinhalb Wochen im Reha-Zentrum untergebracht waren, gab es über Marion Harm aus Märkisch Buchholz dennoch immer Kontakt zum Lübbener Kinderhilfsverein. Der Kontakt zu Mutter und Tochter wird auch nicht abreißen, wenn beide wieder in ihrer kleinen Wohnung in einem Dorf mitten im Wald in Weißrussland ihren anspruchsvollen Alltag bestreiten müssen. „Sie können sich auch künftig auf uns verlassen“, sagt Brigida Melzer. „Das Schicksal der kleinen Sophia bewegt unsere Mitglieder im Verein, berührt aber auch andere Menschen in der Region. Ich bin froh und dankbar, dass das Reha-Zentrum so unkompliziert hilft.“

 Sophia ist gut gelaunt, ihre Mutter Julia Nistjuk (re.) zufrieden. Die Physiotherapeutin Anne Rönnfeldt (li.) hat das Mädchen während der vergangenen dreieinhalb Wochen therapiert. Tochter und Mutter aus Weißrussland waren jetzt zum dritten Mal im Reha-Zentrum in Lübben zu Gast.
Sophia ist gut gelaunt, ihre Mutter Julia Nistjuk (re.) zufrieden. Die Physiotherapeutin Anne Rönnfeldt (li.) hat das Mädchen während der vergangenen dreieinhalb Wochen therapiert. Tochter und Mutter aus Weißrussland waren jetzt zum dritten Mal im Reha-Zentrum in Lübben zu Gast. FOTO: Andreas Staindl