Von Katrin Kunipatz

„Laufen für Fenia“ steht auf dem Plakat, das Lennard Blumenberg gebastelt hat.  Der Neunjährige besucht die dritte Klasse der Sportbetonten 1. Grundschule. Fenia ist seine gleichaltrige Cousine. Für sie und ihre Familie soll in diesem Jahr der Sponsorenlauf an der Lübbener Grundschule stattfinden.

Die Idee brachte Lennard Ende Dezember ins Gespräch, erinnert sich seine Mutter Mandy Blumenberg. Damals lag das Unglück vier Wochen zurück. Am Entlassungstag nach ihrer Mandel-Operation bekam Fenia noch auf dem Parkplatz der Klinik eine Sturzblutung und einen Herzstillstand, schildert Lennard in seinem Aufruf. Zurück in der Klinik sei es nicht sofort gelungen, die Blutung zu stillen und das Mädchen zu reanimieren. Sie war lange ohne Sauerstoff und fiel ins Koma, aus dem sie wieder erwachte. „Ihr ist es bis heute aber nicht möglich, in irgendeiner Form wieder am Leben teilzunehmen“, schreibt Lennard.

Fenias Vater Mario Blumenberg überrascht und erfreut die Idee seines Neffen, beim Sponsorenlauf der 1. Grundschule für Fenia zu sammeln. In der Schule konnte Lennard mit seinem Vorschlag schnell überzeugen. Engagiert ging er auf die Suche nach Sponsoren, die seine gelaufenen Runden mit Geld aufwiegen sollen. Der Vordruck erlaube es jedem Kind, zwei Sponsoren einzutragen, so die stellvertretende Schulleiterin Kathrin Gammelin. „Lennart hat schon zwanzig“, ergänzt sie schmunzelnd.

Doch nicht nur die Grundschule, auch der Handballclub (HC) Spreewald will Fenias Familie unterstützten. Lennard trainiert selbst beim Lübbener Verein, der auch eine Arbeitsgemeinschaft an der Grundschule hat. Geplant ist ein Benefizspiel, erklärt HC-Vorstandsmitglied Gabriele Orbanz. Es soll Mitte August stattfinden. Noch sei der HC auf der Suche nach einem attraktiven Gegner, so Orbanz. Geplant sei, alle Einnahmen und den Erlös der geplanten Tombola für die Familie zu spenden.

Fenias Eltern, Mario Blumenberg und Christin Becker, freuen sich über den enormen Zuspruch. Seit Dezember gilt ihre Kraft Tochter Fenia. Nach den Wochen auf der Intensivstation in Potsdam wird sie jetzt in Brandenburg an der Havel in einer Spezialklinik behandelt. Christin Becker ist als Begleitperson immer vor Ort. Mario Blumenberg arbeitet seit vier Wochen wieder und fährt am Wochenende in die Klinik.

Sicher sind sich Mutter, Vater und Tante, dass „Fenia noch da ist“. Es liege nun bei den Therapeuten, die Reize zu finden, um sie zurückzuholen, so Mario Blumenberg. Fenias Grundschulklasse in Gröditsch hat ihr zu Weihnachten und zum Geburtstag im März Briefe geschrieben. Mario Blumenberg war in der Schule und hat die Fragen von Fenias Mitschülern beantwortet. Aber er weiß auch, ein Leben ohne Pflege und Rollstuhl wird für Fenia nicht möglich sein. Die bisherige Wohnung in Neu Lübbenau, gelegen im zweiten Stock mit schmalen Türen, lasse sich nicht passend umbauen. „Aber wir haben den Wunsch, im Ort zu bleiben“, sagt er. Fenias Mutter Christin stammt aus Neu Lübbenau und von ihrer Mutter Silvia erhalte die Familie unheimlich viel Unterstützung.