Von Daniel Friedrich

Fußball ist nicht nur Männersache, das wissen die Verantwortlichen des FSV Groß Leuthen/Gröditsch ganz genau. Nachdem in letzter Zeit immer mehr interessierte Frauen nachgefragt hatten, hat sich der Verein nicht lang bitten lassen, ein weibliches Team einzurichten.

Auf Facebook und über Mundpropaganda wurde ordentlich Werbung gemacht, sodass sich zum ersten Training bereits eine gute Hand voll Frauen zwischen 17 und 30 Jahren angemeldet haben. Und es kann sich schon sehen lassen, wie die Spielerinnen durch die Turnhalle flitzen und aufs Tor zielen. Das erste Training war dennoch schweißtreibend, erzählt Sophie Jauernig: „Wir haben etwas für den Konditionsaufbau getan, um die Ausdauer herzustellen und dass man wieder auf die Beine kommt. Außerdem haben wir die Passgenauigkeit und den Schuss aufs Tor trainiert.“ Auch Trainer Haiko Reiche zeigt sich zufrieden: „Mein Fazit ist: Ihr seid kein hoffnungsloser Fall“, sagt er augenzwinkernd. Denn es soll vor allem locker zugehen – der Spaß stehe im Vordergrund. „Bis ins C-Junioren-Alter spielen Jungs und Mädchen zusammen, danach werden sie getrennt. Dann wird es erfahrungsgemäß schwierig, eine ganze Frauenmannschaft zusammenzubekommen. Ich hoffe, dass wir wenigstens 15 Spielerinnen gewinnen, um optimal spielen zu können.“

Viele der jungen Frauen sind beruflich oder im Studium eingespannt und haben schon eine Familie. Gerade deshalb freuen sie sich, auch mal unter sich zu sein: „Das Besondere ist auf jeden Fall, dass wir nur unter Frauen Fußball spielen. Das gibt es ja sonst selten“, meint Sophia Schulz. Für Christin Hampel, die ihre Söhne gleich zum Training mitgebracht hat, ist der Sport auch ein wichtiger Ausgleich zum Alltag: „Dabei kommt man mit anderen Leuten aus der Gegend in Kontakt, und wir haben zusammen Spaß. Das wäre im Fitnesscenter, wo man oft allein für sich trainiert, nicht so.“

Bis 2006 gab es in Groß Leuthen bereits eine erfolgreiche Frauenmannschaft. Zu ihren größten Erfolgen zählte die Vize-Kreismeisterschaft. Weil damals immer mehr Frauen berufsbedingt aus der Mannschaft ausschieden, war ein Spielbetrieb zuletzt nicht mehr möglich. Nun also die Neuauflage. Sollte ein komplettes Team zusammenkommen, wären die Groß Leuthener eine von acht Frauenmannschaften im Fußballkreis Niederlausitz, der von Lubolz bis Ortrand reicht. Gespielt wird auf einem Kleinfeld. Das Ziel steht jetzt schon fest: Im Ligabetrieb wollen die Fußballerinen bald auch gegen andere Mannschaften antreten.